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Radweg Berlin - Usedom (6)
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Übersicht
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Etappe 6: Ahlbeck - Heringsdorf - Bansin - Ückeritz - Kölpinsee - Koserow - Zempin - Zinnowitz - Trassenheide - Karlshagen - Peenemünde - Karlshagen-Hafen - Zecherin - Mahlzow - Wolgast (55 km)
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Sofern Sie im Besitz der CD "TOP 200" sind, können Sie sich die unten abgebildete Etappe mit eingezeichneter Streckenführung hier als Overlay-Datei herunterladen (ca. 6 KB).
Informationen zur CD "TOP 200"
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Quelle: ATKIS® DTK200-V, © Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2004
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Auf dieser Etappe wird – wie auch bei der vorherigen – die ganze Bandbreite der Landschaften der Insel Usedom geboten, und Sie müssen z.B. beachtlich viele Hügel überwinden, darunter sogar solche mit bis zu 16 % Steigung bzw. Gefälle – aber hallo! Leider wird dafür kein glatter Asphalt zur Verfügung gestellt, sondern – oft rauer – Schotter (und gelegentlich Betonsteinpflaster). Doch zum Ausgleich werden Sie immerhin abseits des Kfz-Verkehrs geführt. Nach Koserow sind kaum noch Hügel zu meistern, und der Abstecher nach Peenemünde ist sogar topfeben. Damit es nicht zu langweilig wird, dürfte Petrus sich – zumindest auf diesem Abschnitt – zu einer frischen Brise hinreißen lassen, so daß Sie schließlich mit angenehm schweren Beinen Wolgast erreichen werden.
Orientierungsprobleme dürften Sie nicht haben, denn die Etappe führt einfach auf der Strandpromenade durch die drei Kaiserbäder gen Nordwesten – die Ortsbeschreibung finden Sie am Ende von Etappe 5. In Ahlbeck und Heringsdorf steht ein perfekt asphaltierter Radweg zur Verfügung. Leider verleitet dies ungeübte Radler zu einer wenig umsichtigen Fahrweise, und man wird den Eindruck nicht los, daß gerade diejenigen, die sonst so gut wie nie mit dem Rad fahren, hier meinen zeigen zu müssen, wie toll sie doch Rad fahren können. Sorry, sie können es wirklich nicht, und ich hoffe im Interesse all der älteren Mitbürger und Kinder, die dort zu Fuß oder wie auch immer unterwegs sind, daß wenigstens die Reiseradler besonders rücksichtsvoll fahren. Tun Sie doch, oder?
Meine Behauptung könnte unschwer mittels einer Webcam bei der Unterführung der Seebrücke in Heringsdorf überprüft werden. Es ist erstaunlich, wie viele Radfahrer den Schriftzug „Rad fahren verboten“ nicht lesen und auch entsprechende Piktogramme nicht richtig deuten können. Überhaupt scheinen deren Oberstübchen nur einen arg begrenzten Arbeitsspeicher zu haben, was Sie mit Leichtigkeit verifizieren können, indem Sie sich überraschend einer solchen Person in den Weg stellen und in dem angsterfüllten Gesicht sodann sehen werden, daß diese keinerlei Ahnung hat, wie man ein Fahrrad zum Stehen bringt. Und was macht sie daher: Sie springt einfach ab!
Aber genug gemeckert; kommen wir zurück zur Etappe: In Bansin ist die Strandpromenade noch nicht so aufwändig ausgebaut, und die Räder rollen entsprechend mal auf feinem Schotter, mal auf Gehwegplatten. Auf der Höhe der Ortsmitte („Seestraße“) werden Sie aufgefordert, den Sattel zu verlassen und zu schieben, dürfen dann bis zur Seebrücke wieder fahren und sollen dort erneut die Vorrechte der Fußgänger achten – machen wir doch gerne, oder?
