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Flaeming-Skate® (4)
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Etappe 2: Jüterbog – Bochow – Hohengörsdorf – Fröhden – Schlenzer – Wahlsdorf – Heinsdorf – Hohenseefeld – Wiepersdorf – Welsickendorf – Körbitz – Langenlipsdorf – Oehna (58 km)
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Sofern Sie im Besitz der CD "TOP 200" sind, können Sie sich die unten abgebildete Etappe mit eingezeichneter Streckenführung hier als Overlay-Datei herunterladen (ca. 5 KB).
Informationen zur CD "TOP 200"
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Quelle: ATKIS® DTK200-V, © Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2004
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Die Etappe folgt weit überwiegend dem Rundkurs 6 und beschert sanfte Wellen sowie hoffentlich nicht allzu starke Winde.
Davon ausgehend, daß Sie mit der Bahn anreisen, beginnt die Etappe in Jüterbog, wobei nicht unterschlagen werden soll, daß die Anfahrt zum Rundkurs 6 erheblich verkürzt werden kann, in dem man mit dem Regional-Express bis nach Oehna (südlich von Jüterbog) fährt. Aber wenn man schon mal dort ist, lohnt auch ein Besuch der Altstadt von Jüterbog.
Daher empfehle ich, sich nach dem Verlassen des Bahnhofs gen Südosten links zu halten und von den beiden in etwa vis-à-vis der Fahrradstellplätze befindlichen Gehwegen den linken zu wählen. Das bedeutet zwar, daß Sie Ihr Velo ein paar Stufen abwärts tragen müssen, doch müssen Sie danach nur noch eine Straße queren, über eine Wiese abwärts rollen, kurz links in eine Betonplattenstraße fahren und wenige Meter weiter rechts in den „Wilhelm-Kempff-Weg” abzweigen, um sodann lauschig radeln zu dürfen.
Denn die Route führt zu einem Graben, wobei der Weg erst noch ein bißchen schmal ist, später aber breiter wird und als Allee ausgebaut wurde. Nach einer ganzen Weile endet diesseits des Grabens der Weg, und Sie versetzen rechts/links über das Gewässer hinweg, um sich wenige Meter weiter rechts haltend zu einer Straße zu gelangen. Leicht nach links versetzend 'biegen' Sie in die „Lessingstraße” ein und radeln – sich an der nächsten Kreuzung einfach geradeaus haltend – auf den „Markt” von
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Stadtinfo
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Jüterbog, 71 m ü.N.N., 12.800 Einw., wo Sie sogleich das mächtige Rathaus bewundern können, dem die einstige Bedeutung und der beachtliche Wohlstand der Stadt anzusehen ist. 1174 wurden der erstmals 1007 schriftlich erwähnten Kommune die Stadtrechte verliehen, und die wußten die Bürger augenscheinlich zu ihrem Vorteil zu nutzen; denn man konnte sich im 13. Jh. eine machtvolle Stadtmauer mit drei Doppeltoren leisten (nebenstehend das Dammtor, Foto: Lienhard Schulz). An den Toren findet man übrigens kleine Tafeln mit der denkwürdigen Inschrift: „Wer seinen Kindern gibt das Brot und leidet nachmals selber Not, den schlage man mit der Keule tot.” Sinnigerweise hängt die Keule auch gleich daneben, so daß gewisse Sorgen durchaus berechtigt erscheinen. Und ob sich die Jüterboger auch heute noch an die Regel halten, verrate ich natürlich nicht.
Nach über 50jähriger Bauzeit wurde das Rathaus 1507 vollendet, parallel wurden aber auch die Nikolaikirche und die Mönchenkirche des Franziskanerklosters fertiggestellt, so daß die Jüterboger mit ihrem Schaffen recht zufrieden gewesen sein dürften. Die Blütezeit endete aber im Dreißigjährigen Krieg, und Jüterbog verblieb nur noch die Rolle eines bedeutungslosen Provinznestes.
