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Radweg Berlin - Usedom (3)

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Etappe 3: Wolletz - (Blumberger Mühle - Angermünde) - Görlsdorf - Peetzig - Steinhöfel - Stegelitz - Warnitz - Quast - Seehausen - Potzlow - Strehlow - Zollchow - Röpersdorf - Prenzlau - Ellingen - Schönwerder (55 km)

 

Sofern Sie im Besitz der CD "TOP 200" sind, können Sie sich die unten abgebildete Etappe mit eingezeichneter Streckenführung hier als Overlay-Datei herunterladen (ca. 6 KB).
Informationen zur CD "TOP 200"

Radweg Berlin - Usedom: Etappe 3 von Wolletz über Blumberger Mühle, Angermünde, Görlsdorf, Warnitz und Prenzlau nach Schönwerder

Quelle: ATKIS® DTK200-V, © Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2004

 

Vorab: Wenn Sie etwas Abwechslung zu all der schönen Landschaft brauchen, dann sollten Sie auf den Abstecher nach Angermünde keinesfalls verzichten. Im Übrigen ist es bis Warnitz am Oberückersee noch ziemlich hügelig, danach sind aber nur noch harmlose Wellen zu absolvieren. Bis Steinhöfel steht erneut ein sehr guter Rollbelag zur Verfügung, dort ist jedoch das Ende der Ausbaustufe erreicht, und die Räder rollen bis Stegelitz auf einem recht holperigen Weg, der nach längeren Regenfällen auch arg matschig sein kann. Bereits vor Warnitz werden dann wieder gute Beläge geboten, so daß Sie die dortige Achterbahn leicht meistern können.

Die Etappe beginnt in Wolletz am Abzweig und folgt dem Betonsteinpflaster nach Osten. Bald hoppeln die Räder ein kurzes Stück über Betonplatten, bevor sich geradezu glatter Asphalt auf einem Geh- und Radweg anschließt, während die Betonplattenstraße nach rechts schwenkt. So geht es eine Weile durch den Wald, bevor Betonsteinpflaster den Rollgrund bildet, nun zweistreifig mit Lochmuster in der Mitte verlegt – was der Mensch sich so alles ausdenkt.

Nachdem Sie ein einsam gelegenes Gehöft passiert haben, erreichen Sie diverse Teiche und müssen sich an einem Abzweig entscheiden, ob Sie einen Abstecher zum Naturschutzzentrum Blumberger Mühle und nach Angermünde machen wollen:

Exkurs (hin und zurück insgesamt 16 km)

Wenn Sie sich für den Abstecher entscheiden, halten Sie sich geradeaus. Das Betonsteinpflaster geht bald in Schotter über, der zwar ein paar Schlaglöcher aufweist, ansonsten aber gut beradelbar ist. Nach einem weiteren Betonsteinpflasterstück gelangen Sie auf Asphalt und erreichen kurz darauf das

 

Info

Blumberger Mühle, Radweg Berlin - UsedomInformationszentrum Blumberger Mühle des Naturschutzbunds Deutschland (NABU), wobei das Gebäude nichts mit einer Mühle zu tun hat, sondern einen hohlen Baumstumpf nachahmt – als Sinnbild für die Kreisläufe der Natur; denn 'in der Natur hat nicht nur das Werden und Sein einen Wert, sondern auch das Vergehen als Basis neuen Lebens'. Im Innern informiert der NABU über das Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin, durch das Sie schon seit dem Oder-Havel-Kanal und noch bis zum Oberückersee radeln.

Den Namen 'Blumberger Mühle' verdankt das Zentrum dem Umstand, daß bereits im 13. Jh. Mönche hier eine Mühle betrieben haben sollen, die ab 1707 von einem Müller namens Blumberg betrieben wurde. Ende des 19. Jh. begann man mit der Zucht von Karpfen und Schleien, die nach dem Zweiten Weltkrieg intensiviert wurde, bis man schließlich bei 21 Teichen mit einer Fläche von insgesamt 140 ha angekommen war. Blumberger Mühle, Radweg Berlin - UsedomDamit der Bürger nicht störte, war das Gebiet bis 1989 als Betriebsgelände und Staatsjagdgebiet(!) gesperrt - haben die wirklich keine anderen Sorgen gehabt? Ach, was soll's, Schnee von gestern. Heutzutage gehört das Gebiet jedenfalls komplett dem NABU, der die Teiche weiter für die Fischzucht nutzt, aber naturverträglich, um die Artenvielfalt der Wasservögel und der Pflanzen zu erhalten. Ziel ist die Entwicklung eines wirtschaftlich tragfähigen Modellbetriebs für ein harmonisches Miteinander von Mensch und Natur - klingt doch ganz gut, oder?

