Standort :: Startseite :: Tourentipps :: Deutschland :: Donauradweg (1)

 

Quick-Touring:

Deutschland

Österreich

Tourentipps

Autoren

Links

Eintrag Gastgeber

Werbepartner

Kontakt

Gästebuch

Impressum

Ferienhaus und Ferienwohnung suchen

© Velo-Touring 2003-2009

 

Donauradweg (1)

Übersicht   |   weiter   

Etappe 1: Donaueschingen – Pfohren – Geisingen – Hintschingen – ImmendingenMöhringenTuttlingen – Nendingen – Stetten – Mühlheim a.d. DonauFridingen a.d. Donau (52 km)

 

Sofern Sie im Besitz der CD "TOP 200" sind, können Sie sich die unten abgebildete Etappe mit eingezeichneter Streckenführung hier als Overlay-Datei herunterladen (ca. 9 KB).
Informationen zur CD TOP 200

Donauradweg: Etappe 1 von Donaueschingen über Geisingen, Immendingen, Möhringen, Tuttlingen und Mühlheim nach Fridingen

Quelle: ATKIS® DTK200-V, © Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2004

 

Die Etappe beginnt am Bahnhof. Wenn Sie diesen im Rücken haben, halten Sie sich rechts, fahren bis zu einem Kreisverkehr und biegen dort links ab. Wenn Sie nun gleich dem Donauradweg folgen wollen, geht es schon bei der nächsten Möglichkeit rechts („Prinz-Fritz-Allee“) - auch gut daran zu erkennen, daß an der Ecke ein Fahrradladen ist.

Wollen Sie aber zunächst die Innenstadt aufsuchen und vor allem auch die „Donauquelle“ besichtigen, halten Sie sich geradeaus und folgen der Vorfahrt, bis diese nach einem kurzen Anstieg hinauf zur Kirche rechts abknickt. Dort fahren Sie entweder links in die Innenstadt oder rechts hinter der Kirche zur „Donauquelle“.

 

Stadtinfo

Donaueschingen, 680 m ü.N.N., 21.000 Einw., hatte und hat sicherlich andere und vor allem wichtigere Probleme, aber dieses eine wird eben immer und immer wieder angesprochen - vor allem von uns, den Touristen. Wo ist denn nun die Donauquelle, und ist das, was so genannt wird, wirklich die Donauquelle?

Nun denn; erstens ist es unerheblich für die Namensgebung, ob es andere, längere und/oder mächtigere Zuflüsse gibt, wie z.B. die Brigach, so daß auch nicht deren Quellen zur Donauquelle werden können. Ausschlaggebend ist einzig und allein die historisch gewachsene Bezeichnung. Donaueschingen ist da anderen Orten überlegen, die doch auch so gern die Stadt an der Donauquelle wären, um die Touristen zu sich locken zu können, denn bereits die Römer haben in Donaueschingen die Quelle der Donau ausgemacht.

Das heißt aber zweitens nicht, daß damit die Frage bereits erschöpfend geklärt wäre; denn während z.B. Lexika behaupten, daß die Donau aus dem Zusammenfluß von Brigach und Breg entstehe, meinen so manche, daß der Ursprung der Donau die Karst-Aufstoß-Quellen im Schloßpark von Donaueschingen seien, von wo die Wassermassen als Donaubach, der Drainage des Parks, unterirdisch in die Brigach geführt werden.

Donauquelle in Donaueschingen, DonauradwegNun sollen hier nicht hitzige Gemüter geweckt werden, aber eines noch als Hinweis: Als in den 50er Jahren die Fassung der „Donauquelle“ gereinigt werden sollte, rief man die Feuerwehr zur Hilfe, die mit all ihrer geballten Technik das Wasser abzusaugen suchte. Tja, leider die Rechnung ohne den Wirt gemacht; denn auch mit vereinten Kräften konnte der Wasserspiegel nur um 50 cm gesenkt werden.

Wenn Sie sich also ob der Stille an der Oberfläche der „Donauquelle“ wundern, bedenken Sie, daß dort zwischen 50 und 150 Litern Wasser pro Sekunde anfallen.

