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Altmühltal-Radweg (2)

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Etappe 2: Großenried - Mörlach - Haag - Ornbau - Gern - Mörsach - Altmühlsee - Muhr am See - Gunzenhausen - Aha - Windsfeld - Ehlheim - Lengenfeld - Bubenheim - Graben - Fossa Carolina - Treuchtlingen (47 km)

 

Sofern Sie im Besitz der CD "TOP 200" sind, können Sie sich die unten abgebildete Etappe mit eingezeichneter Streckenführung hier als Overlay-Datei herunterladen (ca. 7 KB).
Informationen zur CD "TOP 200"

Altmühltal-Radweg: Etappe 2 von Großenried über Ornbau, Altmühlsee, Muhr am See, Gunzenhausen und Fossa Carolina nach Treuchtlingen

Quelle: ATKIS® DTK200-V, © Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2004

 

An der Kirche von Großenried geht es links und damit auf der Fahrbahn durch den Ort bis zu einer Vorfahrtstraße, die Sie ganz leicht nach rechts versetzt kreuzen. Ab dem Ortsende steht wieder ein guter Geh- und Radweg zur Verfügung, der erst in Mörlach endet, wo Sie in der Ortsmitte auf der Höhe der rechter Hand liegenden Kapelle links abbiegen (Hinweis nach Weidenbach). Bald überquert die Route die Altmühl und führt nach Haag, wo Sie rechts abbiegen, um nach gut 1½ km erneut rechts zu fahren und sodann mit einem Linksbogen direkt nach Ornbau zu radeln.

Kurz vor der Stadt queren Sie die Ortsumfahrung gerade, stoßen bald mit einem Rechtsbogen auf eine Vorfahrtstraße und biegen links ab. Damit erreichen Sie sogleich wieder eine Vorfahrtstraße, zweigen rechts ab und kommen so in die Altstadt.

 

Stadtinfo

Altmühlbrücke, Tor und Kirche in Ornbau, Altmühltal-RadwegOrnbau, 419 m ü.N.N., konnte seinen mittelalterlichen Charakter bewahren und wird noch immer von der zwischen dem 13. & 15. Jh. angelegten Stadtbefestigung umgeben. Dabei bauten verschiedene Generationen auf den Werken ihrer Vorgänger auf, wobei der heutige Zustand dem Fürstbischof Wilhelm von Reichenau zu verdanken ist, der sein Bistum Eichstätt nach innen und außen zu festigen suchte. Erhalten sind zwei Tore, mehrere Basteien und der doppelte Mauerring, so daß sich die heute fünftkleinste Stadt Bayerns weiterhin wehrhaft präsentiert.

Eines der Lieblingsmotive dürfte die schöne Altmühlbrücke sein, unter der heutzutage allerdings nicht mehr gar so viel Wasser fließt, da nur 500 m südwestlich der Altmühlzuleiter, was für ein wunderbar offenherziger Name für ein rein wasserwirtschaflich bedingtes Gewässer, einen Großteil des Wassers abzwackt.

Ornbau, Altmühl-Radweg Stadt Ornbau, Vorstadt 1, 91737 Ornbau, Fon 09826 / 378, Fax 09826 / 7888,
E-Mail: ornbau@t-online.de, Internet: www.ornbau.de.

 

In der Altstadt halten Sie sich an einer Gabelung links, radeln auf die Kirche zu und versetzen dort wenige Meter rechts/links, um nach dem südlichen Tor die Altmühl mittels der schönen alten Brücke zu überqueren. Direkt danach geht es halblinks auf einen Schotterweg, bald an einer Gabelung rechts und damit zu einer Straße, in die Sie links einbiegen und nach Gern radeln. Kaum daß Sie einen Gasthof linker Hand passiert haben, versetzen Sie nach rechts auf den Damm des Altmühlzuleiters und folgen dem dortigen Schotterweg. Nun fällt die Orientierung leicht; denn die Räder rollen immer auf dem Damm - zunächst des Altmühlzuleiters und so vorbei am gegenüber gelegenen Mörsach, später dann des Altmühlsees.

