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Donauradweg (2)

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Etappe 2: Fridingen a.d. Donau – Beuron – Langenbrunn - Hausen – Thiergarten – Gutenstein – Dietfurth – Inzigkofen – Laiz – SigmaringenSigmaringendorfScheer – Ennetach – Mengen – Hundersingen – Binzwangen (65 km)

 

Sofern Sie im Besitz der CD "TOP 200" sind, können Sie sich die unten abgebildete Etappe mit eingezeichneter Streckenführung hier als Overlay-Datei herunterladen (ca. 16 KB).
Informationen zur CD TOP 200

Donauradwanderweg: Etappe 2 von Fridingen über Beuron, Inzigkofen, Sigmaringen, Scheer und Mengen nach Binzwangen

Quelle: ATKIS® DTK200-V, © Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2004

 

Von der Kirche aus folgen Sie der „Zehntscheunengasse“, biegen nach einem Rechtsschwenk links in die „Gartenstraße“ und wenig später rechts in die „Friedenstraße“ ab, um so zur Donau zu gelangen, wo es links weiter geht - alles solide mit Radhinweisen beschildert.

Bald nach dem Ort halten Sie sich beim Klärwerk links und umfahren mit einem weiten Bogen einen Hügel. Später gewinnen Sie ein wenig an Höhe, verlieren diese aber sogleich wieder und fahren danach rechts über die Donau hinweg. Jenseits geht es links und wieder etwas hügelan.

Bei dem alsbald erreichten Bauernhof mit Gasthaus namens „Ziegelhütte“ geht der Asphalt in Schotter über, der für wenige hundert Meter noch eben durch das enge Tal leitet, dann aber kurz steil ansteigt, wobei sogar Serpentinen geboten werden. Der Anstieg ist aber wirklich kurz und ihm folgt in Sichtweite eines Gehöfts eine sanfte Abfahrt, bevor es im weiten Linksbogen wieder etwas hügelan geht. Danach dürfen Sie sich erholen; denn ganz allmählich fällt die Strecke wieder ab.

Als Entschädigung für die Mühen werden zudem sehr schöne Ausblicke geboten, und es stören auch keinerlei Kfz die Ruhe und Beschaulichkeit. Nachdem Sie den Gasthof Jägerhaus - mit hoch gelegener Burg rechter Hand - passiert haben, wird es noch schöner; denn nun dürfen Sie teils unmittelbar unterhalb des Steilhanges mit dem kahlen Fels radeln und sollten vielleicht schon mal vorsichtshalber den Kopf einziehen...

Ohne Orientierungsprobleme und ohne sonderliche Anstrengung fahren Sie immer weiter auf dem gut beradelbaren Schotterweg am Waldrand entlang, bis eine Schranke passiert wird, der Weg nach rechts schwenkt und dann in einem Linksbogen in eine Asphaltbahn übergeht, die nun erst sanft, später deutlich ansteigt und nach Beuron leitet. Dort stoßen Sie bei den ersten Häusern schräg auf eine Vorfahrtstraße, und der Donau-Radweg versetzt mittels ihr wenige Meter links/rechts, um diesseits der Eisenbahn bleibend, den Ort sogleich wieder zu verlassen. Wenn Sie in die Ortsmitte möchten, bleiben Sie einfach auf der Vorfahrtstraße.

 

Ortsinfo

Beuron, DonauradwegBeuron, 625 m ü.N.N., 800 Einw., wurde 861 erstmals erwähnt, und zwar im Besitzverzeichnis des Klosters St. Gallen. Ein nennenswerter Aufschwung setzte aber erst 200 Jahre später ein, als das Augustiner-Chorherren-Stift gegründet wurde und bis zur Säkularisierung 1803 wuchs und gedieh. Sodann ging es in den Besitz der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen über, diente aber schon 60 Jahre später wieder Mönchen, nun den Benediktinern. Diese entwickelten die Erzabtei (seit 1884) zu einem Zentrum der religiösen Erneuerung und schufen damit das Mutterkloster der Beuroner Kongregation, mit derzeit 16 angeschlossenen Klöstern im deutschsprachigen Raum. Da sich jedes Benediktinerkloster selbst finanzieren muß (ora et labora!), haben die Mönche verschiedene Betriebe aufgebaut, so daß Sie sich z.B. in der Kloster-Buchhandlung mit geistiger und in der Kloster-Metzgerei mit leiblicher Kost versorgen können. Aber vielleicht interessieren Sie sich auch mehr für die Produkte der Kloster-Gärtnerei, nämlich Liköre, Kräuterweine, Kräuter-Essig und Kräutercremes - shoppen im Kloster, ja, warum auch nicht.