Blumberger Mühle, Radweg Berlin - Usedom NABU-Informationszentrum Blumberger Mühle, 16278 Angermünde, Fon 03331 / 26040, E-Mail blumberger-muehle@nabu.de, Internet www.blumberger-muehle.de.

 

Wer weiter nach Angermünde möchte, kreuzt kurz nach dem Informationszentrum eine Eisenbahnlinie, unterquert nach wenigen Metern eine weitere und folgt einfach der kleinen, zunächst gepflasterten Straße, die aber an den Rändern glatte Betonpflasterstreifen bietet, bis zur Einmündung in eine schwach befahrene Landstraße, die nach Kerkow leitet. Im Ort biegen Sie – mit Radhinweis nach Angermünde – links in die B 198 ab, verlassen Sie aber nach wenigen Metern – noch vor der Kirche linker Hand – nach rechts, um sodann mit einem Links-/Rechtsschwenk auf die Dorfstraße zu gelangen.

Einfach der Straße durch den sich lang hinziehenden Ort folgend schwenken Sie noch vor den letzten Häusern nach halbrechts und erreichen bald darauf die Einmündung in eine Landstraße. Dieser folgen Sie rechts, queren alsbald eine Bahntrasse und zweigen wenige hundert Meter weiter gemäß Radhinweis links ab, um einem einspurig glatt asphaltierten Fahrweg zu folgen. Er leitet bald mit vielen Kurven nahe an das Ufer des Mündesees und vorbei an Kleingärten auf die Promenade von Angermünde, wo Sie die Ergebnisse einiger Hartgesteinsymposien (s.u.) bewundern können. Wenn die Promenade links abknickt, halten Sie sich geradeaus und radeln auf Kleinsteinpflaster in die Stadt, wo Sie wenige Meter links/rechts versetzen, um der "Berliner Straße" zu folgen, bis links die "Rosenstraße" zur Tourist-Information und zum "Markt" leitet.

 

Stadtinfo

Tourist-Information in Angermünde, Radweg Berlin - UsedomIn Angermünde, 57 m ü.N.N., 9.500 Einw., machte man sich alsbald nach der Wende daran, die Altstadt zu sanieren, die im Zweiten Weltkrieg nahezu unversehrt blieb, und es verwundert einen nicht, wenn man heute durch die Gassen schlendert, daß die Stadt dafür bereits mehrmals – national und international – ausgezeichnet wurde. Da liegt es nahe, dem Velociped mal eine Pause zu gönnen und einen Spaziergang bei der Tourist-Information zu beginnen, die in der nebenstehenden einstigen Ratswaage, späteren Garnisions- und noch späteren Feuerwache zu finden ist und in der Sie informative Prospekte für einen Altstadtrundgang erhalten.

Rathaus in Angermünde, Radweg Berlin - UsedomUnweit nordöstlich steht auf dem Markt das Rathaus, das mehrfach um- und ausgebaut wurde und das nicht nur der Stadtverwaltung und den Stadtverordneten als Sitz dient, sondern auch für Ausstellungen und Lesungen genutzt wird (Foto: Doris Antony). Den Platz vor dem Rathaus 'ziert' außer dem Brunnen, der mit verschiedenen Motiven das Leben in der Kleinstadt zeigt, auch ein Prangeresel. Während andernorts Bestrafte öffentlich vorgeführt wurden, indem man sie an einen speziellen Pfahl fesselte oder auf einem Balkon (z.B. des Rathauses) dem Spott und zum Bewerfen mit faulem Obst und Gemüse preis gab, zwang man sie in Angermünde, auf einem Esel Platz zu nehmen, dessen Rücken spitz zu lief und der so hoch war, daß man mit den Beinen den Boden nicht berühren konnte, weshalb das Sitzen zur Qual wurde. Das heutige Exemplar ist aber harmlos – 'der will doch nur spielen'.

