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Ostsee-Radweg MV (1)
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Etappe 1: Lübeck - Travemünde - Priwall - Groß Schwansee (29 km)
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Sofern Sie im Besitz der CD "TOP 200" sind, können Sie sich die unten abgebildete Etappe mit eingezeichneter Streckenführung hier als Overlay-Datei herunterladen (ca. 4 KB). Informationen zur CD "TOP 200"
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Quelle: ATKIS(r) DTK200-V, (c) Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2004
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Auch wenn vielleicht eine innere Stimme drängelt und Sie verführen möchte, sich sogleich in den Sattel zu schwingen und die große Tour zu beginnen, sollten Sie sich für Lübeck ein, zwei Tage Zeit nehmen, hanseatisches Flair genießen und sich nebenbei ein wenig mit der vom Handel bestimmten Geschichte beschäftigen; denn sie war für die Entwicklung auch der übrigen Ostseeanrainer von großer Bedeutung.
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Stadtinfo
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Lübeck, 13 m ü.N.N., 214.000 Einw., war einst die reichste und mächtigste Handelsstadt im Ostseeraum und häufte entsprechend ungeheure Schätze an, von denen trotz der Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg der größte Teil erhalten blieb bzw. rekonstruiert wurde. In der Altstadt stehen heute denn auch mehr Gebäude aus dem 13.-15. Jh. als in allen anderen norddeutschen Großstädten zusammen und über 1.000 sind als Denkmäler geschützt. Da verwundert es nicht, daß die UNESCO die Altstadt in die Liste des Kultur- und Naturerbes der Welt aufgenommen hat – was die Lübecker natürlich mit besonderem Stolz erfüllt.
Verständlich wird vor diesem Hintergrund auch, daß eine detaillierte Schilderung der Sehenswürdigkeiten den Rahmen dieses Reiseführers bei weitem sprengen würde und man sich bei einem Blick in die Stadtgeschichte mit Schlaglichtern auf ein paar herausragende Bauten beschränken muß. Wer etwas Zeit mitgebracht und mindestens einen Tag für Lübeck eingeplant hat, sollte die Tourist-Information aufsuchen und sich über die dort vorgeschlagenen Stadtspaziergänge informieren.
Bei der Gelegenheit können Sie auch gleich eine Happy Day Card erwerben, die für 24 Std. 6,- € und für 72 Std. 12,- € kostet und die für freie Fahrt mit allen Bussen und Bahnen in Lübeck sorgt sowie bei vielen Museen, Hafen- und Kanalrundfahrten etc. Ermäßigungen garantiert.
Drei Anläufe waren nötig, bevor der Grundstein für ein aufstrebendes Gemeinwesen erfolgreich gelegt werden konnte. Zunächst entstand bei einer wendischen Ringburg an der Mündung der Schwartau in die Trave eine kleine Kaufmannssiedlung namens Liubice, die aber zwischen Wenden, Dänen und Deutschen heftig umstritten war und 1138 zerstört und aufgegeben wurde. 1143 wurde ein neuer Versuch wenige Kilometer traveaufwärts gewagt. Graf Adolf II. von Schauenburg wollte seine Position ausbauen und lockte Kaufleute herbei. Damit geriet er in Widerspruch zu Heinrich den Löwen, der das Örtchen 1147 unter seine Kontrolle brachte, aber nicht verhindern konnte, das 1157 alles in Schutt und Asche versank.
Das spornte ihn aber erst recht an, und so gründete er den Ort neu, gab ihm die Stadtrechte und sorgte für die Verlegung des Bistumssitzes von Oldenburg/Holstein nach Lübeck. Allerdings gewährte er dem Bischof keine weltliche Macht, so daß dessen Dom folgerichtig ganz im Süden der Stadt erbaut wurde, während die Burg im Norden lag und dazwischen die Kaufleute siedelten.
Nachdem sich Heinrich der Löwe 1180 mit Kaiser Barbarossa überworfen hatte, drohte Lübeck der Entzug der Privilegien und des Landbesitzes, doch einigte sich der aufstrebende Ort mit dem Kaiser und bekam die Rechte bestätigt. 1226 erhob dann der folgende Kaiser Friedrich II. Lübeck in den Stand einer freien Reichsstadt, d.h. sie war fortan dem Kaiser direkt unterstellt und damit unabhängig von regionalen Fürsten, so daß dem Aufbruch zu neuen Ufern nichts mehr im Wege stand.