Schloß in Donaueschingen, DonauradwegDonaueschingen bietet aber nicht nur Anlaß für eine Auseinandersetzung um die wahre Quelle der Donau; denn immerhin kann die Stadt auf eine lange Geschichte verweisen. Gut die Hälfte dieser Zeit stand unter dem Einfluß der Grafen von Fürstenberg; denn diese erwarben 1488 die 889 erstmals urkundlich erwähnte Stadt. Den Einfluß dieses Geschlechts dokumentieren nicht nur das Schloß mit dem weitläufigen Park, sondern vor allem die Fürstlich Fürstenbergischen Sammlungen und die Fürstlich Fürstenbergische Brauerei.

Wer etwas Zeit mitbringt und/oder sich genüßlich auf die Velotour einstimmen möchte, kann sich ausgiebig mit dem Hause Fürstenberg auseinander setzen, indem er an einer Führung durch das Schloß teilnimmt (wegen Bauarbeiten voraussichtlich erst wieder ab 2008), die Sammlungen besucht (naturkundliche Sammlungen des 19. Jh., Geschichte des Hauses Fürstenberg und fürstliche Kunstsammlung) und schließlich die Brauerei besichtigt (mit Verkostung).

Vermutlich werden Sie im Sommerhalbjahr unterwegs sein; wenn Sie aber dennoch einen Hang zur kühlen Jahreszeit und vor allem zur Fasnacht haben, kann Donaueschingen Sie sicherlich mit seinem Fasnachtsmuseum begeistern. Es kann nur nach Anmeldung unter Fon 0771/3935 im Rahmen einer Führung besichtigt werden und präsentiert historische Fasnachtsrequisiten der Region.

Donaueschingen, Donauradweg Tourismus- und Sportamt, Karlstraße 58, 78166 Donaueschingen, Fon 0771/857-221, Fax 0771/857-228, E-Mail: tourist.info@donaueschingen.de, Internet: www.donaueschingen.de.

 

Wenn Sie zunächst der Innenstadt einen Besuch abgestattet haben, rollen Sie auf der Vorfahrtstraße zurück Richtung Bahnhof und zweigen beim Fahrradladen links in die „Prinz-Fritz-Allee“ ab. Schnurgeradeaus radeln Sie sodann durch den Schloßpark, wobei Ihnen auch ein schöner Blick auf das Schloß gewährt wird. Am Tor zum Park steht übrigens ein Hinweis, gemäß dem auf dem Donauradweg bis nach Passau 531 km zurückzulegen seien; tja, wer da wie gemessen hat, kann ich Ihnen nicht sagen, Donauzusammenfluß in Donaueschingen, Donauradwegaber so viel allemal: Es sind tatsächlich fast 600 km.

Bald nach dem Schloßpark wird ein Linksbogen absolviert, und vorbei an Sportanlagen geht es zu einer Kreuzung und dort rechts. Kurz darauf erreichen Sie die Brücke über die Breg und können links einem Fußweg auf dem Damm wenige Meter folgen, wenn Sie die eigentliche Quelle der Donau, nämlich den Zusammenfluß von Breg und Brigach, anschauen wollen. Allerdings liegt der Donau-Zusammenfluß direkt an der Ortsumfahrung, so daß es weniger romantisch ist, als es sein könnte.

Nach der Brücke geht es auf dem zweispurigen Asphalt links, bald unter der Ortsumfahrung hindurch und damit bis zum Werkstor der Biokraft Donaueschingen. Direkt davor biegen Sie rechts ab, radeln kurz entlang der Böschung der Ortsumfahrung und dann links hinaus in die Wiesen und Felder. Mit mehreren Schlenkern geht es so nach Pfohren, wo Sie auf eine Vorfahrtstraße stoßen und mit dieser die Donau überqueren.

Alsbald geht es rechts in die „Wiesenstraße“ und sodann mit sanften Schlenkern allmählich an Höhe gewinnend zum Ortsende. Wenn Sie geradezu einen kräftigen Anstieg erblicken, muß Sie das nicht schrecken; denn es geht direkt nach dem letzten Haus rechts auf Asphalt abwärts und so durch die Wiesen ganz nah an die Donau.

Bald darauf unterqueren Sie die B 31, und direkt danach knickt die Route links ab. Nun müssen Sie wieder etwas hügelan fahren, zweigen bald nach dem Anstieg rechts ab und radeln mit ein paar Schlenkern, dabei auch kurz wieder dicht an die Donau herankommend, bis zu einer Kreuzung mit drei Abzweigen nach links. Sie wählen den dritten, radeln auf ein paar Scheunen zu, biegen dort links ab und fahren sodann mit ein paar Schlenkern durch die Wiesen und Felder, bis Sie dicht an die B 311 gelangen.