Apropos Bestrafung: Nur ein paar Schritte weiter gen Nordosten steht das einstige Gericht (heute Polizeiwache), und dankenswerterweise weiß man in Angermünde zu berichten, daß in dem seinerzeit zugehörigen Untersuchungsgefängnis mal ein gewisser 'Friedrich Wilhelm Voigt' festgehalten wurde. Dieser hatte nämlich unter dem Namen 'August von Zander' (so mit von und zu, das macht einfach mehr her) Geld­anweisungen postlagernd in mehrere Städte geschickt – herrjemine, Geldanweisung, postlagernd, die Jugend von heute versteht wahrscheinlich nur noch Bahnhof (tja, Pech gehabt, zu spät geboren, würde ich sagen). Sodann suchte er die dortigen Postämter auf, ließ sich die Anweisungen aushändigen, fälschte (sprich: erhöhte) den Auszahlungsbetrag und lebte – vermutlich – in Saus und Braus. Das hätte ewig so weitergehen können, doch verwendete er in Angermünde eine andere Tinte als schon auf der Anweisung war, was der Postbeamte bemerkte und zur Verhaftung führte. Ach so, hätte ich jetzt fast vergessen: 'Friedrich Wilhelm Voigt' dürfte den meisten besser unter dem Titel 'Hauptmann von Köpenick' bekannt sein.

Marienkirche in Angermünde, Radweg Berlin - UsedomWährend es die einen nun zur Marienkirche ziehen wird (vor dem ehemaligen Gericht links, sodann rechts/links versetzen und weiter durch die Kirchgasse), deren immerhin 53 m hohen und recht wehrhaften Turm Sie schon bei der Fahrt in die Stadt bemerkt haben dürften, um dem im 13. Jh. zunächst aus Feldsteinen errichteten, im 15. Jh. mit Backsteinen um- und ausgebauten Gotteshaus den Respekt zu zollen, werden andere lieber an der frischen Luft bleiben und rechts vom Gericht der sich anschließenden Wasserstraße sowie mit kleinem Versatz der Straße namens Seetor zur Promenade am Mündesee folgen, um sich nun näher im Grunde auch mit Feldsteinen, aber 'etwas' größeren zu beschäftigen.

Ehrlich gesagt sind die meisten sogar erheblich größer; denn gemeint sind Findlinge. Und wie kommen die an die Promenade? Nun, ganz einfach: Der Bildhauer Joachim Karbe und die Stadt Angermünde laden seit 1991 (2008 zum achten Mal) Künstler aus ganz Europa ein, An der Mündesee-Promenade von Angermünde, Radweg Berlin - Usedomum im 'steinreichen' Norden einer Hinterlassenschaft der Eis- zeit die Ehre zu erweisen. Und wie heißt es so schön auf der Website der Stadt: „Jeder der tonnenschweren Steine hat eine eigene Form und Farbe, eine vom Transport im Eis gezeichnete und über die Zeit verwitterte 'Haut'. Findlinge sind 'Wanderer' durch Zeit und Raum. Sie haben eine eigene Geschichte.“ Und wenn es Ihnen nicht genügt, die fertigen Werke an der Promenade zu sehen, sondern sie bei der Entstehung dabei sein möchten, dann schauen Sie doch mal in der Zeit vom 29. August bis zum 3. Oktober 2008 beim Internationalen Hartgesteinsymposium vorbei.

Damit ist das Angebot an Sehenswürdigkeiten noch lange nicht erschöpft; Anregungen und Hinweise zu weiteren Baudenkmalen wie z.B. Resten der Stadtmauer, dem Pulverturm, der einstigen Klosterkirche und verschiedenen Wohn- und Geschäftshäusern finden Sie in den Prospekten 'Altstadtrundgang' und 'Historische Altstadt' sowie auf der Website der Stadt und ferner unter www.historischerstadtkern.de. Aber vielleicht möchten Sie sich auch lieber der Literatur zuwenden und das Ehm-Welk- und Heimatmuseum in der Puschkinallee, südwestlich der Altstadt, besuchen oder - nur ein paar Meter weiter - beim einzigen Tierpark der Uckermark vorbeischauen - langweilig muß es Ihnen in Angermünde jedenfalls nicht werden.

Angermünde, Radweg Berlin - Usedom Touristinformation, Brüderstraße 20, 16278 Angermünde, Fon 03331 / 297660, Fax 03331 / 297661, E-Mail info@angermuende-tourismus.de, Internet www.angermuende-tourismus.de.