Voraussichtlich werden Sie nun auch das erste Mal Radfahrer in größerer Zahl auf dem Altmühl-Radweg erblicken; denn Sie befinden Sie sich im Neuen Fränkischen Seenland, wo es bei den Urlaubern zum guten Ton gehört, wenigstens hin und wieder ein wenig zu radeln und eine Umrundung des Altmühlsees offenbar Pflicht ist.

 

Info - Altmühlsee

Segeln auf dem Altmühlsee, Altmühltal-RadwegDer Altmühlsee, 415 m ü.N.N., ist eines der Ergebnisse umfangreicher Maßnahmen der Wasserwirtschaft, die dazu dienen, in sommerlichen Trockenperioden das Regnitz-Main-Gebiet mit überschüssigem Altmühl- und Donauwasser zu versorgen. 1970 fällte der bayerische Landtag den Beschluß, und die Planungs- und Bauarbeiten dauerten fast 30 Jahre; denn neben dem Altmühlsee wurden der Kleine und der Große Brombachsee, der Igelsbachsee und der Rothsee sowie Zu- und Überleiter angelegt. Außerdem wurden Flußläufe an die geänderten Wassermengen angepaßt und im übrigen gleich nebenan auch der Main-Donau-Kanal gebaut.

330 ha umfaßt die Wasserfläche, hinzu kommen weitere 120 ha Flachwasserareale mit der so genannten Vogelinsel. Diese Insel stellt übrigens keine fixe Idee der Landschaftsplaner und Wasserbauer dar, sondern ist die Folge des hier einst von zahlreichen Gräben und natürlichen Wasserläufen durchzogenen Überflutungsgebiets, dessen Wiesen und Felder selbst zur Heuernte oftmals von Hochwasser überspült wurden, so daß sich das Gebiet zur Heimat vieler Vögel, insbesondere der Wiesenbrüter entwickelt hatte. Die Vogelinsel und weitere Naturschutzgebiete in der Nähe stellen also einen Ausgleich für den Verlust infolge des neuen Sees dar.

 

 

Nachdem Sie zunächst entlang des Nordwestufers des Sees radeln, knickt die Route bald nach Südosten ab, und Sie passieren in Sichtweite Muhr am See.

 

Stadtinfo

Torhaus in Muhr am See, Altmühltal-RadwegMuhr am See, Muhr am See, 417 m ü.N.N., 2.200 Einw., kann mit einer Besonderheit aufwarten; denn es beherbergt gleich drei privat aufgebaute und betriebene Museen. Im Bulldog- und Landmaschinenmuseum (Stadelner Straße 22, Fon 09831/1449, geöff. so 14-18 h) stellt der Eigentümer Konrad Amslinger gesammelte und restaurierte bäuerliche Werk- und Fahrzeuge aus. Das MUMM (Museum für Ur- und Umwelt in Muhr, Bahnhofstraße 4, Fon 09831/7938, geöff. di, do & so 14-17 h, Juni bis August auch do 19-21 h) widmet sich mit Versteinerungen, Modellen und Schaubildern der Evolution und Landschaftsentwicklung. Umweltfreundliche Verkehrsmittel, die allerdings kaum höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten erreichten, als Sie mit Ihrem Fahrrad, sind das Thema des Kutschenmuseums (Bahnhofstraße 30, Fon 09831/1512, nur nach Voranmeldung). Prunkstücke sind eine französische Taxikutsche, ein luxuriöser Leichenwagen und ein Landauer, wie er auch bei den Paraden der englischen Königin verwendet wird. Könnte man doch glatt auf den Geschmack kommen, oder?

Muhr am See, Altmühl-Radweg Gemeindeverwaltung, Rosenau 1, 91735 Muhr am See, Fon 09831 / 619560, Fax 09831 / 6195630,
E-Mail: gemeinde.muhr-am-see@t-online.de.

 

Vorbei an den verschiedenen See-Zentren, mit Imbissen, Restaurants etc. geht es immer nahe dem Ufer des Altmühlsees, bis der Weg nach dem letzten See-Zentrum automatisch bei einem kleinen Jachthafen nach Osten abknickt, so daß Sie nun am Altmühlüberleiter entlang fahren. Mit einem 180°-Rechtsbogen wird dieser bald überquert, und sogleich danach geht es links auf Asphalt, unter der B 466 hindurch und nach weiteren 400 m unter der Eisenbahn hinweg.