Beuron, DonauradwegUnd wo wir gerade bei den weltlichen Dingen sind: Da Sie sich inmitten des Naturparks Obere Donau befinden, kann ein bißchen Hintergrundwissen nicht schaden, weshalb sich ein Besuch des ehemaligen Bahnhofs von Beuron anbietet, weil dort mit dem Naturparkverein Obere Donau und dem Naturschutzzentrum Obere Donau gleich zwei dem Naturpark verbundene Institutionen residieren. Neben einer Dauerausstellung werden Wechselausstellungen, Vorträge und Führungen angeboten. Näheres erfahren Sie vor Ort (Wolterstraße 16, geöff. mo-fr 9-17 h, April-Okt. auch sa & so 13-17 h, Fon 07466 / 92800) oder im Internet unter www.naturpark-obere-donau.de und unter www. naturschutzzentren-bw.de.

Und wo Sie gerade am Bahnhof sind, fragen Sie sich womöglich, ob man nicht auch mit dem Zug durch das schöne Tal fahren kann. Kann man, mit dem Naturpark-Express, an Wochenenden und Feiertagen, einschließlich Fahrradmitnahme, so daß Sie einen netten kleinen Ausflug sowohl flußauf- wie -abwärts unternehmen können - Infos unter Fon 07466/9280-14 oder auf der Website des Naturparks (s.o.).

Beuron, Donauradweg Rathaus Hausen im Tal, Kirchstraße 18, 88631 Beuron, Fon 07579/9210-0, Fax 07579/9210-25,
E-Mail: info@beuron.de, Internet: www.beuron.de.

Beuron, Donauradweg Übernachtungsmöglichkeiten in Beuron

 

Die einspurig Asphaltierte leitet südlich der Eisenbahn langanhaltend abwärts, und Sie unterqueren später die Bahnlinie, bevor es mit einem Links-/Rechtsschwenk auf eine Fußgänger- und Radlerbrücke über die Donau geht. Jenseits müssen Sie kräftig in die Pedale treten; denn es geht recht steil bergan, bevor Sie auf eine asphaltierte Nebenstraße stoßen, die halbrechts sogleich wieder abwärts leitet. Dabei passieren Sie auch eine Kapelle linker Hand, wo ein Rastplatz zur Pause einlädt.

Nachdem Sie auf der kleinen Straße einen weiten Bogen geschlagen haben, geht es halbrechts zum nächsten Steg über die Donau, von dem aus ein schöner Blick auf die Burg Wildenstein geboten wird. Jenseits biegen Sie an der sogleich erreichten Kreuzung links ab, um auf Schotter zu einem einsam gelegenen Gehöft zu fahren. Ab dort rollen die Räder wieder auf Asphalt, und Sie können den Blick auf die nächste Burg genießen.

Eine Weile dürfen Sie noch beschaulich im Tal radeln, bevor die Strecke kräftig ansteigt, doch werden die Mühen mit einer Abfahrt entschädigt. Das Tempo müssen Sie aber in Sichtweite von Langenbrunn drosseln; denn in einem weiten Linksbogen zweigen Sie rechts auf Schotter ab. Der Schotter wird in einer S-Kurve noch einmal kurz durch Asphalt unterbrochen und leitet dann eine ganze Weile durch den Wald.

DonauradwegDanach schließen sich Betonplatten an, auf denen Sie in Sichtweite einer Gaststätte links über einen Parkplatz hinweg zu einer Vorfahrtstraße fahren, mittels der wenige Meter links/rechts versetzt wird, um direkt vor der Donau und damit auch vor dem Ort Hausen nun wieder auf Asphalt fahren zu dürfen. Wenn dieser endet, geht es auf Schotter kräftig hügelan und damit zu einem schönen Rastplatz, bevor Sie auf Asphalt abwärts sausen dürfen.