 

Ende des Exkurses.

Nach dem Abstecher geht es zurück zum Abzweig bei den Blumberger Teichen und dort schnurstracks auf Betonsteinpflaster (mit Lochstreifen in der Mitte) nach Norden. Damit verläuft die Route zwischen den Teichen, und mit ein bißchen Glück bekommen Sie zahlreiche Wasservögel zu Gesicht, denen es hier aus nachvollziehbaren Gründen gut gefällt. Nachdem Sie ein kurzes Stück auf nagelneuer Asphaltbahn durch den Wald geradelt sind, gelangen Sie dicht an die Bahn und zu einer Kreuzung mit einer Landstraße. Hier bietet sich ein Abstecher nach

 

Ortsinfo

Görlsdorf, 44 m ü.N.N., 180 Einw., an, welches einst der Familie von Redern gehörte, die hier ganz standesgemäß ein repräsentatives Schloß ihr eigen nannte, das unter Graf Friedrich Wilhelm von Redern (1802-83), der es immerhin bis zum Generalintendanten der Königlichen Schauspiele gebracht hatte, nach Entwürfen des Baumeisters Eduard Knoblauch 1843-45 erbaut wurde. Zu sehen sind von diesem Schloß heute allerdings nur noch die Fundamente, da es im Zweiten Weltkrieg einem Stab der Wehrmacht als Sitz diente, unter dessen Regie es 1945 durch Brand zerstört wurde.

Schloßkirche in Görlsdorf, Radweg Berlin - UsedomErhalten blieb aber die Schloßkirche - ursprünglich von 1720, mehrfach umgebaut und 2002 saniert (Foto: Doris Antony) - und der Park, den Peter Joseph Lenné 1826-30 gestaltete. Der Park liegt nordöstlich von Görlsdorf; wer ihn aufsuchen will, folgt einfach dem Verlauf der Dorfstraße. Wenn Sie auf dem Weg dorthin nach der Kirche ein wenig abwärts gerollt sind, finden Sie rechter Hand die Ruinen des Schlosses und auch einen Lageplan. Falls Sie in Begleitung junger Mädchen reisen, dürfte aber die Bereitschaft für einen Spaziergang durch den Landschaftspark recht gering sein, zumindest wenn Sie den Mädchen nicht vorenthalten, daß Görlsdorf inzwischen wesentlich bekannter für das Gestüt ist. (Um dorthin zu gelangen, bietet es sich an, hinter der Kirche rechts dem Hinweis zum Welseabsturz und damit einem beradelbaren Wanderweg zu folgen, der bis zu einem Wasserwerk und vor allem zur herrschaftlichen Zufahrt des Gestüts leitet.)

Gestüt Görlsdorf, Radweg Berlin - UsedomDas Gestüt wurde 1883 von Graf Wilhelm Heinrich von Redern gegründet und ist die zweitälteste Zuchtstätte für Vollblüter in Deutschland. Immerhin 124 ha stehen dem Gestüt südöstlich des Orts zur Verfügung, so daß den künftigen Rennpferden genügend Auslauf geboten werden kann. Abgesehen von einer kurzen Pause unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs konnte die Zucht beständig aufrecht erhalten werden, weshalb 2008 das 125jährige Bestehen gefeiert werden darf. Weitere Infos unter: www.goerlsdorf.com. (Um wieder zum Radweg Berlin - Usedom zu gelangen, können Sie vorbei am Wasserwerk dem Fahrweg bis zur Landstraße folgen und auf dieser rechts zurück zum Bahnübergang radeln.)

Görlsdorf, Radweg Berlin - UsedomGörlsdorf ist ein Ortsteil von Angermünde; Infos erhalten Sie also über die dortige Tourist-Information.

 

Der Radweg Berlin – Usedom setzt sich westlich von Görlsdorf fort und führt auf einer herrlich glatten Asphaltbahn durch den Wald nach Peetzig, wobei wieder einige beachtliche Wellen zu meistern sind. Vorbei am Großen Peetzigsee radeln Sie ein wenig aufwärts, schlagen dabei einen weiten Bogen und stoßen derart auf eine Straße, mittels der Sie ein paar hundert Meter links/rechts versetzen, um sodann auf einer einspurig asphaltierten 'Achterbahn' nach Steinhöfel zu fahren.