Gleich darauf zweigen Sie rechts auf einen Geh- und Radweg ab, rollen vorbei an einem großen Parkplatz mit einem Linksbogen wieder dichter an die Altmühl heran, unterqueren die Altmühlbrücke und finden auf der Höhe eines Spielplatzes einen Hinweis, wonach es links zum „Marktplatz“ und der Tourist-Information von Gunzenhausen geht.

 

Stadtinfo

Färberturm in Gunzenhausen, Altmühltal-RadwegGunzenhausen, 416 m ü.N.N., 17.000 Einw., kann auf eine fast 1200jährige Geschichte verweisen; denn es wurde 823 erstmals urkundlich erwähnt. Damit soll nicht unterschlagen werden, daß sich Gunzenhausen rühmen darf, daß hier schon die Römer siedelten; denn sie sicherten ihre Eroberungen nördlich der Donau u.a. durch ein Kleinkastell im Burgstallwald (nordöstlich der Altstadt). Wer sich über die Ortsgeschichte genauer informieren möchte, sollte das Stadtmuseum (Rathausstraße 12, geöff. di-so 10-12 & 13-17 h, Eintritt Euro 2,00) aufsuchen. Interessieren Sie sich darüber hinaus für die Vor- und Frühgeschichte, kann Ihnen die Stadt mit einem gleichnamigen Museum dienen (Brunnenstraße 1, geöff. di-so 10-12 & 13-17 h, Eintritt Euro 2,00), in dem vornehmlich die Ausgrabungsfunde von Heinrich Eidam, einem Ehrenbürger der Stadt, ausgestellt werden, die er über Jahrzehnte hinweg gesammelt hat - u.a. in seiner Eigenschaft als „Reichslimestreckenkommissar“ - was für ein Titel!

Fossilien- und Steindruck-Museum in Gunzenhausen, Altmühltal-RadwegSeit 2005 ist in Gunzenhausen auch das Fossilien- und Steindruck-Museum ansässig, was vor allem für interessierte Velo-Touristen von Vorteil ist, da es aus dem 'Museum auf dem Maxberg' hervorgegangen ist, das nicht umsonst so hieß; denn es lag ca. 150 m oberhalb des Altmühltals zwischen Solnhofen und Mörnsheim. Das Museum präsentiert u.a. Fossilien aus dem sog. oberen Weißen Jura, wobei die Funde aus dem Raum Solnhofen hervorzuheben sind, da die dort gefundenen Versteinerungen feinste Einzelheiten, selbst von Weichteilen, verschiedenster Lebewesen zeigen. Daneben beschäftigt sich das Museum mit der Lithographie, der Grundform des heutigen Offsetdrucks, die Alois Senefelder 1798 erfand und u.a. auf den Solnhofer Platten (s. Etappe 3 bei Solnhofen) basierte. Die Vorteile der neuen Drucktechnik waren beträchtlich; z.B. sanken die Kosten für das Drucken von Musiknoten um 30-50 %, selbst der Druck einfacher Illustrationen in Schulbüchern war nun möglich. Geöffnet April-Okt. 9-17 h, Eintritt Euro 3,50, Führungen ohne Voranmeldung di & fr 14-15 h, zzgl. Euro 1,00 - weitere Infos unter www.fossilien-und-steindruck-museum.de.

Wer sich bereits vorab über die Sehenswürdigkeiten der Stadt informieren möchte, folgt von der Startseite www.gunzenhausen.de aus den Links "Freizeit, Kultur & Bildung", „Historisches Gunzenhausen“ und schließlich „Stadtrundgang“. Ausdrucken müssen Sie sich die Infos aber nicht; denn bei der Touristik-Information erhalten Sie ein ebenso informatives Faltblatt. Und schließlich werden immer donnerstags um 10 h Stadtführungen angeboten - Treffpunkt „Haus des Gastes“, Dr.-Martin-Luther-Platz 4.

Gunzenhausen, Altmühl-Radweg Touristik-Information, Marktplatz 25, 91710 Gunzenhausen, Fon 09831 / 508300, Fax 09831 / 508179, E-Mail: touristik@gunzenhausen.de, Internet: www.gunzenhausen.de.