Noch vor der Brücke hinüber nach Neidingen müssen Sie aber bremsen, denn es geht, wenn die Straße nach links schwenkt, rechts. Eine Weile rollen die Räder noch auf Asphalt, doch dann geht es auf Schotter weiter und außerdem mal wieder kräftig hügelan. Dabei sollten Sie sich nicht täuschen lassen; denn wenn Sie denken, es bei einem Häuschen bereits geschafft zu haben, geht es erst richtig aufwärts.

Dafür wird auch eine lange und sanfte Abfahrt auf gut beradelbarem Schotter geboten, die fast bis zum Gasthof Neumühle reicht. Dort werden Sie übrigens wegen der spielenden Kinder gebeten abzusteigen, wobei sinnigerweise genau dort auch Kfz parken dürfen, aber die gefährden die Kinder wohl nicht...

Danach geht es auf Schotter weiter, der mal von besserer, mal von leidlicher Qualität ist. So kommen Sie genau auf der Höhe eines Tunneleingangs an einen beschrankten Bahnübergang, und mancher mag sich verleitet fühlen, die Abkürzung durch den Tunnel zu wählen. Aber abgesehen davon, daß dies doch recht gefährlich wäre, ist die Strecke um den Berg herum viel zu schön, als daß man auf sie verzichten sollte.

Auf der Höhe der Brücke hinüber nach Thiergarten zweigen Sie rechts auf Asphalt ab, der bis zu einem Gutshof reicht. Im Anschluß wird etwas hoppeliger Schotter geboten, bevor es auf Asphalt und über die Donau hinweg geht. Danach rollen die Räder wieder auf Schotter und parallel zur Landstraße, bis ein Rechts-/Linksschlenker auf Asphalt absolviert wird, um die Eisenbahn zu unterqueren und weiter nach Gutenstein zu fahren. Dort gelangen Sie an eine Kreuzung, biegen rechts ab und kommen mit einem Linksbogen direkt an die Donau, bevor diese überquert wird.

Sigmaringen-Gutenstein, Donauradweg Übernachtungsmöglichkeiten in Gutenstein


Jenseits geht es dem Verlauf der Straße folgend allmählich etwas aufwärts, bis Sie kurz nach der rechter Hand etwas höher gelegenen Kirche links in die „Hohenbergstraße“ abbiegen und rasant abwärts sausen. So kommen Sie zu einer Vorfahrtstraße und versetzen mit ihr über den Bahnübergang hinweg links/rechts, um im Anschluß wieder geruhsam im Tal radeln zu können.

Der Belag wechselt von Schotter zu Asphalt, dann zu altem schadhaftem Asphalt, der schon fast wieder zu einem Schotterweg zurückgebildet ist, bevor die Eisenbahn im Tunnel verschwindet und Sie nun auf wieder gutem Asphalt kräftig hügelan radeln müssen. Danach geht es ebenso wieder abwärts und dann auf einem Schotterweg zu einem Steg über die Donau.

Jenseits setzt sich der Schotterweg fort, und Sie unterqueren die Eisenbahn, bevor es ein wenig aufwärts und damit zu einem asphaltierten Weg geht, auf dem Sie auf die Höhe von Dietfurth gelangen, dessen Silhouette von der alten Burg auf dem Bergsporn beherrscht wird. Die Landstraße wird gerade gequert, so daß der Ort rechter Hand liegen bleibt, und die Fahrt setzt sich noch eine Weile auf einer ältlichen Asphaltbahn fort, bevor Sie bald nach einem Minitunnel und einem Rastplatz auf Schotter einen weiten Bogen schlagen, um zuerst die Eisenbahn zu unterqueren, dann einen Bach zu überqueren, sodann nochmal die Eisenbahn zu unterqueren und um schließlich direkt neben der Bahntrasse nahe der Donau zu radeln.

Bald entfernen Sie sich etwas von den Schienen und schlagen auf altem Asphalt durch ein Wäldchen einen Bogen, bevor sich neuer und glatter Asphalt anschließt, der wieder an die Bahn heran und bis zum Bahnhof von Inzigkofen leitet. Dort biegen Sie rechts ab und überqueren die Donau.