Außer den Dänen. Diese wurden aber schon im nächsten Jahr von den norddeutschen Fürsten und Städten bei Bornhöved vernichtend geschlagen, weshalb Lübeck seine Handelsmacht über den gesamten Ostseeraum ausdehnen konnte. Unterstützung erfuhren die Lübecker dabei durch andere Kaufleute, die sich Privilegien im Ausland sichern konnten, wie z.B. die Kölner und Niederländer in England. Lübeck gelang es, die Kaufleute ab der Mitte des 13. Jh. unter dem Dach der Hanse zu vereinen. Zwar war die Hanse zunächst nur ein lockeres Bündnis, festigte sich aber nach und nach und tagte ab 1358 regelmäßig in Lübeck.
So wurde die Stadt zum wichtigsten Umschlagplatz zwischen dem Festland und den Ostseeanrainern, z.B. auch den nahe gelegenen, erst im Zuge der deutschen Ostkolonisation gegründeten Städten Wismar, Rostock, Stralsund etc., da der Seeweg wesentlich schneller und sicherer war als der über Land. Die Lübecker dehnten jedoch ihre Handelsbeziehungen noch weiter aus und schufen z.B. ein Hansekontor in Nowgorod oder nahmen Städte aus den vom Deutschen Orden eroberten Gebieten in die Gemeinschaft der Hanse auf – z.B. Danzig, Königsberg, Riga. Auch in Schweden und Norwegen wurden Niederlassungen gegründet.
Das mehrte den Wohlstand in der Stadt natürlich beträchtlich und neben den Profanbauten zum Wohnen, Lagern und Verkaufen der Waren konnte man sich auch noch den Gotteshäusern widmen. Während der Bischof an seinem Dom mauern und zimmern ließ (im wesentlichen 1173-1247, später aber mehrfach Umgestaltungen und Ausbauten, erst 1612 wurde der nördliche Turm fertiggestellt), ließ es sich die Bürgerschaft nicht nehmen, ihm eine nach Möglichkeit noch prächtigere Kirche gegenüberzustellen – natürlich um zu zeigen, wer der Herr im Hause ist.
Also ließ man den um die Mitte des 12. Jh. entstandenen Holzbau der Marienkirche um 1200 abreißen und durch einen Backsteinbau ersetzen. Nach einem Stadtbrand entschloß man sich 1251 zum stark vergrößerten Neubau, der aber noch während der Realisierung umgeplant und erweitert wurde. Kaum fertig war auch diese Kirche zu klein und wurde 1315-30 kräftig umgestaltet, wobei ein 80 m langes und fast 40 m hohes Mittelschiff entstand. Damit war den Lübeckern nun endlich ein großer Wurf gelungen, denn die Marienkirche gilt als die erste Backstein-Kopie der hochgotischen Kathedralen und diente im Ostseeraum vielfach als Vorlage.
Damit war das Kapital aber noch lange nicht aufgebraucht und konnte sich die Bürgerschaft z.B. auch den Bau des Heiligen-Geist-Hospitals (im Kern bis 1290 fertiggestellt) leisten, das der Versorgung bedürftiger Mitbürger diente und zu den ältesten und besterhaltenen Hospitälern des Mittelalters zählt. Auch einzelne Kaufleute sorgten sich um die sozial Schwachen und stifteten teils beträchtliche Anteile ihres Vermögens, glaubte man doch, damit bei Gott das eigene Ansehen zu verbessern. So gab z.B. der Ratsherr Johann Füchting ein Drittel seiner Schätze zum Bau von Wohnungen für Kaufmanns- und Schifferwitwen, die dort bis an ihr Lebensende kostenlos logieren durften. Der entsprechend benannte Füchtingshof ist noch heute in der Glockengießerstraße 23-27 zu finden. Allerdings wurde er in den 70er Jahren – bei Wahrung des äußeren Erscheinungsbilds – mit öffentlichen Mitteln modernisiert und zu 28 Wohnungen des sozialen Wohnungsbaus umgebaut.