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Übernachtungsmöglichkeiten in Bansin
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Wer den Mitbürgern nun endlich zeigen will, wie gut er oder sie sein oder ihr Fahrrad beherrscht, bekommt alsbald Gelegenheit dazu; denn kurz nach Passieren der Bansiner Seebrücke zeigt ein Radhinweis nach links, wo es steil aufwärts zur „Bergstraße“ geht. In diese biegen Sie rechts ein, fahren weiter steil hügelan, sausen dann aber schon wieder abwärts und kommen zum Ortsende, wo es mit einem Schlenker schon wieder ordentlich hügelan geht. So kommen Sie in den Wald, radeln noch bis zum Abzweig eines Gasthofes auf Asphalt und geben sich sodann mit Schotter zufrieden.
Die Orientierung fällt wegen der guten Beschilderung leicht, und so erreichen Sie schon bald bei einer Lichtung eine ältliche Asphaltbahn, die rechts zu einem Campingplatz führt. Dort setzt sich der Belag fort, und zwar beinahe endlos; denn Sie sind nun
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Ortsinfo
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in Ückeritz, 1 m ü.N.N., 1.000 Einw., wovon Sie am Radweg kaum etwas zu sehen bekommen, da sich der Ort ursprünglich am Achterwasser entwickelte und erst später bis zum Wald hin ausdehnte. Wenn Ihnen vor dem pulsierenden Leben in den drei Kaiserbädern graut, haben Sie hier sozusagen die Chance auf Ruhe im Hinterland. Am Ostseestrand sollten Sie dagegen lieber nicht mit Gemächlichkeit rechnen; denn zu Ückeritz gehört eine beinahe autonome, 10 ha große Campingstadt, die zu DDR-Zeiten sogar 13 ha umfaßte und bis zu 20.000 Campern Platz bot. Dafür gibt es dann auch eine Shopping-Meile, Kino, Cafés und Restaurants - viel Spaß!
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Kurverwaltung, Bäderstraße 5, 17459 Seebad Ückeritz, Fon 038375 / 2520, Fax 038375 / 25218,
E-Mail kv.ueckeritz@t-online.de,
Internet www.ueckeritz.de.
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Sodann taucht der Radweg wieder in den Wald ein, bietet wie zuvor Schotter und leitet zur Klinik von Ückeritz, wo Sie einfach geradeaus den Betonplatten folgen, um hernach geradezu wieder in den Wald zu entschwinden. Damit Ihnen nicht langweilig wird, ist die Strecke nun ein bißchen wellig, na ja, ehrlich gesagt, ziemlich wellig, und mehrmals wird stolz verkündet, daß die Steigungen bis zu 16 % betragen – eine gute Gelegenheit, endlich mal wieder die leichten Berggänge zu benutzen.
In Kölpinsee rollen die Räder auf Betonsteinpflaster direkt am See entlang, und Sie haben danach die Qual der Wahl: Entweder Sie tragen Ihr Rad eine Treppe hoch, oder Sie machen einen kleinen Umweg landeinwärts, wo nur ein kurzes steiles Stück auf glattem Asphalt auf Sie wartet und Sie ansonsten bequem radeln können.
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Ortsinfo
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Kölpinsee liegt im Bereich eines Anwesens, das von den Slawen den Namen 'Colpa' (für Schwan) erhielt, und ist ein Ortsteil von Loddin. Das heutige Kölpinsee entstand erst ab 1895, als man in Loddin Anschluß an den in den Nachbarorten bereits erfolgreichen Ostseetourismus suchte und der Zimmermann Jäger das nebenstehende Restaurant „Seerose“ errichtete. 1896 folgte das Hotel „Wald & See“ von Carl Prutz, das schon im Namen deutlich machte, was Kölpinsee von den anderen Badeorten unterschied. Herr Prutz war es auch, der sich an das slawische 'Colpa' erinnerte und der neuen Ansiedlung den Namen Kölpinsee gab. Besonders stolz ist man darauf, daß in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts solch illustre Gäste wie Willy Fritsch, Lilian Harvey, Hans Söhnker, Anni Ondra, Brigitte Horney und Grete Weiser in Kölpinsee weilten. Na, dann halten Sie lieber mal Ausschau, ob nicht auch jetzt ein paar VIPs hier sind.