Dort folgt die Etappe der betonsteingepflasterten Dorfstraße, und Sie zweigen erst kurz vor dem Ortsende in einer Linkskurve geradeaus – Tick rechts – ab, um noch wenige Meter auf einem zweistreifigen Betonplattenweg zu radeln. Sodann heißt es: Ende der Ausbaustufe, und es folgt ein etwas lästiges Stück. Erst ist der Weg noch halbwegs passabel geschottert, wird dann aber schlechter, ist später in der Mitte grasdurchwachsen, im Bereich der Autobahnüberquerung grob gepflastert und weist teilweise beachtliche Schlaglöcher auf. Und sollte es gerade regnen bzw. vorher stärker geregnet haben, dürfen Sie sich auch noch mit großen Pfützen und arg matschigen Passagen herumschlagen.

Nun denn, in Stegelitz ist das überwunden, und die Räder rollen erst auf Betonsteinpflaster, dann Asphalt abwärts bis zur Einmündung in eine Vorfahrtstraße. Sie zweigen links ab und radeln auf der betonsteingepflasterten Straße hügelan zur Landstraße, biegen in diese rechts ein und folgen dem zweispurigen Asphalt bald ein wenig abwärts bis zum Ortsende und einem sanften Rechtsschwenk der Straße.

Dort signalisiert ein eigenwilliger und großer Radhinweis, daß der Radweg Berlin – Usedom nun auf einem sandigen Waldweg weiter führt. Dem folgend queren Sie nach einer Weile eine Landstraße geradeaus, finden jenseits einen Geh- und Radweg und folgen diesem mit Rechtsbogen Richtung Warnitz. Kurz rollen die Räder auf Asphalt abwärts, dann schließt sich Schotter – teils geringer Qualität – an, und so hoppeln Sie bald hügelan zur Nebenstraße, die links nach Warnitz leitet. (Wenn Ihnen das nicht gefallen sollte, können Sie am Ortsende von Stegelitz auch einfach weiter der schön glatt asphaltierten Landstraße folgen. Es geht eine Weile abwärts und schließlich kurz hügelan zu einer Landstraße, mittels der Sie wenige Meter links/rechts versetzen.)

Erst ist die Strecke noch gut einspurig asphaltiert, dann schließen sich für 2½ km zweistreifig verlegte Betonplatten an, die ziemlich glatt sind und passables Radeln bis nach Warnitz gestatten, wobei noch ein paar Wellen zu nehmen sind, aber auch schöne Ausblicke geboten werden.

 

Ortsinfo

Warnitz, 30 m ü.N.N., bildet mit Potzlow, Seehausen und Blankenburg die Gemeinde Oberuckersee und hat zusammen mit diesen 1.900 Einw. Gemeinde Oberuckersee? Nicht Oberückersee? Ja, schon richtig; denn die Ucker bzw. Uecker(!) ist zwar ein kleiner, nur gut 100 km langer Fluß, hat aber trotzdem zwei Namen. In Brandenburg spricht man von der Ucker, in Mecklenburg-Vorpommern von der Uecker bzw. Ücker. Ich weiß, in der Kartengrundlage steht Oberückersee, aber das wird sich bei der Neuauflage wohl ändern, da die Kartografen die Eigenwilligkeit der Brandenburger hinzunehmen bereit sind - heißt schließlich auch Uckermark!

Warnitz am Oberuckersee, Radweg Berlin - UsedomDen Namen verdankt die Ucker den Ukranen, einem slawischen Stamm, der sich ab dem 7. Jh. hier niedergelassen hat. Neben Siedlungen errichteten sie Schutzburgen, eine solche befand sich auf der Insel im Oberuckersee, die daher auch Burgwallinsel genannt wird. So weit, so gewöhnlich, aber die Slawen sollen die Insel auch mit dem 'Festland' verbunden haben, und zwar mit dem westlich gelegenen Fergitz und der nördlich gelegenen Halbinsel südlich von Seehausen. Dafür mußte eine zusammengenommen fast 3 km lange Brücke gebaut werden, ein enormer Aufwand, der sich aber offenbar rechtfertigte. Weitere Infos gibt es beim Tourismusverein, der im Bahnhofsgebäude von Warnitz untergebracht ist, das Sie nicht verfehlen können, da es direkt am Radweg Berlin - Usedom liegt.