Ein paar hundert Meter begleiten Sie nun die B 311, bis diese bei der zweiten Möglichkeit unterquert wird, bevor Sie rechts dem sanften Anstieg folgen. Zwischendurch verlieren Sie wieder an Höhe, müssen das Tempo aber drosseln, da der Weg nach links verschwenkt und es wieder ein wenig aufwärts geht (Radhinweis „R 9“). Sodann radeln Sie schnurstracks weiter nach Geisingen, wo Sie auf eine Vorfahrtstraße stoßen, rechts einbiegen, einen Bach überqueren und sofort wieder zu einer Vorfahrtstraße gelangen. Auch hier geht es rechts und damit zu einem Kreisverkehr, den Sie gerade queren, um in die Ortsmitte zu gelangen.

 

Stadtinfo

Geisingen, DonauradwegGeisingen, 667 m ü.N.N., 6.300 Einw., kann nicht mit touristischen Highlights prahlen und tritt angemessen bescheiden auf. Dabei muß sich die kleine Stadt nicht verstecken, immerhin zählt sie zu den ältesten Orten der Umgebung und wurde schon 764 in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen genannt. Bis Geisingen das erste Mal als Stadt urkundlich erwähnt wurde, vergingen aber noch mal weit über 500 Jahre. Eine frühe Blüte bescherten im 16. Jh. die Fürstenberger, die ihren Regierungssitz für drei Jahrzehnte hierher verlegten. Dies führte gar 1580 zur Gründung eines Kaufhauses. Mit dem Dreißigjährigen Krieg kam aber der Niedergang und da die Zeiten im Anschluß auch nicht gerade leicht waren, erholte sich Geisingen so recht erst im 19. Jh., als es gelang, Industrie anzusiedeln.

Geisingen, Donauradweg Verkehrsamt, Hauptstraße 36, 78187 Geisingen, Fon 07704/807-39, Fax 07704/807-32,
E-Mail: e.merk@geisingen.de, Internet: www.geisingen.de.

 

Es geht geradewegs durch die Ortsmitte bis zu einem weiteren Kreisverkehr, an dem Sie rechts abbiegen und etwas abwärts rollen, um direkt nach dem Eisenbahnübergang links in den „Riedweg“ abzubiegen.

Auf Asphalt rollen die Räder bis zur Unterquerung der Autobahn, um im Anschluß einem Schotterweg zu folgen. Der Schotter geht schon bald wieder in Asphalt über, mit dem Sie einen Schienenstrang unterqueren. Nach einem Rechts-/Linksschwenk wegen einer Brücke über die Eisenbahn gelangen Sie zu einem Haus, wo Sie rechts abbiegend die Donau überqueren, um jenseits der damit erreichten Landstraße dem Radweg links nach Hintschingen zu folgen.

Wenn die Landstraße vor dem Ort nach links schwenkt, fahren Sie in den Ort hinein, absolvieren einen Holzbrücke bei Immendingen, DonauradwegRechts-/Linksbogen und zweigen nach dem Rathaus mit Radhinweis links ab. Damit rollen die Räder bald auf einer Betonplattenstraße, doch schließt sich wenige hundert Meter weiter Asphalt an, auf dem Sie zu einer überdachten Holzbrücke aus dem Jahre 1947 gelangen, mit der Sie die Donau überqueren. Die Brücke wurde übrigens 1784 erstmalig errichtet, aber 1799 von den Franzosen zerstört, wozu ein Wagen mit Stroh auf die Brücke gefahren und angezündet wurde - brutal, aber effektiv. 1825 wurde die Brücke erneut gebaut und hielt nun wenigstens bis 1945; diesmal brauchte man keine feindliche Macht, sondern die Deutschen zerstörten beim Rückzug ihr eigenes Hab und Gut - Kriege sind ja so was von pfiffig...

Jenseits der Brücke absolvieren Sie einen Rechts-/Linksschwenk und fahren hinauf zu einer Brücke über die Eisenbahn, biegen aber direkt davor rechts ab, um sogleich wieder abwärts zu sausen. Nach einem Rechtsbogen folgt einer nach links, und Sie orientieren sich im folgenden anhand der Fahrradpiktogramme.