Nun gilt es, die Kräfte zu sammeln, denn es folgt ein langer sanfter Anstieg zum Kloster von Inzigkofen, wobei Sie sich nicht zu früh freuen sollten, wenn Sie die Häuseransammlung Nickhof erreicht haben; denn es geht fast bis ganz hinauf zur Hügelkuppe. Wenn dort die Straße nach rechts schwenkt, rollen Sie geradeaus auf einem Schotterweg sanft abwärts durch schönen, parkartigen Baumbestand und damit bald durch das mächtige Tor des Klosters.

 

Ortsinfo

Inzigkofen, 630 m ü.N.N., 2.900 Einw., ist zwar nur ein kleiner Ort, verdient aber durchaus einen längeren Aufenthalt, wenn Sie die Seele nicht nur beim Radeln baumeln lassen, sondern ihr und dem Geist auch mal etwas gönnen wollen. Z.B. lohnt ein Spaziergang im immerhin ca. 25 ha großen Park. Beginnend nahe der oben erwähnten abknickenden Vorfahrtstraße geht es durch den Parkeingang zunächst Richtung Donau, wo am rechten Ufer, der Amalienfelsen mit einer Höhe von fast 29 m aufragt und mit einer Inschrift an Amalie Zephyrine erinnert, deren Betreiben die Parkanlage zu verdanken ist. Steil ansteigend geht es sodann zur Teufelsbrücke, die 1843 als Holzbrücke errichtet wurde, inzwischen aber durch eine Betonkonstruktion ersetzt wurde.

Gemütlich voranschreitend kommen Sie zum Känzele, einem malerischen Felsvorsprung mit schönem Blick ins Tal. Da der Genuß süchtig macht, geht es gleich weiter mit der nächsten Sensation; denn abwärts gelangen Sie nun zu den Grotten einschließlich romantischem Felsentor. Somit fehlt nur noch ein gemächlicher Ausklang, den die Mitte des 19. Jh. angelegte Lindenallee bietet, und die zurück zum Kloster leitet.

Kloster Inzigkofen, DonauradwegDas einstige Augustiner-Chorfrauenstift dient übrigens seit 1948 als Volkshochschulheim und bietet verschiedenste Veranstaltungen an, um den geistigen (und seelischen) Horizont zu erweitern. Kloster Inzigkofen, DonauradwegFür die Wochenendseminare und Wochenkurse kann in den einstigen Nonnenzellen übernachtet werden, keine Sorge, sie sind zwar einfach eingerichtet, doch muß nicht auf modernen Komfort verzichtet werden. Informationen gibt es unter Fon 07571/7398-0, Fax 07571/7398-33, E-Mail: info@vhs-heim.de, Internet: www.vhs-heim.de.

Wer nach einem Spaziergang durch den Park noch nicht erschöpft ist, schaut vielleicht noch beim Bauernmuseum vorbei, das in der ehemaligen Zehntscheuer untergebracht ist und bäuerliche Arbeitsgeräte präsentiert (Führungen nach Voranmeldung unter Fon 07571 / 52415). Oder Sie besuchen noch den Kräutergarten, in dem bekannte und auch weniger bekannte Nutzpflanzen, Küchenkräuter und Heilpflanzen gehegt und gepflegt werden (im Sommer tägl. geöff., Infos unter Fon 07573 / 719).

Inzigkofen, Donauradweg Bürgermeisteramt, Ziegelweg 2, 72514 Inzigkofen, Fon 07571/7307-11, Fax 07571/7307-25,
E-Mail: post@inzigkofen.de, Internet: www.inzigkofen.de.

 

Unweit des Klosters biegen Sie gemäß dem großen Radhinweis links ab und sausen steil abwärts. Da die Sicht durch nichts behindert wird, können Sie das Rad mal so richtig laufen lassen, und kommen über eine kleine Kuppe hinweg auf einspurigem Asphalt nach Laiz. Auch dort verlieren Sie noch recht ordentlich an Höhe und stoßen genau auf der Höhe der Donaubrücke auf eine Vorfahrtstraße, die geradewegs gequert wird, um weiter auf Asphalt ganz nahe der Donau zu radeln.