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Kurverwaltung, Strandstraße 23, 17459 Seebad Loddin, Fon 038375 / 22780, Fax 038375 / 227818,
E-Mail info@seebad-loddin.de,
Internet www.seebad-loddin.de.
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Im Wald verläuft die Route wie gehabt auf Schotter über so manche Welle, und von Koserow bekommen Sie kaum etwas mit.
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Ortsinfo
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Koserow, 1 m ü.N.N., 1.700 Einw., erläutert in seinem Museum Uns Fischers Arbeitshütt unweit der Seebrücke, daß das Leben auf Usedom einst weit beschwerlicher war; denn die Bevölkerung war auf den - nur selten reichen - Fischfang angewiesen. In der ersten Hälfte des 19. Jh. waren aber die Heringsschwärme größer als gewöhnlich, und man baute nahe dem Strand Salzhütten, um den Fisch konservieren zu können. Das Salz stellte der Staat zur Verfügung und bestimmte auch, daß die Heringe sogleich nach der Anlandung mit dem Salz in Holzfässern zu lagern wären. Dabei erleichterten die Salzhütten nicht nur die Arbeit, sondern auch die staatliche Kontrolle - geöffnet Mai-Sept. di-fr & so 10-15 h.
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Kurverwaltung, Hauptstraße 21, 17459 Ostseebad Koserow, Fon 038375/20415, Fax 038375 / 20417,
E-Mail kv-koserow@t-online.de,
Internet www.seebad-koserow.de.
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Am nordwestlichen Ortsende von Koserow gelangen Sie auf den Deich, und folgen dem betonsteingepflasterten Weg nach Zempin, wobei Sie Lüttenort (s.u.) passieren.
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Ortsinfo
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Zempin, 1 m ü.N.N., 900 Einw., rühmt sich, das kleinste Seebad auf Usedom zu sein; das hat doch was! Außerdem muß der Ort einen besonderen Reiz ausüben, jedenfalls auf Künstler; denn die Maler Hugo Scheele, Otto Niemeyer-Holstein, Kurt-Heinz Sieger und die Malerin Rose Kühn hatten ihre Ateliers hier.
Otto Niemeyer-Holstein lebte und arbeitete an der engsten Stelle von Usedom, dort wo Ostsee und Achterwasser zwischen Koserow und Zempin an der Bucht Rieck nur rund 300 m voneinander entfernt liegen. Er nannte sein Anwesen Lüttenort, weil es ihm der rechte Platz für sein Segelboot 'Lütter' (Kleiner) zu sein schien. Er verfügte, daß nach seinem Tod alles so erhalten bleiben soll, wie es zu Lebzeiten war. Entsprechend findet sich noch heute eine unvollendete Arbeit auf der Staffelei und im Übrigen auf dem Areal Malerei und Plastik, verspielte Architektur und Gartenbaukunst. Neben dem Atelier wurde zwischenzeitlich die Neue Galerie eröffnet, die Ausstellungen zu Niemeyer-Holstein und dem Usedomer Künstlerkreis zeigt - Öffnungszeiten und weitere Infos unter www.atelier-otto-niemeyer-holstein.de.
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Fremdenverkehrsamt, Fischerstraße 1, 17459 Seebad Zempin, Fon 038377 / 42162, Fax 038377 / 42415,
E-Mail seebad-zempin@t-online.de,
Internet www.seebad-zempin.de.
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In Zempin versetzen Sie bei ein paar Gebäuden kurz links/rechts und folgen sodann wieder dem Weg durch den Wald, wo später auch mal kurz Betonplatten als Rollgrund geboten werden, meistens aber der schon bekannte Schotter – mal feiner, mal gröber, na ja. Nachdem Sie schließlich noch eine Welle genommen haben, schwenkt die Route dichter an den Strand heran, und Sie erreichen Zinnowitz, wo auf der Strandpromenade neben dem Gehweg ein breiter Schotterweg geboten wird, auf dem Sie passabel bis auf die Höhe der Seebrücke radeln und dort links in den Ort fahren können.