Schon bald kommen Sie wieder dicht an die Schienen heran und radeln parallel zu Ihnen bis zur weithin sichtbaren Überführung am Bahnhof von Immendingen, die mit Rampen versehen ist, so daß Sie unschwer die Eisenbahntrasse überqueren können. Auf der nördlichen Seite der Schienen stoßen Sie auf eine kleine Straße, der Sie aber nur sehr wenige Meter folgen; denn es geht sogleich rechts auf einen Geh- und Radweg und danach mit einigen Schlenkern durch den Ort, damit Sie nicht auf der Hauptstraße (B 311) fahren müssen.

 

Ortsinfo

Oberes Schloß in Immendingen, DonauradwegImmendingen, 662 m ü.N.N., 5.800 Einw., kann gleich mit zwei Schlössern aufwarten, was dem Umstand geschuldet ist, daß einst zwei Herrschaften hier ihren Sitz nahmen. Sinnigerweise teilten später beide Schlösser auch das gleiche Schicksal; denn während man andernorts dazu neigt, die Schlösser möglichst als solche zu erhalten, zeigte man sich in Immendingen eher dem Praktischen zugeneigt: 1835 wurde im Oberen Schloß die erste Maschinenfabrik Badens errichtet. Hierfür wurde das altehrwürdige Gemäuer sogar mit einem großen Wasserrad ausgestattet, was denn doch ein wenig eigentümlich wirkt. 1889 genügte das Obere Schloß aber den Ansprüchen nicht mehr, und nun wurde die Produktion in das Untere Schloß verlegt. Das Obere Schloß wurde später von der Gemeinde übernommen und zum Rathaus umgebaut.

In der Umgebung: Gut fünf Kilometer südlich liegt Mauenheim, das auch gern als Bioenergiedorf bezeichnet wird, da es sich vollständig aus erneuerbarer Energie versorgen kann. Den Anfang machten zwei Bauern, die eine Biogasanlage errichteten, die jährlich rund 2 Mio. kWh Strom erzeugt. Das entspricht dem Vierfachen des örtlichen Strombedarfs! Die dabei anfallende Wärme blieb zunächst ungenutzt. Ein „unhaltbarer“ Zustand, der durch die Installation eines Nahwärmenetzes und den Bau einer ergänzenden Holzhackschnitzelheizung, die die Spitzenlast im Winter übernimmt, beendet wurde. Damit kann der Wärmebedarf aller 400 Dorfbewohner ganzjährig gedeckt werden, und zwar mit dem schönen Nebeneffekt, daß die Energiekosten nicht mehr aus der Region abfließen, sondern als Kaufkraft vor Ort bleiben. Mehr Infos finden Sie unter www.solarcomplex.de/projekte/holzenergie/Bioenergiedorf.php.

Höwenegg bei Immendingen, DonauradwegWer sich zu einem Ausflug nach Mauenheim entschließt, kann diesen mit einem Besuch des Höwenegg verbinden. Er stellt den nördlichsten der Hegauvulkane dar, die mit Höhen zwischen rund 650 m und 870 m die im Mittel gut 200 m tiefer liegende Landschaft überragen und vor 7 bis 15 Millionen Jahren aktiv waren. Beim Höwenegg wurde jahrzehntelang Basalt abgebaut, wovon heute ein See mit steilen Wänden zeugt. Im Zuge des Abbaus wurden um 1930 erste Fossilienfunde gemacht. In den 50er Jahren wurden daraufhin systematische Grabungen durchgeführt; denn südlich des Hauptschlotes hatte sich durch eine vulkanische Explosion ein Maarsee gebildet, in dem Sauerstoffmangel die Zersetzung z.B. von Tierkadavern verhinderte und der dadurch heute reich an Fossilien ist.

Fossilienfund am Höwenegg bei Immendingen, Donauradweg2003 wurden die Grabungen wieder aufgenommen, wobei zunächst festgestellt werden sollte, ob noch Sedimente mit Fossilien vorhanden sind. Bereits dabei wurden zwei annähernd vollständige Skelette der Antilope Miotragocerus gefunden. Das paßte zu den älteren Funden; denn berühmt wurde der Höwenegg durch das Hipparion, ein Huftier der Steppen und Savannen, das vermutlich in großen Herden lebte, ähnlich den heutigen Zebras. Eines der zehn gefundenen Skelette ist im Staatlichen Museum für Naturkunde Karlsruhe (www.smnk.de) ausgestellt. Über die zahlreichen Funde können Sie sich auch im Heimatmuseum in Immendingen informieren - Hindenburgstraße 2, geöffnet nach Anmeldung unter Fon 07462 / 24-0 oder Fax 07462 / 24-224.