Neben der Stadtbefestigung investierten die Bürger selbstverständlich in ein schickes Rathaus, und so setzte man nicht nur vor den Hauptbau (ursprünglich 13. Jh., im 14. Jh. erneuert) eine Schauwand mit mächtigen Windlöchern, sondern später auch noch eine zweistöckige Renaissancelaube. Um die stilistische Vielfalt perfekt zu machen, bildet die östliche Begrenzung des Marktplatzes das so genannte Lange Haus mit dem später angefügten Kriegsstubenbau, dessen Schaufassade türmchenbewehrt und wappengeschmückt ist und dessen dunkle Ziegel dem Bau eine eigenwillige Note geben.
In der Politik bewiesen die Lübecker aber nicht immer das rechte Feingefühl. Zunächst war die Hanse unter ihrer Führung sehr erfolgreich und setzte die Handelsinteressen auch militärisch durch. Die Dänen hatten sich immer an der Macht des Kaufmannbunds gestört, mußten sich aber 1370 geschlagen geben und im Frieden von Stralsund die Handelsvorrechte der Hanse akzeptieren und sogar auf 15 Jahre 2/3 der Einnahmen der Sundschlösser abgeben.
Das rächte sich jedoch, denn verständlicherweise setzten die dänischen Könige in der Folge erst recht alles daran, die Vorherrschaft der Hanse im Ostseeraum zu brechen und förderten z.B. den Ostseehandel englischer und niederländischer Kaufleute. Das konnte die Hanse zwar anfänglich durch eine Wirtschaftsblockade unterbinden, und die Dänen mußten erneut in einem Friedensvertrag (1435) die Rechte der Hanse bestätigen, doch setzten die Dänen auch neue Zölle durch und untergruben so auf lange Sicht den Freihandel der Hanse.
Schließlich kam es auch im Innern Lübecks zu Unruhen und begehrten die Handwerker und andere einfache Leute gegen die reichen Ratsgeschlechter auf. Sie wollten an der Stadtregierung beteiligt werden. Nachdem dies durchgesetzt war, stürzte man sich unter dem aus Hamburg geholten Bürgermeister Wullenwever in ein neues Abenteuer mit den Dänen, die so genannte Grafenfehde, und unterlag 1535 endgültig. Politisch war damit die Macht Lübecks gebrochen, und auch der wirtschaftliche Niedergang ließ nicht lange auf sich warten. Der hundert Jahre später wütende Dreißigjährige Krieg erforderte ungeheure Investitionen in die Stadtbefestigung und behinderte natürlich auch den Handel. Davon erholte sich Lübeck kaum und erlangte nie wieder die einstige Stellung.
Lübeck bietet aber nicht nur eine reiche Vergangenheit und sehr viele schöne Fassaden, sondern dahinter auch so manche Kostbarkeit. Wie bereits erwähnt würde es den Rahmen sprengen, dies alles hier aufzuzählen, daher nur zwei Hinweise – was bitte nicht als Wertung zu verstehen ist: Erstens das Buddenbrookhaus, welches sich neben den ständigen Ausstellungen 'Die Manns – eine Schriftstellerfamilie' und 'Die Buddenbrooks – ein Jahrhundertroman' auch literarischen Sonderausstellungen und verschiedenen Veranstaltungen widmet – Mengstraße 4, geöffnet April-Okt. täglich 10-18 h (im Winter -17 h), weitere Infos unter www.buddenbrookhaus.de. Und zweitens, wo ich schon mal bei der Literatur bin, das Günter Grass-Haus. In der Dauerausstellung wird die enge Verbindung der Literatur- und Kunstproduktion des Literaturnobelpreisträgers vorgestellt. Darüber hinaus dienen das Gebäude, der Hof und der Skulpturengarten als Forum für Literatur und bildende Kunst mit entsprechenden Wechselausstellungen – Glockengießerstraße 21, geöffnet April-Okt. täglich 10-18 h (im Winter -17 h), weitere Infos unter www.guenter-grass-haus.de.