Gunzenhausen, Altmühl-Radweg  Fahrraddienstleister in Gunzenhausen

 

Nach einem Stadtbesuch und/oder Übernachtung geht es auf der Altmühl-Promenade bis zur Stadthalle, wo Sie rechts in die dortige Straße einbiegen, sogleich die Altmühl überqueren und nach einem Linksschwenk durch die Wiesen und Felder nach Aha radeln. Im Ort fahren Sie - mit Tick links - geradeaus, wenn die Straße nach rechts schwenkt, absolvieren bald einen Rechtsbogen und gelangen so zu einer Vorfahrtstraße. In diese biegen Sie links ein und zweigen nach nur 200 m halblinks ab, um den Ort auf einem asphaltierten Fahrweg zu verlassen.

Nach einem Rechtsbogen biegen Sie kurz vor dem Bahndamm links auf einen Fahrweg ab, der so ca. zur Hälfte asphaltiert ist, so daß Sie weiter bequem durch die Wiesen und Felder radeln können. Später endet das Asphaltband, und es wird auf der ganzen Breite des Weges guter Schotter geboten. Ab der nächsten Unterführung steht wieder Asphalt zur Verfügung, den Sie aber nicht allzu lang genießen können; denn der Altmühl-Radweg knickt mitten auf dem Feld scharflinks ab.

Ein zweistreifiger Schotterweg leitet quer durchs Tal, bis es an der nächsten Kreuzung auf Schotter rechts weiter geht, bevor sich nach einem Bach wieder Asphalt anschließt. Dieser leitet zur Landstraße, die Sie gerade queren, um mit einem sofortigen Rechtsbogen hinein nach Windsfeld zu fahren. Dem Verlauf der Dorfstraße folgen Sie, bis die Vorfahrt rechts abknickt und Sie geradeaus den Ort verlassen.

Ein asphaltierter Fahrweg leitet durch die Wiesen und Felder und versetzt nach einer Weile links/rechts, wobei die Räder nun ein längeres Stück auf Betonplatten rollen. Kurz vor Ehlheim schließt sich wieder Asphalt an, und Sie unterqueren bald direkt neben den Gleisen eine Landstraße. Kurz darauf schwenkt die Route nach links, und Sie radeln wenige hundert Meter auf Schotter, bevor Sie wieder auf Asphalt bis zu einer Vorfahrtstraße fahren, über die hinweg Sie wenige Meter nach rechts versetzen.

Ganz nahe dem Bahndamm rollen die Räder nun beständig auf Schotter bis auf die Höhe von Lengenfeld, wo Sie ca. 100 m nach links verschwenken, um sodann wieder auf Asphalt radeln zu dürfen. Mitten auf freiem Feld schließt sich geradezu erneut Schotter an, der zu einer Vorfahrtstraße nahe Bubenheim leitet, die Sie gerade queren, um nun wieder auf einem asphaltierten Fahrweg zu radeln.

Nach gut einem Kilometer wechselt der Belag zu Schotter, und mit einem Schlenker geht es über eine kleine Kuppe bald vorbei am Informationspunkt „Ökosystem Auwald“ über die Altmühl hinweg und somit zu einer kleinen Landstraße. Sie biegen rechts in diese ein, gelangen nach Graben und müssen sich entscheiden, ob Sie gleich weiter dem Altmühl-Radweg folgen wollen, dann geht es bei der Kirche zweimal kurz nacheinander rechts, oder ob Sie sich erst über die Fossa Carolina informieren möchten, dann geht es geradeaus weiter.