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Ortsinfo
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Zinnowitz, 5 m ü.N.N., 3.800 Einw., wurde erstmals 1309 urkundlich erwähnt, als der pommersche Herzog Bogislav IV. dem Kloster Crummin die Schenkung mehrerer Dörfer bestätigte, darunter auch 'Tzys' woraus später 'Zitz' und schließlich Zinnowitz wurde. Auf die Anfänge des Badetourismus reagierten die Zinnowitzer schnell und beantragten bereits 1851 die Einrichtung eines Seebades, das sich als beachtlich erfolgreich erwies; denn z.B. stieg die Einwohnerzahl von 356 im Jahre 1864 bis 1905 auf 1.267 und die Steuereinnahmen erhöhten sich sogar von 500 auf 18.000 Mark.
Während sich Zinnowitz in den folgenden Jahrzehnten ähnlich wie andere Seebäder entwickelte, änderte sich dies nach dem 2. Weltkrieg; denn 1953 begann die SDAG (Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft) Wismut, die im Erzgebirge Uranerz förderte, in Zinnowitz ihre Ferieneinrichtungen aufzubauen. Da die Wismut über großzügige finanzielle Mittel und Bautrupps verfügte (nicht umsonst war der Lieblingsspruch der Mitarbeiter: „Ich bin Bergmann! Wer ist mehr?“), konnten nicht nur diverse Ferienheime, sondern auch eine Schwimmhalle, Sportstätten, eine Waldbühne und ein Kulturhaus gebaut werden. Immerhin 900 Sitzplätze bot dieses Kulturhaus mit großer Bühne, auf der Stars aus aller Welt – nicht nur der sozialistischen, sondern z.B. auch aus Italien, Frankreich und Indien – auftraten.
Aber nun sind auch das olle Kamellen, und Zinnowitz hat sich wieder in die Reihe der anderen Seebäder eingefügt, d.h. nach der Wende wurde fleißig saniert sowie um- und ausgebaut, so daß es heute ein schmuckes Seebad mit Bäderarchitektur und einem feinsandigen Strand ist, an dem Sie – sofern Petrus mitspielt – den Sonnenschein genießen können.
Das soll aber nicht heißen, daß Sie sich nicht auch auf andere Art und Weise in Zinnowitz vergnügen könnten. Während sich die einen eher für die Tauchgondel an der Seebrücke interessieren werden, wird es die anderen mehr zur Blechbüchse ziehen. Die Blechbüchse – auch das 'gelbe Theater' genannt – dient seit 1997 der Vorpommerschen Landesbühne als Auftrittsort. Aber nicht nur, vielmehr wechseln sich Theater, Musik und Literatur ab. Den Spielplan und weitere Informationen finden Sie unter www.blechbuechse.de.
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Kurverwaltung, Neue Strandstraße 30, 17454 Ostseebad Zinnowitz, Fon 038 377 / 4920, Fax 038377 / 42229,
E-Mail info@kv-zinnowitz.de,
Internet www.zinnowitz.de.
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Nach Zinnowitz verläuft der Radwanderweg wieder durch den Wald und erneut rollen die Räder auf Schotter, allerdings liegen nun die nennenswerten Steigungen hinter Ihnen. Wenn Sie die ersten Gebäude von Trassenheide erreichen, sollen Sie absteigen, weil es links kurz steil abwärts geht. Hey Leute: Es soll auch Radfahrer geben, die mit ihren Bremsen umgehen können. Aber was soll's, danach geht es am Ortsrand entlang zu einer Straße, der Sie nach links folgen, um erst gut 200 m nach dem Passieren eines großen Parkplatzes gemäß Radhinweis rechts auf einen wieder geschotterten Waldweg abzubiegen.