Später endet der Asphalt, und es geht auf Schotter nahe der Donau weiter. So kommen Sie unter einer Bundesstraße hindurch sowie am Freibad als auch dem Campingplatz vorbei - zwischendurch auch mal kurz auf Asphalt radelnd - und biegen bald nach dem Campingplatz gemäß dem Hinweis zur Innenstadt halbrechts auf eine zweispurige Asphaltierte ab. An dem bald erreichten Kreisverkehr queren Sie gerade mit einem Tick rechts, so daß Sie in die „Laizer Straße“ kommen. Schon bald knickt die Vorfahrt rechts ab, und Sie können geradeaus entgegen der Einbahnstraße in die Innenstadt von Sigmaringen schieben.

 

Stadtinfo

Schloß in Sigmaringen, DonauradwegSigmaringen, 580 m ü.N.N., 17.500 Einw., verdankt seine Entstehung im Grunde einer Mode, denn in der zweiten Hälfte des 11. Jh. ließ sich das im wesentlich älteren Sigmaringendorf ansässige Adelsgeschlecht dem allgemeinen Trend folgend eine Hochburg auf dem Felsen über der Donau errichten. 1077 wurde diese Burg erstmals erwähnt und trug den Namen „Sigimaringin“. Mehrfach wechselte in den nächsten Jahrhunderten der Besitz der Burg, bis 1535 die Grafen und späteren Fürsten von Hohenzollern die Burg als österreichisches Lehen übernahmen.

Die weitläufigen Beziehungen der hochadligen Familie (z.B. zu der fränkischen Linie der Hohenzollern, die später die preußischen Könige stellten) sicherten der Stadt nicht nur ihr Auskommen, sondern verschafften ihr ab 1806 auch den Status einer Hauptstadt, nämlich des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen. Das erforderte natürlich einen repräsentativen Ausbau der Stadt, wovon sie noch heute profitiert.

1849 war es in gewisser Weise aber schon wieder mit der Herrlichkeit vorbei; denn Fürst Karl Anton trat die Souveränität an die Verwandten in Preußen ab, wurde dafür aber ein paar Jahre später immerhin preußischer Ministerpräsident und wußte auch seine Kinder so geschickt unterzubringen, daß sich die Sigmaringer heute mit den rumänischen und belgischen Königshäusern verwandt fühlen dürfen. Fast hätte sogar ein Sigmaringer 1869 den spanischen Thron bestiegen, was vordergründig zum Ausbruch des Deutsch-Französischen Kriegs 1870/71 führte - in Wirklichkeit ging es schlicht um die Vorherrschaft in Kontinentaleuropa.

Geblieben ist der Stadt das Schloß, das sein heutiges Aussehen dem Neubau von 1895-1905 verdankt, nachdem der Vorgängerbau 1893 einem Brand zum Opfer gefallen war. Bei einer Besichtigung werden Ihnen reiche Kunstschätze in prachtvollen Sälen gezeigt. Im Marstall können Sie im Luxus früherer Fortbewegung schwelgen, nämlich Jagd-, Reise- und Galawagen, Schlitten und Sänften bewundern. Die prähistorischen Sammlungen werden die geschichtlich Interessierten befriedigen, während sich andere vielleicht lieber der Waffensammlung widmen werden, die vor allem auch kuriose Waffen beherbergt und Exponate aus sieben Jahrhunderten präsentiert. Bei einer Führung können Sie sich sogar in den Foltermethoden des Mittelalters unterweisen lassen, so daß das Schloß Sigmaringen eines Besuches lohnt: geöff. Feb.-April tägl. 9.30-16.30 h, Mai-Okt. tägl. 9.00-16.45 h, Fon 07571 / 729230, weitere Infos unter www.hohenzollern.com.

Heimatmuseum im Runden Turm in Sigmaringen, DonauradwegDarob sollte die Stadt aber nicht vergessen werden, deren Geschichte Sie im Runden Turm (Antonstraße 22, geöff. mi, sa & so 14-17 h, Eintritt frei) ergründen können, der einst als Wehrturm diente, nach Zerstörung und Wiederaufbau dann aber als Wohnturm genutzt wurde, bevor 1970 das Heimatmuseum hier einzog.