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Lübeck und Travemünde Marketing GmbH, Holstentorplatz 1, 23552 Lübeck, Fon 0451 / 8899700, Fax 0451 / 4091992,
E-Mail: info@luebeck-tourismus.de,
Internet www.luebeck-tourismus.de;
sowie
Lübecker Verkehrsverein e.V., Am Bahnhof / Linden-Arcaden, 23558 Lübeck, Fon 0451 / 72300, Fax 0451 / 704890,
E-Mail: touristservice@luebecker-verkehrsverein.de,
Internet www.luebecker-verkehrsverein.de.
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Auch der schönsten Stadt muß man irgendwann Lebewohl sagen. Und eigentlich beginnt der Ostsee-Radweg von Mecklenburg-Vorpommern ja auch nicht in Lübeck, sondern in Travemünde, womit sich die Frage stellt, wie Sie am besten dorthin gelangen. Tja, gute Frage. Eine wirklich attraktive, verkehrsarme und direkte Verbindung für Velotouristen gibt es nämlich nicht, weshalb sich die zwei folgenden Möglichkeiten anbieten:
1. Entweder nehmen Sie teils nicht unerheblichen Kfz-Verkehr in Kauf, radeln aber ohne sonderliche Orientierungsprobleme nach Travemünde – und genießen zwischendurch die Fahrt durch den „Herrentunnel” (s.u.). Oder Sie bedienen sich
2. der Regionalbahn, die Sie - und natürlich Ihr Velo - ab dem Lübecker Hauptbahnhof zügig und streßfrei für wenig Geld (Ortstarif) zum Travemünder Hafenbahnhof transportiert.
Wer sich für Variante 1 entscheidet, startet in der Fußgängerzone („Breite Straße”) auf der östlichen Seite des Rathauses und folgt der „Hüxstraße” nach Osten zur „Königstraße”. In diese biegen Sie links ein und radeln sodann schnurstracks gen Norden aus der Altstadt hinaus, wobei Sie das „Burgtor” passieren. Kurz darauf umrunden Sie einen Kreisverkehr so, daß Sie die Fahrtrichtung Norden (Tick Osten) beibehalten, und folgen damit der „Travemünder Allee”.
Sodann fällt die Orientierung leicht; denn nun geht es für gut 5 km entlang zunächst der ehemaligen, später noch heutigen B 75 – mal rechts, mal links der Hauptfahrbahn – bis zu einer Bushaltestelle. Bushaltestelle? Ja, das stimmt; denn Radler dürfen die Trave nur im Bus unterqueren. Zwischen 5 und 21 h verkehrt zu diesem Zweck alle 15 min ein Bus, der Sie und Ihr Rad kostenlos(!) durch den „Herrentunnel” bringt.
Jenseits versetzt die Route mit Hinweisen rechts/links auf eine Wohnstraße, wo Sie zwar kaum von Kfz direkt auf der Fahrbahn, aber gleich nebenan von den Motorisierten auf der autobahnähnlich ausgebauten B 75 belästigt werden – die Menschen, die dort wohnen, können einem schon verdammt leid tun.
Am Ende dieser Straße verschwenken Sie rechts/links, radeln kurz hügelan, werden automatisch rechts an eine Hauptstraße heran geführt und biegen schon bald mit Hinweis links ab, um wieder der ehemaligen B 75 zu folgen – nun mit etwas mehr Abstand zur neuen Autopiste und damit ruhiger. Nach einem langen Stück auf einem manchmal recht holprigem Radweg nähern Sie sich einer Brücke und biegen kurz davor links ab, um nun der „Ivendorfer Landstraße” zu folgen, die alsbald durch den kleinen Ortsteil von Lübeck leitet.