Immendingen, Donauradweg Gemeindeverwaltung, Schloßplatz 2, 78194 Immendingen, Fon 07462/24-0, Fax 07462/24-224,
E-Mail: gemeindeverwaltung@immendingen.de, Internet: www.immendingen.de.

 

Noch im Ort geht es halbrechts, bald über einen Schienenstrang hinweg und, wenn die Straße endet, leicht nach links versetzt auf einen Geh- und Radweg, der mittels einer Holzbrücke über die Donau leitet. Direkt danach führt Sie ein Linksbogen auf eine Straße, der Sie geradeaus folgen, um den Ort zu verlassen. Bei der Orientierung ist neben den Fahrradpiktogrammen auch ein hölzerner Hinweis zur „Donauversinkung“ hilfreich.

Donauversinkung bzw. -versickerungParallel zu den Schienen unterqueren Sie eine Straße und biegen später an der Kreuzung nach dem Passieren des Klärwerks links ab. Hier können Sie aber auch geradeaus zu einem Fahrradabstellplatz fahren und dann dem Fußweg zur Donauversinkung folgen.

Der Donau-Radweg führt jedoch links über den Fluß hinweg und sodann auf einem einspurig asphaltierten Fahrweg durch die Wiesen, wo Sie bald zu einer Informationstafel gelangen, der Sie entnehmen können, was es mit der Donauversickerung auf sich hat (die beiden unterschiedlichen Begriffe sind auf den Umstand zurückzuführen, daß man in Immendingen sagt, daß alles, was versinkt, irgendwann und irgendwo wieder zum Vorschein kommt, in diesem Falle in der Aachquelle, so daß die Donau im Grunde genommen über den Bodensee und den Rhein auch in die Nordsee fließt; in Möhringen ist man hingegen der Ansicht, daß die Donau versickert, und da Sie zwischenzeitlich die kommunale Grenze überschritten haben, müssen Sie mit beiden Begriffen leben).

Wer mag, kann dem Hinweis nach rechts folgen und - je nach Jahreszeit - zusehen, wie die Donau verschwindet und nur ein Rinnsaal oder noch nicht einmal das übrig bleibt. Ansonsten leitet der einspurige Asphalt bald nahe der Donau nach Möhringen, wo kurz vor dem Ortseingang die Bundesstraße unterquert wird, bevor Sie beim Bahnhof mittels des Bahnübergangs links/rechts versetzen und so zum Rathaus gelangen.

 

Ortsinfo

Möhringen, DonauradwegMöhringen, 645 m ü.N.N., wurde 1973 nach Tuttlingen eingemeindet, was in Anbetracht der langen Geschichte als selbständiger Stadt (erste Erwähnung 882, als Stadt 1308) nicht auf allseitige Zustimmung traf, vor allem auch vor dem Hintergrund, daß Möhringen gerade 20 Jahre zuvor die Stadtrechte wieder erhalten hatte, nachdem die Nationalsozialisten 1935 diese aberkannt hatten.

Für einen Rundgang empfiehlt sich die Broschüre des Touristikbüros, die mit vielen kleinen Geschichten interessant zu berichten weiß. Dazu gehört zum Beispiel die vom städtischen Backhaus, in dem von 1843 bis 1936 ein bei der Stadt angestellter Bäcker den von den Bürgern angelieferten Teig zu einem günstigen Preis buk. Er durfte weder mit Mehl noch mit Brot handeln und keinen Kunden länger als 24 Stunden warten lassen - eine mustergültige soziale Einrichtung, für die die Stadt sogar einen Ehrenpreis erhielt.

Möhringen, Donauradweg Fremdenverkehrsverein, Hermann-Leiber-Straße 4, 78532 Tuttlingen-Möhringen, Fon 07462/948220, Fax 07462/7572, E-Mail touristik@tuttlingen.de, Internet www.luftkurort-moehringen.de.

Möhringen, Donauradweg Übernachtungsmöglichkeit in Möhringen

 

Nach dem Rathaus versetzen Sie rechts/links und radeln über einen schmalen Steg, bevor es an einer T-Kreuzung links geht. Sodann wird die Hauptstraße überquert, um im Anschluß rechts in die „Anton-Braun-Straße“, später links in die „Bleichestraße“ und damit vorbei an der Freiwilligen Feuerwehr zu fahren. Direkt hinter der Feuerwehr geht es rechts in die Straße „Am Mühlberg“ und sodann vorbei an der - man höre und staune - „Radfahrer-Kirche“! Dort wirbt man für „Die etwas andere Einkehr am Donauradwanderweg“ und bietet neben dem spirituellen Programm auch besondere Angebote für Radfahrer - mehr unter www.radfahrerkirche-moehringen.de.