Wenn Sie lieber die örtliche Kunstszene kennen lernen möchten, sollten Sie beim Alten Schlachthof (Georg-Zimmerer-Straße) vorbeischauen, da er heutzutage Ateliers beherbergt und als Kulturzentrum dient. Darüber hinaus werden wechselnde Kunstausstellungen im Kulturzentrum Alte Schule geboten, so daß Ihnen nicht langweilig werden muß.

Für einen Stadtrundgang gibt es einen kleinen Prospekt bei der Tourist-Information mit kurzen Infos zu den jeweiligen Sehenswürdigkeiten. Wer mag kann sich vorab auf der Website der Stadt informieren: www.sigmaringen.de -> Tourismus & Kultur -> Sehen & Erleben -> Stadtrundgang.

Sigmaringen, Donauradweg Tourist-Information, Fürst-Wilhelm-Straße 15, 72488 Sigmaringen, Fon 07571/106-222, Fax 07571/106-221, E-Mail: tourismus@sigmaringen.de, Internet: www.sigmaringen.de.

Sigmaringen, Donauradweg Übernachtungsmöglichkeiten in Sigmaringen

 

Auf der Höhe des Schlosses können Sie rechts entgegen der Einbahnstraße zum „Leopoldplatz“ schieben. Dort sehen Sie jenseits eine Fußgängerampel, können sich dank ihr links in den Verkehr einordnen und sofort rechts in die „Karlstraße“ abzweigen. Auf dieser radeln Sie eine ganze Weile stadtauswärts, bis Sie direkt vor einer Kirche mit Radhinweis nach Mengen links abbiegen, um alsbald einen Rechtsbogen zu absolvieren und dann einfach dem Verlauf der Straße folgend die Stadt zu verlassen.

Mit einem Rechts-/Linksschlenker kommen Sie so vorbei an der Kläranlage wieder näher an die Donau, verlieren sie im Wald auch mal aus den Augen, gelangen dafür aber mit sanften Wellen und ohne Orientierungsprobleme auf Asphalt genüßlich nach Sigmaringendorf.

 

Sigmaringendorf, Donauradweg Übernachtungsmöglichkeiten in Sigmaringendorf

 

Im Ort verlieren Sie ein wenig an Höhe und radeln bis zur abknickenden Vorfahrtstraße an der Donaubrücke, wo es rechts weiter geht. Wenn die Straße nach den letzten Häusern rechts abknickt, geht es links, und wenn diese Straße auch gleich wieder nach rechts abknickt, geht es erneut links. Damit rollen die Räder auf Asphalt abwärts zur Donau und ab dort auf Schotter.

Schnurstracks geht es so weiter nach Scheer, wo Sie sich links halten, wenn der Weg geradezu in Asphalt übergeht und stark ansteigt, um auf einem schmalen Schotterweg bald die Eisenbahn zu unterqueren. Achtung: Kopf einziehen; die Durchfahrtshöhe beträgt nur 1,80 m.

Es folgt ein kurzer Anstieg, an dessen Ende Sie auf Asphalt gelangen und vor dem Abwärtssausen noch dem schönen Schloß rechter Hand einen Blick gönnen können. Nach dem Abwärtsrollen geht es rechts (Achtung, nicht scharfrechts), dann in kurzer Folge links/rechts/links und so zur Donau, wo Sie rechts zur Donaubrücke kommen und die B 32 geradewegs queren.

 

Stadtinfo

Schloß in Scheer, DonauradwegScheer, Die Skyline von Scheer, 577 m ü.N.N., 2.700 Einw., wird vom Schloß beherrscht, was nicht nur auf die beachtliche Größe, sondern vor allem darauf zurückzuführen ist, das es auf einem Felsen thront. Auf diesen Felsen bezieht sich wohl auch der Name der Stadt, denn er soll sich vom keltischen Wort „scera“ ableiten, welches schlicht und einfach „Fels“ bedeutet.

Obwohl die Obrigkeit so offensichtlich in der Stadt präsent war, oder vielleicht gerade deshalb zählten Stadt und Umland zu den Regionen, in denen sich die Bevölkerung von den Bauernkriegen bis zur Französischen Revolution immer wieder auflehnte und sich fast jede Bauerngeneration an Fron- und Steuerverweigerungen, Tumulten und Prozessen beteiligte. Doch keine Sorge: Heute sind die Bürger friedliebend, und Scheer ist genau der richtige Ort für eine Übernachtung, wenn Sie dem Trubel andernorts ausweichen wollen. Zudem ist die Altstadt schön herausgeputzt, so daß für ein nettes Ambiente beim Verdauungsspaziergang gesorgt ist; das Schloß kann allerdings nicht besichtigt werden.