Kurz vor Travemünde unterqueren Sie mittels einer Unterführung die Eisenbahntrasse rechter Hand und lassen sodann ein Tor des Fährhafens rechter Hand liegen, um links erst entlang der „Travemüner Landstraße”, dann der Straße mit dem schönen Namen „Auf dem Baggersand” zum alten Hafen zu gelangen, wo die Fähre nach Priwall verkehrt. Doch bevor Sie nun gleich übersetzen, sollten Sie vielleicht erst noch ein wenig den Ort erkunden; denn
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Info
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Travemünde wird auch gern als Lübecks schönste Tochter bezeichnet, weil das mondäne Seebad den Hanseaten schon seit 1329 gehört. Gegründet wurde der Ort 1187 von Graf Adolf III. von Schauenburg und Holstein dort, wo zuvor nur eine kleine Wehr bestand und er nun einen festen Turm errichten ließ. Vor allem dürfte ihm gefallen haben, daß er damit an der Travemündung den Handel der Lübecker perfekt kontrollieren konnte. Das störte deren Kreise allerdings so sehr, daß sie 1320 den Wachturm kauften und nur neun Jahre später auch den zugehörigen Ort erwarben, so daß die Travemündung nun in ihrer Hand lag und damit die Zufahrt zum Lübecker Hafen gesichert war.
Fortan war Travemündes wichtigste Rolle die Sicherung des Handels der Lübecker, und nebenher lebten die Travemünder vor allem vom Fischfang. Erst ab 1802 war Travemünde eine eigenständige Entwicklung vergönnt, indem es Seebad wurde und damit das drittälteste Deutschlands ist. Neben den Badeeinrichtungen und dem Kurhaus beförderte vor allem eine Einrichtung den Ruf des mondänen Badeortes: Seit 1833 rollte in der Spielbank die Kugel und zog magisch Prominenz aus allen Himmelsrichtungen an. 1872 wurde aber in Deutschland derlei Glücksspiel verboten und entsprechend die Spielbank geschlossen. Da der Spielsucht so jedoch nicht beizukommen ist, darf man sich seit 1949 wieder im Casino amüsieren.
Bei einem Rundgang verdient – neben den vielen schönen Hotels und der Strandpromenade – insbesondere der Alte Leuchtturm einen Blick, dessen Vorgänger um 1330 erstmals urkundlich erwähnt und 1539 durch den heutigen ersetzt wurde. Nach einem Blitzeinschlag 1827 nutzte man die Gunst der Stunde und versah ihn mit einer zeitgemäßen – damals bedeutete das klassizistischen – Kuppel. Heutzutage erstrahlt das Leuchtfeuer aber nicht mehr vom Leuchtturm, sondern vom Dach des Maritim-Hotels, und zwar in der luftigen Höhe von 114,7 m, so daß sich Travemünde rühmen darf, über eines der höchsten Leuchtfeuer der Welt zu verfügen. Aber vielleicht genügt Ihnen für einen Rundblick auch die Bewältigung der 142 Stufen des Alten Leuchtturms, der eine Ausstellung zur Leuchtfeuertechnik beherbergt und April do-so 10-17 h, Mai-Juni, Sept.-Okt. mi-so 10-17 h und Juli-Aug. di-so 10-18 h geöffnet ist – Eintritt 2,00 €.
Folgt man vom Alten Leuchtturm aus der Trave aufwärts, gelangt man zur „Vorderreihe“ und so dem älteren Ortsteil von Travemünde, womit sich schon fast der Hinweis auf eine städtebauliche Besonderheit im Vergleich zu vielen Seebädern erübrigt; denn in Travemünde entwickelte sich der Tourismus in einem eigenen Ortsteil nordöstlich der Altstadt. Zur „Vorderreihe“ mit den giebelständigen und zum Wasser ausgerichteten Häusern gehört übrigens auch eine 'Hinterreihe', doch heißt diese heute „Kurgartenstraße“. Manch einem wird bei schönem Wetter in den Sommermonaten der Trubel in der Fußgängerzone der Vorderreihe denn doch zu arg sein, aber man möge bedenken, daß es diese Mischung von Seebad und Hafen sonst nur selten gibt. Neben den zahlreichen kleinen und größeren Segel- und Sportbooten verkehren nicht nur Fischkutter und Ausflugsdampfer, sondern vor allem diverse mehr als haushohe Fähren; denn Travemünde ist heutzutage der größte Fährhafen Europas. Vielleicht muß man in einer Hafenstadt geboren sein, um unwillkürlich stehen zu bleiben, wenn einer dieser Riesen in die enge Travemündung einläuft, aber so richtig spannend wird es, und zwar für maritime Laien genauso wie für Abgebrühte, wenn man mit der Priwallfähre übersetzt und die Bordwand einer modernen Skandinavienfähre die Sonne verdunkelt...