Von 1635 an gehörte Jüterbog zu Sachsen, geriet aber 1815 unter preußische Fittiche, da die Sachsen an der Seite Napoleons gekämpft hatten und dafür dadurch bestraft wurden, daß sie zwei Drittel ihrer Fläche sowie ein Drittel ihrer Bevölkerung an Preußen verloren. Der Stadt ging es in der Folge so schlecht, daß sie die Obrigkeit mehrfach aufforderte, doch bitteschön eine Garnison anzusiedeln. Der Wunsch wurde schließlich erhört, und 1832 bezog eine Reiterkompanie ihr Quartier in Jüterbog.
Ab 1860 begann man mit dem Bau eines Artillerie-Schießplatzes, der in den folgenden Jahrzehnten immer wieder umgebaut und erweitert wurde. So wurden z.B. 1870 gleich 9.000 französische Kriegsgefangene in einem Barackenlager, dem späteren 'Alten Lager', untergebracht und zum Ausbau der militärischen und zivilen Infrastruktur gezwungen, darunter natürlich auch zur Vergrößerung des Schießplatzes. 1889 reichte das nicht mehr, man beschloß den Bau eines zweiten Schießplatzes und damit auch eines 'Neuen Lagers'. Nach der Jahrhundertwende experimentierte man auch mit Luftschiffen, trainierte den Bombenabwurf im Wald bei Markendorf (östlich von Jüterbog) und baute die Luftschiffhallen 'Albrecht' und 'Baer'. Noch während des Ersten Weltkriegs begann der Ausbau des Stadtteils Damm (südlich der Altstadt) zum Fliegerhorst. Darauf bauten die Nazis auf und erweiterten u.a. mal wieder den Truppenübungsplatz, wofür die Dörfer Zinna, Mehlsdorf und Felgentreu (nördlich von Jüterbog) geräumt und die Bewohner umgesiedelt wurden. Im nebenstehenden Offiziers-Kasino wird man vom Endsieg geträumt haben, doch übernahmen 1945 die Sowjets die Regie und bauten – na?, ja genau – den Truppenübungsplatz aus. Nicht kleckern, sondern klotzen, war angesagt, und durch Brandrodungen wurden mal eben auf 120 km² ein Panzerschießplatz und ein Bombodrom geschaffen. Schließlich lebten rund 40.000 Sowjets in und um Jüterbog, dreimal soviel wie die Stadt an Einwohnern zählte, doch seit 1994 ist der Spuk vorbei und Konversion angesagt.
Von schweren Bombenangriffen blieb die Stadt im Zweiten Weltkrieg verschont, und da seit der Wende erhebliche Mittel in die Altstadtsanierung geflossen sind, präsentiert sich Jüterbog heutzutage mit mittelalterlichem Stadtgrundriß und zahlreichen Einzeldenkmalen. Viele Straßen und Plätze wurden instandgesetzt, der Umbau der Ortsdurchfahrt der B 102 soll in den nächsten Jahren erfolgen. Wenn Sie mehr über die Geschichte der Stadt in Erfahrung bringen wollen, sollten Sie die nebenstehende Mönchenkirche besuchen; denn auf dem dortigen Areal des einstigen Franziskanerklosters befindet sich außer der Stadtinformation, der Stadtbibliothek, einer Bühne für verschiedenste Veranstaltungen und dem kulturhistorischen Archiv auch das Stadtmuseum – geöffnet di-so 12-17 h, do -18 h.
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Stadtinformation im Mönchenkloster, Mönchenkirchplatz 4, 14913 Jüterbog, Fon 03372 / 463113, Fax 03372 / 463450,
E-Mail stadtinformation@jueterbog.de,
Internet www.jueterbog.de.
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Nach der Besichtigung der Altstadt setzen Sie die Fahrt am „Markt“ fort, radeln zur „Großen Straße“ (das ist die B 102) und queren diese leicht versetzt, um einer schmalen Gasse zu dem kleinsteingepflasterten Weg mit dem schönen Namen „Hinter der Mauer“ zu folgen. Rechts geht es schnurstracks bis zu einem Wachturm der Stadtbefestigung, und Sie halten sich vor diesem links, um auf unbefestigtem Grund zum „Südweg“ zu gelangen, der – wie es der Name verspricht – nach Süden leitet. Auf Asphalt schlagen Sie einen Haken rechts/links und radeln bald sanft hügelan bis zu einer abknickenden Vorfahrtstraße. In diese 'biegen' Sie gerade ein und folgen dem guten Asphaltband schnurstracks vorbei an leerstehenden Kasernen rechter Hand und dem Friedhof zur Linken aus der Stadt hinaus und weiter nach Bochow.