Genüßlich radeln Sie sodann auf einem Schotterweg ohne Orientierungsprobleme nach Tuttlingen. Dort stoßen Sie bald auf eine zweispurige Stadtstraße und fahren auf ihr weiter parallel zur hier kanalisierten Donau. Wenn die Straße nach links schwenkt, halten Sie sich geradeaus und folgen einem Geh- und Radweg. Der leitet beim Freibad links und kurz darauf rechts über einen Bach hinweg, und Sie halten sich gleich danach rechts, um anschließend mit einem Linksschwenk die Eisenbahn zu unterqueren.

Durch den Donaupark (mit schönen Rastmöglichkeiten) geht es weiter, wobei erst ein hölzerner, dann ein stählerner Steg passiert werden, bevor der nächste Holzsteg erreicht wird. Dort geht es rechts in die Stadtmitte und damit zum Rathaus und der Tourist-Information.

 

Stadtinfo

Rathaus in Tuttlingen, DonauradwegTuttlingen, 649 m ü.N.N., 34.400 Einw., bezeichnet sich auch gern als „Stadt im Quadrat“, womit auf den nahezu quadratischen Umriß der Innenstadt angespielt wird. Diesen verdankt die Stadt dem Wiederaufbau nach einem verheerenden Stadtbrand von 1803. Wegen des schönen Wetters waren am 1.11.1803 nahezu alle arbeitsfähigen Tuttlinger vor den Toren der Stadt mit der Vorbereitung der Felder für den Winter beschäftigt, und damit die Ernte trocknen konnte, waren die Dachgauben in der Stadt weit geöffnet. Das begünstigte die Ausbreitung des beim Unteren Tor entstandenen Feuers, weshalb binnen weniger Stunden nahezu die gesamte Stadt niederbrannte.

Die Zeitgenossen erwiesen sich als hilfsbereit und spendeten Geld, Kleidung und Nahrung. Die Tuttlinger wiederum zeigten ihre Findigkeit, z.B. der junge Bäckermeister Stengelin. Dank der Spenden gab es zwar Mehl, aber wegen des Brandes keine Bäckerei mehr. Stengelin baute daher in einem Erdloch einen behelfsmäßigen Backofen und buk Brot. Auch aus Dankbarkeit erhielt er den Spitznamen „Lochbeck“, der sogar an seine Erben weitergegeben wurde, und noch heute veranstalten die Nachkommen alljährlich ein „Lochbecken“-Familientreffen.

Der Kurfürst von Württemberg entsandte alsbald seinen Baumeister Carl Leonhard von Uber nach Tuttlingen, und dieser plante für den Wiederaufbau zur Vermeidung künftiger Großbrände eine klassizistisch rechtwinklige Stadt mit ausreichendem Löschabstand zwischen den Gebäuden. Und so präsentiert sich Tuttlingen noch heute wohl aufgeräumt seinen Gästen.

Festung Honberg in Tuttlingen, DonauradwegDen besten Überblick über den regelmäßigen Grundriß der Stadt haben Sie von der Ruine der Festung Honberg auf dem gleichnamigen Hügel südöstlich der Innenstadt. Von dort in die Stadt zurückgekehrt bietet sich ein Besuch der städtischen Museen in der Donaustraße an: Das nach dem Stadtbrand von 1803 errichtete Tuttlinger Haus befindet sich weitgehend im Urzustand und gibt Einblicke in die Wohnkultur und die Lebensverhältnisse des 19. Jahrhunderts. Und im Fruchtkasten liegt der Schwerpunkt in der Stadt- und Industriegeschichte, insbesondere der Medizintechnik, da sich in Tuttlingen nämlich seit dem 19. Jh. Unternehmen niederließen, die auf die Entwicklung und den Bau von chirurgischen Instrumenten spezialisiert sind. Seit 1939 gibt es daher auch den Beruf des Chirurgiemechanikers, und Tuttlingen ist heute der bundesweit einzige Ausbildungsstandort dieser Sparte. Und daß diese Branche erfolgversprechend ist, beweist auch der seit Herbst 2003 in Tuttlingen angebotene Studiengang 'Master of Business Administration in Medical Device Industries' - was es alles gibt...