Lorettokapelle in Scheer, DonauradwegDafür können Sie sich aber auf das linke Donauufer begeben und der Lorettokapelle einen Besuch abstatten. Die Kapelle wurde vom seinerzeit hier herrschenden Graf Wilhelm Heinrich von Waldburg gestiftet. Lorettokapellen sind Nachbildungen der Wallfahrtskirche im italienischen Loreto (weshalb es eigentlich Loretokapelle heißen müßte, aber Schwamm drüber) und wurden meist von adligen Pilgern finanziert. Nun soll man einem geschenkten Gaul nicht ins Maul schauen, aber es schadet nicht zu wissen, daß die Kapelle 1628-1631 erbaut wurde, d.h. mitten im Dreißigjährigen Krieg. Diente die Stiftung also womöglich mehr der Gegenreformation als der Huldigung Gottes?

Scheer, Donauradweg Bürgermeisteramt, Hauptstraße 1, 72516 Scheer, Fon 07572/7616-0, Fax 07572/7616-52,
E-Mail: irmler@scheer-online.de, Internet: www.stadt-scheer.de.

 

Bald schwenkt die Straße nach rechts, und Sie halten sich hier noch geradeaus, um wenige hundert Meter weiter rechts abzuknicken und erneut zur B 32 zu gelangen. Um eine sichere Überquerung zu ermöglichen, wurde eigens eine sog. „Lückenampel“ installiert, die Sie mittels Induktionsschleife beeinflussen können. Jenseits geht es halblinks weiter, bald über die Eisenbahn hinweg und dann an ihr entlang nach Ennetach.

Dort folgen Sie dem Verlauf der Straße, bis Sie bei einem Bahnübergang auf eine abknickende Vorfahrtstraße („Scheerer Straße“) stoßen, in die Sie rechts einbiegen und dem Velostreifen folgen. Wenn die Vorfahrtstraße beim Römermuseum (mit Café Domus und Touristinformation) links abknickt, geht es geradeaus und wenig später über eine Eisenbahnlinie hinweg. Direkt danach sollten Sie den Radweg links wählen; denn mit ihm wird die Ortsumfahrung unter- und danach ein Graben überquert. Im Anschluß halten Sie sich rechts, knicken alsbald automatisch links ab, passieren das Freibad und biegen nach einem Graben mit Radhinweis links ab.

Derart auf die Kirche zu radelnd kommen Sie vorbei an Sportanlagen und einer Kita mit einem Rechtsbogen zur „Hauptstraße“ (B 311) und folgen dieser links in die Stadtmitte.

 

 Stadtinfo

Römermuseum in Mengen, DonauradwegMengen, 561 m ü.N.N., 10.100 Einw., ist genau der richtige Ort, wenn Sie sich einmal eingehender mit der Geschichte der Römer befassen wollen; denn in dem direkt an der Etappe liegenden, modernen Römermuseum Mengen-Ennetach (geöff. di-so 10-18 h) werden nicht nur Funde aus dem in der 2. Hälfte des 1. Jh. u.Z. auf dem Ennetacher Berg gelegenen Kastell gezeigt, sondern auch archäologische Methoden erläutert, in die Geschichte und Geographie der Römerzeit in Südwestdeutschland eingeführt und das seinerzeitige Alltagsleben präsentiert. Exponate zu Handel, Mode, Bauweise, Religion, Essen und Trinken einschließlich Hörspielen und Videoclips (mit dem Hinweis darauf, daß unser Römerbild vor allem durch Hollywoodfilme geprägt ist) sorgen für einen umfassenden Eindruck. Wer dadurch auf den Geschmack gekommen ist, wird vielleicht die Glaskanzel betreten und einen Blick auf den Ennetacher Berg werfen oder sogar dem archäologischen Wanderweg folgen wollen. Der Weg beginnt direkt am Museum, führt zu diesem Berg und unterwegs an verschiedenen Infotafeln vorbei, so daß der Wissensdurst gestillt werden dürfte (Dauer der Rundwanderung ca. 1½- 2 Std.) - weitere Infos zum Museum unter www.roemermuseum.mengen.de.