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Ortsinfo
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Trassenheide, 1 m ü.N.N., 1.000 Einw., ist ein sehr junger Ort; 1786 wurde er erstmals erwähnt. „Hammelstall“ nannte man den Ort zuerst, weil dort für Schafe ein Stall gebaut worden war. Das paßte zwar schon bald nicht mehr zur ortsansässigen Bevölkerung, denn ab 1824 wurden Heringsfischer angesiedelt, aber zunächst störte das offenbar keinen. Erst 1908 bat man bei der Obrigkeit um eine Umbenennung und berief sich dabei auf die nahe gelegene Försterei 'Trassenmoor' und die Heide in der Umgebung. Vorsichtig formuliert: Dabei wird man wohl auch den Tourismus im Blick gehabt haben; denn welcher Urlauber hätte schon gern den Daheimgebliebenen berichtet, daß er im Hammelstall übernachtet...
 Seit Sommer 2005 hat Trassenheide unweit des (südlichen) Bahnhofs eine besondere Attraktion zu bieten; denn dort ist eine private Schmetterlingsfarm zu finden. Eine ehemalige 5.000 m² große Sporthalle wurde hierfür umgebaut und dient nun als tropische Freiflughalle mit Wasserfällen, Bergen und exotischen Gewächsen wie z.B. Orchideen und Passionsblumen - Wiesenweg 5, geöffnet tägl. 10-19 h, Fon 038371 / 28218, weitere Infos unter www.schmetterlingsfarm.de.
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Kurverwaltung, Strandstraße 36, 17449 Seebad Trassenheide, Fon 038371 / 20928, Fax 038371 / 20913,
E-Mail kontakt@seebad-trassenheide.de,
Internet www.seebad-trassenheide.de.
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Zunächst führt der Weg schnurgerade durch den Wald, aber bevor es Ihnen zu langweilig wird, werden doch noch ein paar Kurven geboten, und so kommen Sie nach Karlshagen, wo die Räder auf glattem Asphalt an zahlreichen Ferienhäusern vorbei rollen, bevor Sie einen Kreisverkehr erreichen, an dem die Route links abknickt.
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Ortsinfo
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Karlshagen, 3 m ü.N.N., 3.100 Einw., entwickelte sich Ende des 19. Jh. wie so viele Ortschaften an der Küste zum Seebad, und man freute sich z.B. 1885 über den Bau einer Strandhalle und einer Seebrücke. Doch kaum hatte sich der Ort so recht einen Namen als Seebad erworben, begann der Ausbau der Heeresversuchsanstalt in Peenemünde, wofür der Karlshagener Hafen in Beschlag genommen und Wohnhäuser für die Führungskräfte und Wissenschaftler in Karlshagen gebaut wurden, weshalb das Dorf fortan zum Sperrgebiet gehörte. Inzwischen ist das alles gottlob Vergangenheit, und Karlshagen darf sich seit 2001 wieder offiziell als Ostseebad bezeichnen. In gewisser Weise profitiert man heute sogar von der Geschichte; denn hier herrscht weit weniger Trubel als in so manch anderem Badeort.
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Eigenbetrieb Tourismus und Wirtschaft, Hauptstraße 36, 17449 Ostseebad Karlshagen, Fon 038371 / 20758, Fax 038371 / 28537
E-Mail touristinformation@karlshagen.de,
Internet www.karlshagen.de.
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Die Etappe folgt der „Strandstraße“ bis zum Bahnübergang, wo Sie mal wieder die Qual der Wahl haben; denn die Radhinweise leiten geradeaus zum Hafen von Karlshagen, von wo ein Schotterweg nach Peenemünde führt. Mein Vorschlag dagegen lautet, in Karlshagen rechts in die asphaltierte „Hauptstraße“ abzubiegen, und zwar obwohl diese in der Hauptsaison durchaus stark befahren sein kann. Die Straße ist nämlich erstens relativ breit, und zweitens müssen Sie dann nicht einen Teil der Strecke doppelt fahren. [Lt. Mitteilung eines Lesers soll inzwischen der Radweg westlich der Bahnlinie durchgängig ausgebaut sein, so daß Sie unschwer den vielen Automobilen ausweichen können.]