Tuttlingen, Donauradweg Tourist-Information, Rathausstraße 1, 78532 Tuttlingen, Fon 07461/99-340, Fax 07461/99-334,
E-Mail: touristik@tuttlingen.de, Internet www.tuttlingen.de.

Tuttlingen, Donauradweg Übernachtungsmöglichkeit in Tuttlingen

 

Nach einem Besuch der Stadtmitte und/oder Übernachtung kehren Sie zum „Rathaussteg“ zurück und folgen dem Donauradweg auf dem linken (nördlichen) Donauufer nach rechts. Damit wird alsbald eine Straßenbrücke mittels Unterführung unterquert, um im Anschluß zur nächsten Straßenbrücke zu fahren. Dort geht es rechts über die Donau hinweg und jenseits mit einem 270°-Rechtsbogen unter der Brücke her, um sodann an der schicken neuen Stadthalle vorbei zu fahren.

Immer nahe der Donau bleibend rollen die Räder bald auf der „Stadionstraße“ vorbei an eben diesem Stadion und dem Verkehrsübungsplatz und kurz darauf dann auf Schotter. Der Weg ist förmlich eingekeilt zwischen Fluß und Steilhang und führt verkehrsfrei aus der Stadt hinaus.

Nach einer Weile kommen Sie zu einer kleinen Ansammlung von Mehrfamilienhäusern, biegen dort links ab, überqueren die Donau und wählen an der damit alsbald erreichten Landstraße den breiten Radweg rechts. Mit einem weiten Linksbogen wird die Landstraße unterquert und bald ein Eisenbahnübergang erreicht. Es geht rechts über die Schienen hinweg und dann an ihnen entlang nach Nendingen.

Bei den ersten Häusern des Neubaugebiets halten Sie sich rechts, überqueren die Schienen, stoßen damit auf eine Straße, biegen rechts ein, absolvieren einen Linksbogen und kommen zu einer Vorfahrtstraße, die links durch das kleine Gewerbegebiet leitet. Damit gelangen Sie erneut an eine Vorfahrtstraße, queren gerade und fahren aus dem Ort hinaus, wobei die Räder nun wieder auf einspurigem Asphalt rollen.

Nach ein paar Schlenkern durch Wiesen führt die Route links und über einen Bach hinweg hinein nach Stetten (das sich selbst übrigens als „Das Dorf in der Stadt“ bezeichnet). Es geht ein wenig hügelan, und Sie versetzen bei einem Gasthof wenige Meter nach rechts, bevor Sie die Schienen und den Bahnhof überqueren, um unmittelbar danach rechts auf den Geh- und Radweg einer kleinen Straße abzubiegen.

Bald an Höhe verlierend geht es mit Hinweis halbrechts auf eine einspurig Asphaltierte, die zu einem Neubaugebiet leitet, das Sie geradewegs durchqueren, bis Sie auf eine Vorfahrstraße stoßen. Der Donauradweg führt hier links weiter, aber vielleicht machen Sie erst rechts einen Abstecher zur Oberstadt von Mühlheim.

 

Stadtinfo

Schloß in Mühlheim, DonauradwegMühlheim a.d. Donau, 664 m ü.N.N., 3.500 Einw., wurde 843 erstmals urkundlich erwähnt, doch war damit nicht die heutige Oberstadt gemeint, sondern die Altstadt unweit nordöstlich, wo die Karstquelle der „Wulf“ ganzjährig genügend Wasser spendete, um die Mühlräder (daher der Name Mühlheim) antreiben zu können. Die weitere Entwicklung wurde durch einen Handelsweg begünstigt, der hier die Donau querte, doch dauerte es noch bis zum Beginn des 13. Jh., bis auf dem Bergsporn südlich der Donau eine Burg errichtet und sich in ihrem Schatten eine Stadt entwickelte.