Kaum daß Sie den Ort erreicht haben, biegen Sie an der ersten Kreuzung links ab und finden nach dem Passieren von Ställen und Scheunen rechter Hand die Rundkurse 4 und 6 der Flaeming-Skate®. So geht es nach Osten zur B 101 und jenseits bald sanft hügelan nach Hohengörsdorf. Dort quert die Route die B 102 und verläuft entlang dem nordwestlichen Ortsrand, bevor eine lange sanfte Abfahrt nach Fröhden beschert wird. Im Ort passieren Sie die Kirche und kreuzen eine Vorfahrtstraße gerade, um auf einem schmalen Weg vorbei an einem Betriebshof rechter Hand bis zu einem Abzweig zu radeln. Dort folgt die Etappe rechts dem Rundkurs 6.
Schon bald nach dem Verlassen des Ortes steigt die Strecke recht ordentlich an, was nicht verwunderlich ist, nennt sich Schlenzer doch stolz „Bergdorf“. Aber vielleicht hilft Petrus ein wenig nach und beschert Ihnen Rückenwind, so daß dieser Abschnitt nicht so schwer fällt. Danach geht es erst mal wieder abwärts, allerdings etwas zu viel, so daß Sie bis Wahlsdorf erneut ein paar Höhenmeter sammeln müssen, um dort noch vor den ersten Häusern rechts abzuzweigen. Bald knickt die Etappe links ab und leitet sodann direkt am Freibad vorbei, was den einen oder anderen zu einer Pause verleiten mag.
Nach Wahlsdorf dürfen Sie sich bei unangenehmem Wind darüber freuen, daß die Strecke quasi im Knick verläuft; denn sowohl rechts zum Acker als auch links zur Straße hin säumen Bäume und Büsche den Weg. In Heinsdorf versetzt die Route bei den ersten Häusern rechts/links, führt westlich der Ortsmitte bis zu einer querenden Straße sowie danach hinter den Grundstücken entlang bis zu einer Landstraße, entlang der es schnurstracks nach Südwesten geht. Bei einem Waldstück versetzt die Route nach Westen, und dank der Felder haben Sie einen perfekten Ausblick auf die Windenergieanlagen, denen Sie im Anschluß recht nahe kommen.
Der „Niebendorfer Weg” leitet in Hohenseefeld zur B 102, die Sie queren, um mit einem kleinen Schlenker links/rechts zur Straße „Am Graben” zu gelangen. Sodann müssen Sie Obacht geben; denn schon beim nächsten Abzweig führen die Rundkurse 1 und 6 rechts weiter – Hinweise vorhanden.
Die Route verläuft Richtung Kirche, versetzt bald ein wenig rechts/links und leitet dann am westlichen Ortsrand entlang nach Süden, bevor es mit einem Rechtsknick hinaus in die Felder und ein wenig hügelan geht. In Wiepersdorf fahren Sie geradewegs in den Ort, bevor die Räder rechts am Dorfanger entlang rollen und Sie wenige Meter weiter auf die „Bettina-von-Arnim-Straße” stoßen. Diese Straße heißt nicht umsonst so; denn links abbiegend gelangen Sie zum
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Info
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Schloß Wiepersdorf, das Joachim Erdmann von Arnim auf Friedenfelde in der Uckermark (ach, was für ein Titel) 1780 zusammen mit dem sogenannten Ländchen Bärwalde käuflich erwarb. Ein Jahr später wurde sein zweiter Sohn Ludwig Achim von Arnim geboren. Kurz darauf verstarb die Mutter an den Folgen der Geburt, und Ludwig Achim sowie sein Bruder Carl Otto wuchsen bei der Großmutter in Berlin auf. Nach dem Tod des Vaters 1804 erbten die Brüder das Ländchen Bärwalde, und Ludwig Achim heiratete 1811 Bettina Brentano (1785-1859), mit der er 1814 auf das Gut Wiepersdorf zog.