Auf der Höhe des Abzweigs zum Flughafen von Peenemünde (ja, ja, Peenemünde hat einen richtigen Flughafen, die Startbahn ist fast 2½ km lang!) können Sie dann die Kfz hinter sich lassen und mittels dem Bahnübergang linker Hand auf den hinter den Schienen befindlichen glatt asphaltierten Geh- und Radweg wechseln. So pedalieren Sie unbeschwert nach Peenemünde, wo Sie bei einem Bahnübergang rechts/links auf die „Bahnhofstraße“ versetzen. Schon bald können Sie links in die „Museumsstraße“ abzweigen, die ein paar Haken schlagend zu den Sehenswürdigkeiten führt.
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Ortsinfo
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Peenemünde, 3 m ü.N.N., 400 Einw., wurde Ende 1935 von Wernher von Braun als idealer Standort für eine Raketenversuchsanstalt auserkoren, bot sich vor der Küste doch eine 400 km freie Schußbahn. In den folgenden Jahren wurde eine High-Tech-Großforschungseinrichtung aus dem Boden gestampft, zu deren Ergebnissen u.a. die nebenstehende Rakete A 4, besser bekannt als V 2, gehörte. Die Gemeinde Peenemünde machte nach der Wende aus der Not eine Tugend und schuf im ehemaligen Kraftwerk eine umfangreiche Ausstellung zur Geschichte der technisch-militärischen Nutzung des Versuchsgeländes, wobei man sich auch nicht an dem Problem vorbeimogelt, daß Peenemünde einerseits der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen diente, andererseits die Grundlagen für die Weltraumfahrt und damit z.B. für moderne Telekommunikationssatelliten schuf. Wer sich vor der Reise weiter informieren möchte, besucht die Internetseite des Historisch-Technischen Informationszentrums www.peenemuende.de. Die Ausstellung ist April-Sept. tägl. 10-18 h, Okt.-März di-so 10-16 h geöffnet, Eintritt 6 €.
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Auf der „Museumsstraße“ radeln Sie bis zu einer T-Kreuzung, versetzen mittels der „Hauptstraße“ links/rechts zum „Peeneplatz“ und gelangen sodann die südliche Richtung haltend auf einen Schotterweg direkt hinter dem Deich zum Peenestrom. Der Schotter ist mal feiner, mal gröber und hat viele Schlaglöcher, leitet aber sicher nach Karlshagen. Dort stoßen Sie auf eine Straße und folgen ihr rechts zum Hafen, den Sie auf grobem Pflaster erreichen.
Sich am Hafen links haltend überqueren Sie den Deich und zweigen danach sofort rechts ab, um einem Betonplattenweg zu folgen, der relativ gut beradelbar ist. Wenn dieser Weg später nach links schwenkt, leitet ein Radhinweis rechts auf einen Pfad, der mit einem Solorad noch so eben, mit einem Kinderanhänger aber nur schlecht befahrbar ist. Dafür geht es ohne Orientierungsprobleme nach Zecherin, welches Sie mit Pflaster empfängt.
Alsbald wird aber glatter Asphalt geboten, so daß Sie genüßlich über zwei Wellen hinweg nach – ja, stimmt wirklich – Zecherin fahren können. Daran schließt sich direkt Wolgast – hier mit dem Ortsteil Malchow – an, und die Räder rollen mit einem Links- und einem Rechtsbogen ein Stückchen auf hoppeligen Betonplatten um den Ort herum, bevor Sie die Schienen kreuzen und auf Asphalt die Bundesstraße erreichen. Diese queren Sie gerade, um jenseits dem Geh- und Radweg rechts zu folgen.
Die (neue) Bundesstraße schwenkt bald nach rechts, und ein Radhinweis lenkt auf die alte Trasse, auf der Sie abwärts bis zur Brücke rollen. Nach der Überquerung des Peenestroms versetzen Sie rechts/links über die Schienen an die Bundesstraße heran und biegen bei der sogleich erreichten beampelten Kreuzung rechts ab – was hier bedeutet, erst gerade queren und dann mit den Fußgängern rechts. Danach fahren Sie mit Tick links in die Altstadt von Wolgast, wo die Zweite rechts („Lange Straße“) zum „Rathausplatz“ führt.