 

Info - Fossa Carolina

Fossa Carolina in Graben, Altmühltal-RadwegEs bedurfte mehrerer Anläufe, bis eine durchgängig schiffbare Verbindung zwischen Main und Donau und damit über die europäische Hauptwasserscheide hinweg geschaffen wurde. Die Fossa Carolina (Karlsgraben) stellt den ersten Versuch dar. Karl der Große ließ bei Graben (welch sinniger Ortsname) im Jahre 793 einen rund 3.000 m langen Kanal ausheben, von dem noch heute eine ca. 500 m lange Wasserfläche und daran anschließende Erdwälle zeugen. Der Ort war gut gewählt; denn hier nähern sich die Flußsysteme von Rhein und Donau auf wenige Kilometer an und sind nur durch eine leichte Anhöhe getrennt. Allerdings stieß man bei den Bauarbeiten auf unerwartete Schwierigkeiten, wie ein Chronist festhielt: „Wegen des anhaltenden Regens sowie durch die sumpfige Bodenbeschaffenheit konnte das Werk keinen Bestand haben. Was die Werkleute bei Tag aushoben, rutschte bei Nacht wieder an seinen Platz zurück.“

Bis vor kurzem nahm man an, daß der Kanal wegen dieser Schwierigkeiten nie in Betrieb genommen wurde. Neueste archäologische Forschungen gehen aber davon aus (wie uns Herr Ulf Koppitz freundlicherweise mitteilte), daß der Kanal doch eine Zeitlang genutzt wurde, wobei mangels der noch nicht bekannten Schleusentechnik die Boote zwischen den Wasserbecken mittels Rutschen befördert werden mußten. Das klingt aufwändig, muß aber vor dem Hintergrund gesehen werden, daß ein Warentransport über Land wegen fehlender Straßen noch mühseliger war.

Dennoch wurde die Fossa Carolina später aufgegeben, da das unter Karl den Großen entstandene, halb Europa umfassende Reich zunächst unter seinen Nachfolgern aufgeteilt wurde und schließlich in kleine und kleinste Staaten zerfiel. Damit fehlte für eine übergreifende „Verkehrsplanung“ die nötige politische Instanz und Durchsetzungsfähigkeit. Mehr erfahren Sie in der Karlsgrabenausstellung in der Hüttinger-Scheune in Graben - geöff. tägl. auß. di von 13-17 h.

 

 

Graben verlassen Sie auf der bald nur noch einspurig asphaltierten Straße nach Süden und zweigen noch vor der Eisenbahn halbrechts auf einen Schotterweg ab, der zur Altmühl leitet. Dort geht es links unter der Eisenbahn und einer Landstraße her, dann mit 270°-Bogen hinauf zur Landstraße, über die Altmühl hinweg und sofort danach links auf einen schmalen Schotterweg.

Bald weitet sich der Schotterweg etwas, und mit ein paar Schlenkern geht es durch die Wiesen, bis die Route mittels einer schmalen Holzbrücke über die Altmühl führt und zu einer kleinen Straße leitet. Daß unmittelbar zuvor links abgezweigt werden muß, verdeutlich ein bundesstraßentaugliches Schild, und man ist geneigt, sich zu fragen, was sich die Schilderaufsteller eigentlich manchmal so denken (oder eben gerade nicht denken): Dort wo es - z.B. wegen des fließenden Verkehrs - wichtig wäre, einen auch auf gewisse Entfernung gut sichtbaren Hinweis zu haben, hängen winzige, kaum lesbare Schilder, und da, wo es nun wirklich kein Problem wäre, weil man sich in einer Grünanlage befindet, riesige Hinweise, die auch bei 50 km/h noch spielend erkennbar wären.

In die Straße biegen Sie rechts ein und stoßen Ihrem Verlauf folgend bei der Altmühltherme auf eine Vorfahrtstraße. Diese leitet rechts über die Altmühl, und Sie zweigen bei der nächsten Möglichkeit - gut an der Dampflokomotive zu erkennen - links ab, um zum Schloß von Treuchtlingen zu gelangen.

 

Stadtinfo

Stadtschloß in Treuchtlingen, Altmühltal-RadwegTreuchtlingen, 411 m ü.N.N., 13.200 Einw., ist der richtige Ort, wenn Sie sich über den Naturpark Altmühltal informieren möchten, denn er beherbergt im Stadtschloß eines der beiden Informationszentren zum Naturpark Altmühltal (das andere befindet sich in Eichstätt). Die Dauerausstellung erläutert auf einer Fläche von 400 m² neben der Geologie (Fossiliensammlung) die Siedlungs- und Entstehungsgeschichte der Kulturlandschaft im Naturpark - geöff. Mai-Sept. mo-fr 9-18 h, sa 9-12 & 14-17 h, so 10-12 h, übrige Zeit mo-fr 9-12 h & mo-mi 13-16 h sowie do 13-18 h, Eintritt frei.