Warnitz, Radweg Berlin - Usedom Tourismusverein Uckerseen, Lindenallee 27, 17291 Oberuckersee, Fon 039863 / 78122, Fax 039863 / 78318, E-Mail ferienregionuckerseen@yahoo.de, Internet www.ferienregionuckerseen.de.

 

Warnitz am Oberuckersee, Radweg Berlin - UsedomNachdem Sie den Bahnhof passiert haben, setzen Sie am Bahnübergang die Fahrt geradeaus auf Asphalt fort. Der ist etwas älteren Datums, später aber erneuert und schön glatt, so daß es zügig weiter geht nach Quast. Dort wechselt die Route auf die östliche Seite der Bahn und schlägt noch einige Bögen, bevor sie in die 1½spurige Straße mündet, die links – bald erneut die Schienen querend – nach Seehausen leitet.

Einfach dem Verlauf der Vorfahrtstraße folgend geht es am Ortsende rechts und nach der Überquerung der Ucker auf einem neuen asphaltierten Radweg über einen Hügel hinweg nach Potzlow. Dort zweigen Sie mit Radhinweis rechts in den "Mittelweg" ab, passieren bald die Kirche und gelangen nach einem Linksbogen an eine Vorfahrtstraße, die rechts nach Strehlow führt. An dessen nördlichem Ortsende beginnt linker Hand der Landstraße ein glatt asphaltierter Geh- und Radweg, der bis zu einem Abzweig rechts nach Zollchow reicht.

Im Ort halten Sie sich geradeaus und folgen hernach einer einspurig glatt asphaltierten Fahrradstraße durch die Wiesen nach Röpersdorf. Dort kommen Sie zurück zur Landstraße und radeln durch den Ort, um beim letzten Haus rechts/links zu versetzen. Nun rollen die Reifen wieder auf Asphalt, und Sie werden dicht an den Schilfgürtel des Unteruckersees herangeführt. Da der Weg von Pappeln gesäumt wird, ist er mehrfach von deren Wurzeln aufgeworfen; reduzieren Sie also das Tempo und genießen Sie die schöne Gegend.

Fahrradhinweis in Prenzlau, Radweg Berlin - UsedomNachdem Sie das Segelzentrum von Prenzlau passiert haben, folgen Sie erst rechts dem Geh- und Radweg, dann der „Badestraße“ und schließlich der „Uckerpromenade“ bis zu einem Abzweig links – gut an dem dort stehenden 'Fahrradhinweis' erkennbar. Wenn Sie entsprechend links abbiegen, stoßen Sie nach wenigen Metern auf die B 108 („Neustadt“). Der Radweg Berlin – Usedom führt dort sogleich links weiter; wenn Sie aber zuvor der Innenstadt einen Besuch abstatten wollen, fahren Sie rechts.

 

Stadtinfo

Marienkirche in Prenzlau, Radweg Berlin - UsedomIn Prenzlau, 30 m ü.N.N., 21.000 Einw., sind noch heute die Wunden zu sehen, die der Zweite Weltkrieg hinterließ; z.B. bei der Fahrradfahrt hinauf in die Stadtmitte, wenn Sie den mächtigen Mitteltorturm passiert haben (der übrigens als Vorbild für die Türme der Oberbaumbrücke in Berlin diente – nur für den Fall, daß Ihnen der Turm irgendwie bekannt vorkommt) und danach an der Ruine der Heiliggeistkapelle (links) und Plattenbauten (rechts) vorbei radeln. Zwar überstand Prenzlau den Krieg zunächst fast unbeschadet, aber in den letzten Tagen wurden dann doch noch 85 % der Bausubstanz zerstört. Offenbar versteht man dies in Prenzlau aber eher als Ansporn, Baudenkmäler zu erhalten und begann bereits 1970 mit dem Wiederaufbau des nebenstehenden Wahrzeichens der Stadt, der Marienkirche.