Wegen der Verbundenheit mit der See liegt es nahe und ist es nur recht und billig, daß in Travemünde der letzte echte Kap-Horn-Segler – die Passat – liegt. 39mal fuhr die 1911 in Dienst gestellte, 115 m lange Viermastbark mit ihrer 4.000 m² großen Segelfläche um das Kap Horn und galt zusammen mit ihren Schwesterschiffen als technische Höchstleistung des Segelschiffbaus. Bis zu 18 Knoten konnten diese Frachtsegler laufen, wurden dann aber doch sehr bald von der dampfgetriebenen Konkurrenz beiseite gedrängt und dienten fortan als Schulschiffe. Nachdem die Schwester Pamir 1957 bei einem Sturm auf dem Atlantik gesunken war, wurde auch die Passat außer Dienst gestellt. 1959 kaufte die Hansestadt Lübeck das Schiff und stellte es nach dem Umbau der Schleswig-Holsteinischen Seemannsschule zur Verfügung. Seit 1966 dient die Passat als schwimmendes Museum und internationale Begegnungsstätte mit Übernachtungsmöglichkeit für Gruppen. Wer den (über Wasser) 56 m hohen Masten der Passat ganz nahe sein möchte, kommt zwischen Ende März und Ende Okt. (täglich geöffnet, wechselnde Zeiten, mehr erfahren Sie unter www.travemuende.de -> Tourismus -> Sehenswürdigkeiten -> Passat, Eintritt 3,00 €.
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Welcome-Center im Strandbahnhof, Bertlingstraße 21, 23570 Travemünde, Fon 0451 / 8899700, Fax 04502 / 804159,
E-Mail info@luebeck-tourismus.de,
Internet www.travemuende-tourismus.de.
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Nach Besichtigung, vielleicht noch einem erfrischenden Bad in den Fluten und/oder Übernachtung geht es zur Priwallfähre, die Sie und Ihr Rad für einen Obolus auf die andere Seite der Trave bringt. Dort halten Sie sich sofort links und radeln bald vorbei am Jachthafen bis auf die Höhe der Passat. Wenige Meter weiter führt die Route rechts auf den „Dünenweg“, und die Räder rollen zunächst auf Asphalt an einem Campingplatz sowie nagelneuen Ferienhäusern vorbei, bevor sich eine Laubenpiepersiedlung anschließt, wo der Weg geschottert ist. Am östlichen Ende der Siedlung halten Sie sich rechts und radeln bis zu einer Straße.
Dort biegen Sie links ab und dürfen nun auf einem Radweg Magdeburger Bauweise fahren (einst erfanden Mitglieder eines Magdeburger Radvereins diese Wegeart und finanzierten sogar den Bau aus der Vereinskasse!). D.h. neben der Straße verläuft ein Schotterweg, der durch Holzpoller vor der Benutzung durch Kfz geschützt wird.
Nach wenigen hundert Metern verlassen Sie diesen Weg aber und folgen dem Radhinweis des Ostseeküsten-Radwegs links auf einen geschotterten Fahrweg, der parallel zur Küste hinter dem dichten Strauch- und Baumstreifen verläuft. Leider ist der Schotter etwas grob, so daß manch einer fluchen wird. Es ist aber nicht sehr weit, bis sich eine glatte, einspurige Asphaltbahn anschließt, die bis zum Etappenziel Groß Schwansee reicht.
Wenn nun noch eine frische Brise aus Südwest weht, werden Sie aus dem Schwärmen nicht mehr herauskommen: Herrliche Landschaft, toller Weg, der zur Abwechslung auch mal durch den Küstenwald führt, und diverse Strandzugänge, die für die meisten automobilen Zeitgenossen zu weit entfernt sind, so daß Sie Sonne, Strand und Meer wahrlich genießen können.
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© 2009 by Velo-Touring
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Ostsee-Radweg MV (1)
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