Johann Caspar Aurnhammer, Treuchtlingen, Altmühltal-RadwegIm Stadtschloß ist außerdem die Aurnhammer-Sammlung mit dem Posamentenmuseum untergebracht, und das hat folgenden Grund: 1798 ersteigerte Johann Caspar Aurnhammer das Schloß, obwohl der Südflügel bereits abgetragen worden war und weitere Teile des Schlosses dem Einsturz nahe oder sogar bereits eingestürzt waren. Doch das scherte ihn nicht; denn er war entschlossen, die noch stehenden, historischen Teile restaurieren zu lassen, um sie den kommenden Generationen zu erhalten und Erweiterungsmöglichkeiten für sein 1774 gegründetes Leonisches Posamentenunternehmen zu schaffen. Leonische Posamenten? Kennen Sie nicht? Nun, Posamenten sind textile Besatzartikel wie Borten, Schnüre, Quasten, übersponnene Knöpfe usw. Und leonisch bedeutet 'aus oder mit Hilfe von Metallfäden oder Metallgespinsten gefertigt'. Die Sammlung ist mo-fr 9-12 h geöffnet.

Sollte Ihr Wissensdurst noch nicht gestillt sein, bietet sich ein Besuch des Volkskundemuseums an, welches sich u.a. in einer Ausstellung mit der Möbelgeschichte vom 17. bis zum 20. Jh. beschäftigt. Dabei werden anhand typischer Möbel und nachgestellter Wohnräume die Lebens- und Wohnverhältnisse der Region gezeigt und z.B. erläutert, wie Möbel ohne Schrauben und Nägel dauerhaft zusammenhalten - Führungen Juni bis September, mo-mi 11 h, do 19 h, Eintritt Euro 2,50.

Altmühltherme in Treuchtlingen, Altmühltal-RadwegWenn Ihnen allerdings der Sinn weniger nach geistiger Ertüchtigung, sondern mehr nach körperlicher Entspannung steht, kann Ihnen Treuchtlingen auch weiter helfen, da es mit der Altmühltherme über eine 3.000 m² große Wasserlandschaft verfügt. Besonders günstig dürfte sich auf die körperliche Verfassung die (laut Prospekt) „ursprüngliche Reinheit und die verjüngende Allgemeinwirkung“ des Thermalwassers aus der Burgstallquelle auswirken, wobei ausdrücklich auf das Prädikat „juveniles Wasser“ hingewiesen wird. Na, wenn da mal nicht den Marketingleuten die Pferde durchgegangen sind; denn juvenil bedeutet zwar 'jugendlich', meint in der Geologie aber 'dem Erdinnern entstammend'.

Altmühltherme in Treuchtlingen, Altmühltal-RadwegDoch wollen wir nicht kleinkrämerisch sein, sondern uns lieber am umfangreichen Angebot erfreuen: Thermalbadelandschaft, in deren Becken 30-37° warmes Wasser sprudelt und massiert, mit Wasserfällen im Außenbereich; Erlebnis- und Spaßbereich mit Meeresbrandung, Röhrenrutschen und Wasserspielgarten für die Kleinsten; Fitneß-Freibad u.a. mit 50-m-Becken für die sportlicheren Gäste und schließlich für den Fall, daß Sie in der kühleren Jahreszeit unterwegs sein sollten, auch noch eine Sauna-Landschaft u.a. mit finnischen Saunen, römischem Sanarium (kühler, aber feuchter als die finnische Sauna), Dampfbad und Solarien - Öffnungszeiten und Eintrittspreise finden Sie unter www.altmuehltherme.de.

Treuchtlingen, Altmühl-Radweg Kur- und Touristinformation, Heinrich-Aurnhammer-Str. 3, 91757 Treuchtlingen, Fon 09142 / 202180, Fax 09142 / 2021818, E-Mail: info@touristinfo-treuchtlingen.de, Internet: www.treuchtlingen.de.

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Altmühltal-Radweg (2)

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