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Stadtinfo
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Wolgast, 5 m ü.N.N., 12.500 Einw., erhielt im 13. Jh. lübisches Stadtrecht und profitierte von der günstigen Lage am Peenestrom sowie der Mitgliedschaft in der Hanse. Auch der Umstand, daß die Stadt von 1296 bis 1625 Sitz der Wolgaster Linie der Pommernherzöge war, schadete ihr sicherlich nicht. Allerdings schien die Stadt das Pech geradezu anzuziehen und wurde mehrmals Opfer der Pest und von Kriegen. Seit 1648 gehörte Wolgast zu Schweden und wurde im Zuge des Nordischen Krieges (Schwedens Vorherrschaft im Ostseeraum wollten Rußland, Dänemark und Polen-Sachsen brechen – später traten auf der Seite der Koalition auch noch Hannover und Preußen in den Krieg ein) auf Befehl des Zaren im März 1713 eingeäschert. Angeblich sollte damit die im Januar 1713 durch Brandlegung schwedischer Truppen erfolgte Zerstörung der damals nach Kopenhagen zweitgrößten dänischen Stadt Altona (heute ein Stadtteil von Hamburg) gerächt werden. Was das eine mit dem anderen zu tun hat, verstehen wohl nur die Großkopferten. Nicht zu Unrecht jedenfalls werden sich die Wolgaster gefragt haben, wieso gerade sie die Suppe auslöffeln mußten, die die Schweden den Dänen eingebrockt hatten.
Von diesem Schlag erholte sich Wolgast kaum, selbst die spätere Industrialisierung brachte nur einen bescheidenen Aufschwung, obwohl bereits 1863 ein Eisenbahnanschluß an die Linie Stralsund-Berlin hergestellt wurde. Auch als Hafenstadt konnte sich Wolgast nicht mehr profilieren, da das Fahrwasser nur eine Tiefe von 4 m aufweist. Immerhin überstand Wolgast den Zweiten Weltkrieg glimpflich, da man die Stadt kampflos an die Rote Armee übergab. Mit den Auswirkungen der Wende kämpft Wolgast ähnlich wie die meisten Städte an der Küste, da z.B. die zu DDR-Zeiten entstandene Peene-Werft (vor allem Bau von Marineschiffen) mit bis zu 3.500 Beschäftigten zwar noch existiert und nun vor allem zivile Containerschiffe baut, aber auch nur noch – oder immerhin noch? – 800 Angestellte hat.
Bei einem Rundgang verdienen die Pfarrkirche St. Petri, die äußerlich sehr schlicht ist und vielleicht gerade deshalb so monumental wirkt, das Rathaus, dessen zwei Giebel den Nordischen Krieg widerspiegeln, denn der eine blieb mit seiner mittelalterlichen Gliederung erhalten, während der andere im Stil des Barock 1718-34 erneuert wurde, und schließlich die 'Kaffeemühle' am Rathausplatz 6 einen Blick. Nein, dies ist kein Café, keine Rösterei oder dergleichen, sondern das Stadtmuseum, das in einem zweigeschossigen Fachwerkbau aus dem 17. Jh. untergebracht ist, der einst als Kornspeicher diente und dessen Dachgeschoß rundum zurücktritt, was wohl den Volksmund zu der Bezeichnung animierte – geöffnet Juni-Aug. di-fr 10-18 h, sa & so 10-16 h, Sept.-Mai di-fr 10-17 h, sa & so 10-14 h, Eintritt 5 Euro, weitere Infos unter www.museum.wolgast.de.