Wenn der Anstieg des „Marktbergs” (die Straße heißt tatsächlich so) bewältigt ist, können Sie an einer beampelten Kreuzung links in die Stadtmitte abbiegen, wo Sie in der „Friedrichstraße” sogleich die Tourist-Information finden. Dort ist der Prospekt 'Historischer Stadtrundgang' erhältlich, dem Sie entnehmen können, welche Baudenkmäler erhalten geblieben sind. Dominikanerkloster in Prenzlau, Radweg Berlin - UsedomDazu gehört auch das Dominikanerkloster (südlich der Stadtmitte, direkt an der Stadtmauer), welches an eine besonders erfolgreiche Zeit der Stadt erinnert, als nämlich vom 13. bis zum 16. Jh. noch zwei weitere Klöster in Prenzlau beheimatet waren, Handel und Wandel aufblühten und man sich neben diversen Sakralbauten auch noch eine aufwändige Stadtbefestigung leisten konnte. Diese verhinderte allerdings nicht, daß Prenzlau im Dreißigjährigen Krieg weitgehend zerstört wurde und es erst Ende des 17. Jh. zu einem Neuanfang kam, nachdem Hugenotten angesiedelt wurden, die mit neuen Produkten und Produktionsmethoden die Wirtschaft ankurbelten.

Heute dient das Dominikanerkloster gleich mehreren Zwecken, nämlich als Stadtbibliothek, Stadtarchiv, Kulturhistorisches Museum und – das dürfte vor allem von Interesse sein, wenn Sie über Nacht bleiben – unter dem Namen KulturArche als Veranstaltungszentrum, weitere Infos (u.a. den Veranstaltungskalender) finden Sie unter http://dominikanerkloster.prenzlau.info.

Im Westen soll es ja immer noch Leute geben, die glauben, daß die im Osten hinterm Mond leben. Nun, die sollten vielleicht mal die Ökostation Prenzlau besuchen (gut 2 km südöstlich der Innenstadt am Scharfrichtersee!). Dort widmet man sich vor allem der Umwelt- und Jugendbildung sowie dem Natur- und Landschaftsschutz, der Erhaltung alter Haustierrassen, dem ökologischen Bauen usw. usf. Mir geht es vor allem ums Bauen, genauer ums Strohballenhaus.

Ökostation Prenzlau, Radweg Berlin - UsedomEine bestimmte Industrie freut sich darüber, daß die Energiekosten steigen, gestattet dies doch die Hoffnung, daß in der Folge auch der Absatz von Wärmedämmstoffen steigt, egal wie hoch der Energieverbrauch und die Umweltbelastung bei Gewinnung, Herstellung und Verarbeitung auch sein mögen, egal welche Probleme während der Nutzung und bei der Entsorgung auftreten werden. Stroh stellt da eine hervorragende Alternative dar, vorausgesetzt man weiß, wie es geht. Und dafür sorgte beim Bau von zwei Häusern für die Ökostation u.a. eine Firma namens 'Stroh Unlimited', wo man freimütig bekennt: „Wir haben nur Stroh im Kopf”. Na, neugierig geworden? Mehr erfahren Sie unter www.oekostationprenzlau.de.

Prenzlau, Radweg Berlin - Usedom Stadtinformation, Friedrichstraße 2, 17291 Prenzlau, Fon 03984 / 833952, Fax 03984 / 833954, E-Mail stadtinfo@prenzlau.de, Internet www.prenzlau.info.

 

Nach dem Besuch der Innenstadt geht es zurück zur B 108 und Richtung Westen stadtauswärts, bis ein Radhinweis rechts in die Straße namens „Binnenmühle“ lenkt. Nach einem Rechtsbogen schließt sich die Straße mit dem schönen Namen „An der Schnelle“ an, die schnurstracks zur B 198 leitet, in die Sie links einbiegen. Zunächst folgen Sie dem rechten betonsteingepflasterten Geh- und Radweg, wechseln später aber, da dieser endet, auf den linken.

Nach einem Bahnübergang ist der Weg glatt asphaltiert und führt nach einem Bach sanft hügelan. Derart gelangen Sie mit einem weiten Bogen an die Nebenstraße nach Klinkow, biegen rechts in diese ein und überqueren sodann die B 198, um jenseits der ausgewiesenen Fahrradstraße zu folgen. Die vorzügliche Asphaltbahn leitet nach Ellingen, der Ort bleibt aber linker Hand liegen. Danach folgt der nächste schöne Abschnitt auf einer wieder glatt asphaltierten Fahrradstraße, die mitten auf freiem Feld links abknickt und nach Schönwerder leitet, wo Sie rechts in die Landstraße einbiegen und diese Etappe wegen des Kartenblattschnitts endet.

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Radweg Berlin - Usedom (3)

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