Körperliche Ertüchtigung macht hungrig, und da bietet es sich an, nach so eingehender Beschäftigung mit den Römern im Café Domus (direkt im Museum) zu Abend zu speisen. Dort wird nämlich für Gruppen zwischen 15 und 25 Personen ein fünfgängiges Römeressen einschließlich „römischem“ Tafelwein geboten und - das dürfte nun wahrlich recht exklusiv sein - auch noch die passende Kleidung! Alle Speisen werden übrigens nach dem Kochbuch des Apicius aus dem 2. Jh. u.Z. zubereitet - Voranmeldung bei Familie Jäger unter Fon 07572 / 769506.

Heimatmuseum in Mengen, DonauradwegNatürlich hat Mengen noch mehr zu bieten, so z.B. das Heimatmuseum, das 1968 in der „Alten Post“ eingerichtet wurde. 1686 wurde der Fachwerkbau erstmals erwähnt, und zwar als Posthalterei der Thurn- und Taxis'schen Postlinie. Bis um 1900 diente das Haus der Post, und entsprechend werden Sie in der Eingangshalle mit Postkutschen empfangen. Die Ausstellungen zur Stadtgeschichte, sakralen Kunstwerken und Skulpturen werden durch das Mengener Empire-Zimmer aus der Zeit um 1810 ergänzt, das einst vom Thurn- und Taxis’schen Posthalter als Musikzimmer genutzt wurde. Außerdem können Sie sich noch über landwirtschaftliche Geräte informieren sowie einen Blick in eine bäuerliche Wohn- und Schlafstube nebst Küche werfen.

Mengen, Donauradweg ReiseCenter und Touristinformation, Im Bahnhof, 88512 Mengen, Fon 07572/7629-60,
Fax 07572/7629-70, E-Mail: info@mengen.de, Internet: www.mengen.de.

 

Die Innenstadt verlassen Sie auf der „Hauptstraße“ Richtung Nordosten und stoßen kurz vor dem Bahnhof auf einen Kreisverkehr, an dem Sie rechts abbiegen. Sofort danach sollten Sie die Linksabbiegespur zu einem Gewerbebetrieb beim Bahnhof nutzen, um auf den Geh- und Radweg links der Straße zu wechseln. Zwar müssen Sie noch den Lärm des nicht unerheblichen Verkehrs auf der B 311 ertragen, werden dafür aber sicher unter der Eisenbahn und der B 32 hindurch geführt.

Danach radeln Sie parallel zur Straße auf dem Geh- und Radweg bis nahe an die Donau, queren aber noch vor ihr die Landstraße nach rechts und fahren hinaus aufs freie Feld. 1½-spuriger Asphalt leitet Sie mit einigen Schlenkern bis zu einer einsam gelegenen Donaubrücke, vor der Sie rechts auf einen Schotterweg einbiegen.

Nach einer Weile schwenkt der gut beradelbare Weg von der Donau weg und quert später mit einem Rechtsschwenk einen Hochwasserschutzdamm. So stoßen Sie auf eine Asphaltbahn, der Sie links folgen, bis Sie auf eine Straße stoßen, die halblinks hinein nach Hundersingen führt.

Die Route folgt der Ortsstraße bis zu einer Vorfahrtstraße auf der Höhe der Donaubrücke, und Sie versetzen rechts/links, um auf einer guten einspurig Asphaltierten durch die Wiesen und Felder zu fahren. Bald nach einem netten Rastplatz, der in dieser windigen, fast baum- und strauchlosen Gegend, vor allem Windschutz bietet, wechselt der Belag zu gutem Schotter, dem Sie ca. 1 km weiter nach Norden (Tick Osten) folgen. Halblinks geht es sodann gemäß Hinweis auf einen asphaltierten Geh- und Radweg, der mit ein paar Schlenkern nach Binzwangen führt, wo Sie vorbei am Sportplatz zu einem Rastplatz kommen. Genau dort endet die Etappe wegen des Kartenblattschnitts.

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Donauradweg (2)

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