1777 wurde Philipp Otto Runge in Wolgast geboren und sollte eigentlich wie sein Vater Kaufmann werden. Doch setzte er seinen Willen durch und studierte in Kopenhagen und Dresden Malerei, bevor er nach Hamburg ging und neben Caspar David Friedrich zu einem der bedeutendsten Künstler der norddeutschen Romantik wurde. Seine Tätigkeit beschränkte sich aber nicht auf die 'praktische' Malerei, vielmehr schuf er auch mit der Farbenkugel das erste dreidimensionale Farbensystem. Seine Heimatstadt verfügt zwar nicht über Originale aus dem Nachlaß oder dergleichen, ermöglicht aber im Rungehaus (Kronwiekstraße 45) z.B. eine virtuelle Reise durch die Farbenkugel. Außerdem erfahren Sie dort, daß Runge derjenige war, der das – zuvor nur mündlich weitergegebene – Märchen „Vom Fischer un syner Fru“ aufschrieb, was zumindest wohl so ziemlich alle Norddeutschen wenigstens vom Titel her kennen – geöffnet wie Stadtmuseum, Eintritt 3 Euro.
Zu einem Stadtbummel gehört natürlich auch ein Spaziergang zum Hafen, wo die Dampffähre Stralsund vertäut ist (Foto: Erell). Sie diente vor allem zum Transport von Eisenbahnwaggons, hat aber nur 'ein Ende', soll heißen: Die Waggons konnten nur über den Bug auf das Schiff gelangen und dieses auch nur dort wieder verlassen; denn das Heck ist wie bei gewöhnlichen Schiffen gebaut, also 'geschlossen'. 1890 lief das 37,46 m lange und 9,80 m breite Schiff vom Stapel und versah zunächst den Fährdienst zwischen Stralsund und Altefähr. Später pendelte die Fähre zwischen Swinemünde und Wollin, wurde aber auch als Schlepper und Eisbrecher genutzt. Für die Heeresversuchsanstalt Peenemünde war die Stralsund quasi gleich zweimal im Einsatz: Erst für die Deutschen als Transportschiff auf die Insel, dann für die Rote Armee zum Abtransport der Hightech-Anlagen. Das hatten die Deutschen wohl vorhergesehen; denn als sie 1945 die Brücken nach Usedom sprengten, sollte auch die Fähre dran glauben, aber der Kapitän und sein Maschinist flüchteten mit der Stralsund nach Rügen – tja, wahre Liebe kann nicht nur Berge versetzen, sondern auch Schiffe retten!
Von 1948 bis 1990 setzte die Stralsund Eisenbahnwaggons von Wolgast nach Wolgaster-Fähre über, da die daneben befindliche Brücke nicht mit Zügen befahren werden konnte. Und hier sollte sie dann auch – zuletzt mit defekten Dampfmaschinen zum besseren Ponton degradiert – außer Dienst gestellt werden. Die Stadt Wolgast übernahm sodann die Fähre von der Deutschen Reichsbahn und sanierte sie, so daß Sie heutzutage im Stadthafen ein schmuckes Schiff besteigen können – geöffnet wie Stadtmuseum, Eintritt 2 Euro.
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Stadtinformation, Rathausplatz 10, 17438 Wolgast, Fon 03836 / 251215, Fax 03836 / 600118,
E-Mail stadtinfo@wolgast.de,
Internet www.wolgast.de.
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So, das war's! Jetzt müssen Sie nur noch entscheiden, ob Sie weiter dem Ostsee-Radweg folgen wollen, wofür ich Ihnen den entsprechenden Reiseführer von Velo-Touring empfehle (ach!), oder ob Sie die Heimreise antreten möchten bzw. müssen. Für den Fall, daß es Sie nach Hause zieht, bietet sich die Benutzung der UBB, der Usedomer Bäderbahn, an, deren nächstgelegener Haltepunkt am Hafen von Wolgast zu finden ist. Um dorthin zu gelangen, fahren Sie zur beampelten Kreuzung an der B 111 zurück, queren südlich der Kreuzung die Schienen und biegen gleich danach rechts – Richtung Werft – zum Bahnhof Wolgast-Hafen ab. Gute Fahrt!
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© 2008 by Velo-Touring
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Radweg Berlin - Usedom (6)
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