1409 verkauften die örtlichen Herren ihren Besitz an das Geschlecht derer von Enzberg, die aber damit nicht so glücklich geworden sein dürften, wie sie es sich vermutlich erhofft hatten; denn erstens zogen bald wegen Streitereien mit den neuen Herren einige wichtige Familien weg und zweitens verlagerte sich der Handelsweg etwas weiter westlich nach Tuttlingen, so daß Mühlheim bald zu einem beschaulichen Landstädtchen degradiert wurde. Der Dreißigjährige Krieg gab dem Ort den Rest und erst mit der Industrialisierung im 19. Jh. setzte ein kleiner Aufschwung ein.
Rathaus in Mühlheim, Donauradweg
Aus touristischer Sicht hat das aber auch Vorteile; denn so präsentiert sich Mühlheim heute nicht nur bescheiden, sondern auch in einem makellosen Kleid mit kleinen Gassen, hübschen Fachwerkhäusern (darunter das Rathaus), Resten der Stadtbefestigung sowie gleich zwei Schlössern, nämlich dem eigentlichen Schloß, das noch heute von den Enzbergern bewohnt wird (und daher nicht besichtigt werden kann), sowie dem vorderen Schloß, das einst wohl als Witwensitz der Enzberger diente, zwischenzeitlich aber von der Stadt aufgekauft wurde und nun neben einem kleinen Heimatmuseum die Tourist-Information beherbergt.

Mühlheim, Donauradweg Kultur- und Verkehrsamt, Vorderes Schloß, 78570 Mühlheim a.d. Donau, Fon 07463/8903, Fax 07463/990776, E-Mail: verkehrsamt@muehlheim-donau.de, Internet: www.muehlheim-donau.de.

 

Nach einem Besuch der Oberstadt kehren Sie zu der oben genannten Kreuzung zurück und folgen dem Donau-Radweg auf der Landstraße mit einen weiten Rechtsbogen, um direkt vor dem Ortsende mit Hinweis zur „Altstadt“ rechts abzubiegen und alsbald durch den Ortsteil zu rollen. Dort heißt es, Schwung zu holen; denn vorbei an der Kirche und dem Friedhof steigt die Strecke etwas an, bis Sie auf eine T-Kreuzung stoßen und rechts abbiegend die gewonnene Höhe alsbald wieder verlieren.

Es folgt eine sehr schöne Strecke; denn das Tal ist nun wesentlich enger, und der einspurige Asphaltweg verläuft mal nahe dem Wald, mal so gerade in ihm, mal näher, mal ferner der Eisenbahn und ebenso mal näher, mal ferner dem Fluß, bis Sie nach einer ganzen Weile die Eisenbahn unterqueren, ein Sägewerk passieren und auf eine abknickende Vorfahrtstraße stoßen, die geradeaus ein wenig hügelan sogleich zur nächsten Vorfahrtstraße leitet. Diese führt rechts noch ein wenig hügelan, dann aber sanft abwärts in die Innenstadt von Fridingen.

In Fridingen werden die Eiligen bald nach einer Tankstelle rechts abzweigen und nahe der Donau die Ortsmitte umgehen. Wer mehr von der Stadt sehen will, folgt der Vorfahrtstraße bis zu einer Rechtskurve, hält sich dort geradeaus und fährt so vorbei an der Touristinformation zur Kirche.

 

Stadtinfo

Fridingen, DonauradwegFridingen a.d. Donau, 626 m ü.N.N., 3.400 Einw., ist ein kleiner, aber feiner Ferienort, der nicht nur auf eine lange Stadtgeschichte (seit 1372 Stadt), sondern auch auf eine schmucke Altstadt und sogar noch ein paar Besonderheiten verweisen kann. Die erste finden Sie gleich im kleinen Zentrum, nämlich das Ifflinger Schloß, keine monströse Anlage, sondern ein bescheidener Bau, der heute das Museum Oberes Donautal beherbergt und Exponate zur Stadtgeschichte zeigt. Aber da das Wetter hoffentlich nicht schlecht, sondern sogar sehr gut ist, wenn Sie in Fridingen weilen, bietet sich vielleicht statt des Museumsbesuchs eher ein Besuch der Naturbühne Steintäle an, die in einer romantischen Schlucht liegt und mit Leichtigkeit für ein bleibendes Urlauserlebnis sorgt; Infos zum Programm finden Sie unter www.steintaele.de.

Fridingen, Donauradweg Fremdenverkehrsamt, Kirchplatz 2, 78567 Fridingen a.d. Donau, Fon 07463/8370, Fax 07463/83750, E-Mail: verkehrsamt@donau-heuberg.de, Internet: www.donau-heuberg.de.

© 2007 by Velo-Touring

Donauradweg (1)

Übersicht   |   weiter   

[Etappenbeschreibung als pdf-Datei herunterladen. 10 Seiten, ca. 250 KB]
[Etappenkarte als pdf-Datei herunterladen. 1 Seite, ca. 820 KB]

Seitenanfang