Allerdings hat es Bettina von Arnim auf dem Lande wohl nicht sonderlich gefallen; denn sie siedelte schon 3 Jahre später nach Berlin um. Da Ludwig Achim bis zu seinem Tod 1831 als Gutsherr und Dichter in Wiepersdorf blieb, lebten die beiden getrennt, was zu einem umfangreichen Briefwechsel führte, der nicht nur Einblicke in die Ehe gestattet, sondern in dem auch kulturgeschichtliche Ereignisse und das dörfliche Leben zu Beginn des 19. Jh. geschildert werden. Mehr erfahren Sie im Bettina und Achim von Arnim-Museum, das von Feb. bis Nov. sa & so 13-16 h geöffnet ist – Eintritt 2,00 €.
Das Schloß blieb bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Besitz der von Arnims, diente sodann kurz als sowjetische Kommandantur und später als Flüchtlingsunterkunft, bevor es seit 1947 für Arbeits- und Erholungsaufenthalte von Künstlern genutzt wurde. Die dafür zuständigen Träger wechselten mehrfach; heute gehört das Schloß der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Im jetzt so genannten Künstlerhaus werden weiterhin Arbeitsaufenthalte von bis zu sechs Monaten für Künstlerinnen und Künstler aller Disziplinen aus dem In- und Ausland mit Stipendien gefördert.
Wenn Sie an einem Wochenende nach Schloß Wiepersdorf kommen, können Sie nicht nur dem Museum einen Besuch abstatten, sondern sich auch dem leiblichen Wohl widmen, indem Sie das Café in der Orangerie aufsuchen (geöffnet April-Okt. sa & so 13-17 h). Bei der Gelegenheit bietet sich auch ein Spaziergang durch den schönen Park an, der ganzjährig zugänglich ist. Wer mehr über das Künstlerhaus und die dortigen öffentlichen Veranstaltungen erfahren möchte, sollte die unten genannte Website besuchen.
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Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf, Bettina-von-Arnim-Straße 13, 14913 Wiepersdorf, Fon 033746 / 699-0, Fax 033746 / 699-19,
E-Mail info@schloss-wiepersdorf.de,
Internet www.schloss-wiepersdorf.de.
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Unweit des Angers quert die Etappe schräg die „Bettina-von-Arnim-Straße” und leitet zu einem langen Steg, mittels dem Sie einen weiten Linksbogen schlagen und sodann den Ort verlassen. Wieder wird hervorragender Rollbelag geboten, und so radeln Sie genüßlich durch den Wald und passieren dabei auch den Abzweig zum Flugplatz Reinsdorf, worauf ob der dortigen Gaststätte (direkt am Tower!) hingewiesen wird.
In Welsickendorf queren Sie die B 101 gerade, knicken am Ortsrand rechts ab, genießen sodann den schönen Blick auf die Kirche und schlagen noch zwei Haken, bevor die Räder entlang einer kleinen Straße nach Körbitz rollen. Gleich am Ortseingang geht es rechts über die Straße und im Zickzackkurs nördlich des Dorfs entlang, bis die Route rechts über eine sanfte Welle vorbei an Windenergieanlagen und einem schicken Rastplatz nach Langenlipsdorf leitet.
Kurz vor dem Ort schwenkt die Etappe bei einer querenden Straße nach halbrechts und führt bald zu einer T-Kreuzung, an der Sie links abzweigen, um kurz darauf die Landstraße zu queren. Nahe der Kirche versetzt die Etappe rechts/links, bevor es ein paar hundert Meter weiter rechts entlang einer kleinen Landstraße schnurstracks nach Norden bis zu einem Abzweig geht: Die Etappe knickt mit dem Rundkurs 1 der Flaeming-Skate® links ab; wer mag, kann die Runde vollenden und geradezu über Bochow nach Jüterbog fahren.
Die anderen kürzen ab, queren sofort die Landstraße, sausen alsbald recht ordentlich abwärts und können den Schwung nutzen, um die verlorene Höhe sogleich zurückzugewinnen. Wenig später passieren Sie den Abzweig zum Freibad von Oehna und radeln zur Abwechslung mal auf einer zweispurig Asphaltierten. An der kurz darauf erreichten Landstraße geht es links und damit zu einem 'Vorort' von Oehna, wo die Etappe am zweistündlich bedienten Bahnhof endet.
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© 2010 by Velo-Touring
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