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Ostsee-Radweg MV (5)

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Etappe 5: Wustrow - Niehagen - Althagen - Ahrenshoop - Born - Wieck - Prerow - Zingst - Bresewitz - Barth - Nisdorf - Kinnbackenhagen (71 km)

 

Sofern Sie im Besitz der CD "TOP 200" sind, können Sie sich die unten abgebildete Etappe mit eingezeichneter Streckenführung hier als Overlay-Datei herunterladen (ca. 7 KB).
Informationen zur CD "TOP 200"

Ostsee-Radweg MV: Etappe 5 - Fischland - Darß - Zingst - Barth

Quelle: ATKIS(r) DTK200-V, (c) Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2004

 

Am westlichen Ende der „Strandstraße“ biegen Sie rechts ab und radeln noch kurz auf Asphalt und Betonsteinpflaster, bevor Sie in den Dünen einem Schotterweg folgen. Nachdem der Weg später rechts/links versetzt hat, stoßen Sie auf eine Kreuzung und haben die Qual der Wahl; denn entweder fahren Sie geradeaus auf einem teils recht hoppeligen, teils recht losesandigen Weg parallel zum Steilufer oder Sie biegen rechts ab und radeln auf einem zweistreifigen Betonplattenweg sozusagen einmal quer durch die Insel.

Ich empfehle die 'Inseldurchquerung', so daß in Niehagen die Landstraße gequert wird und Sie mit Radhinweisen einen Bogen durch den Ort schlagen, bevor Sie zurück an die Landstraße kommen, wo nun ein asphaltierter Geh- und Radweg geboten wird. In Althagen wechselt der Belag zu Betonsteinpflaster, und Sie verschwenken bald auf die linke Straßenseite, um – nun wieder auf Asphalt – bis in die Ortsmitte von Ahrenshoop radeln zu können, wo der Belag erneut zu Betonsteinen wechselt.

 

Ortsinfo

Kunstkaten in Ahrenshoop, Ostsee-RadwegAhrenshoop, 3 m ü.N.N., 750 Einw., entstand ab 1760 nahe der Grenze zwischen Vorpommern und Mecklenburg und wurde zunächst überwiegend von Seefahrern und Fischern bewohnt. Dies änderte sich ab 1880, als sich diverse Maler und Schriftsteller öfters einfanden, womit sie einer neuen 'Mode' folgten; denn in Künstlerkolonien setzten sich vorwiegend junge Künstler von den damaligen akademischen Kunstauffassungen ab und studierten in ländlichen Gegenden die Natur. Manchen gefiel es in Ahrenshoop so gut, daß sie sich hier niederließen. Und wie es sich für Künstler gehört, errichteten sie zwar durchaus der Landschaft angepaßte Häuser, aber nicht in dem bodenständigen Stil, so daß die malerische Kulisse, die so viele Touristen bestaunen und für ursprünglich halten, in Wahrheit eine künstliche ist.

Wer sich nach der schönen Landschaft der Kunst widmen möchte, ist daher in Ahrenshoop richtig – vorausgesetzt Sie meiden schöne Sommerwochenenden, denn dann wimmelt es manchmal nur so von (motorisierten Tages-) Gästen. Zum Pflichtprogramm gehört ein Besuch im Kunstkaten (Strandweg 1, geöff. tägl. 10-13 & 14-17 h, www.kunstkaten.de), der 1909 eröffnet und nach nur neun Jahren schon wieder geschlossen wurde. Nach privater Nutzung stellten aber ab 1946 hier wieder Künstler aus, und so blieb es auch nach der Wende. Seit 1998 wird das Angebot durch die nahe gelegene Strandhalle (Dorfstraße 16 b) ergänzt, wo jedoch nicht nur ausgestellt, sondern auch gearbeitet wird; denn neben einem Veranstaltungssaal gibt es auch Arbeitsräume und ein Gästehaus, in dem Studien- und Künstlergruppen in der Vor- und Nachsaison günstig verweilen können.

Bunte Stube in Ahrenshoop, Ostsee-RadwegNicht zu übersehen ist die Bunte Stube (Dorfstraße 24), die 1922 als kleiner (Kunst-) Laden gegründet und 1929 in das markante rot-weiße Gebäude umzog. Neben Büchern, Kunsthandwerk und Naturwaren werden wechselnde Ausstellungen präsentiert.

Da es noch ein paar Kunsthäuser und Galerien gibt, wird sich unweigerlich ergeben, daß die LGM-Klanggalerie 'Das Ohr' in Ahrenshoop, Ostsee-RadwegAugen irgendwann ermüdet sein werden. Aber die Ohren vielleicht noch nicht, so daß sich noch ein Besuch in der LGM-Klanggalerie „Das Ohr“ anbietet. Seit 2001 ist der Pianist, Keyboarder und Komponist Lutz Gerlach in Ahrenshoop ansässig und ließ sich ein Haus bauen, dessen Grundriß der Form eines Ohres entspricht. Die Besucher können nicht nur in die CDs des Musikers hineinhören, sondern in einer Klang-Lichtinstallation, dem „Gehörgang“, Musik auch audio-visuell erleben. Und mit etwas Glück dürfen Sie auch noch einem Konzert beiwohnen – Dorfstraße 31 b, weitere Informationen unter www.lgm-records.de.

Ahrenshoop, Ostsee-Radweg Kurverwaltung, Kirchnersgang 2, 18347 Ostseebad Ahrenshoop, Fon 038220 / 666610, Fax 038220 / 666629, E-Mail ahrenshoop@t-online.de, Internet www.ostseebad-ahrenshoop.de. Fotos: KV Ahrenshoop und LGM-Records.

 

Auf den Betonsteinen geht es noch ein Stückchen durch den Ort, bevor die Ausbaustufe endet und Sie auf einem Schotterweg fahren, bis ein Radhinweis nach Born signalisiert, daß Sie rechts abbiegen sollen. Damit rollen die Räder auf Asphalt, und Sie überwinden einen kleinen Hügel, bevor es an einer T-Kreuzung links geht. Nur noch kurz rollen die Räder auf Asphalt, denn dann leitet ein Hinweis nach Born rechts auf einen guten Schotterweg, der bis zum Campingplatz von Born reicht.

Dort folgt eine Engstelle mit Linkskurve, bevor Sie durch den Campingplatz rollen, und mit ein paar Schlenkern dem Hauptweg folgen. Nach einer Weile schwenkt dieser nach links, und Sie folgen dem Hinweis nach Born geradezu auf Betonplatten. Wenn diese enden, wird auf recht losesandigem Untergrund ein Bogen geschlagen, bevor Sie an eine Kreuzung gelangen und sich gemäß des Radhinweises rechts halten, um sogleich mit einer Linkskurve in den Ort zu gelangen.

Derart folgen Sie der Straße namens „Auf dem Branden”, die in die „Südstraße” übergeht, welche wiederum zur „Schulstraße“ leitet, die rechts zur „Chausseestraße“ führt. Dieser gepflasterten Straße folgend kommen Sie nach einigen hundert Metern zu einem dreiecksförmigen Platz mit Bushaltestelle, wo auch die Tourist-Information zu finden ist.

 

Ortsinfo

Eingangstür in Born, Ostsee-RadwegBorn, 4 m ü.N.N., 1.200 Einw., zeichnet sich durch eine ganze Reihe schmucker Häuser aus, die oft reetgedeckt sind und vielfach hübsche Eingangstüren mit Schnitzwerk aufweisen. Wenn Sie daher für einen Rundgang einen Stopp einlegen, bietet sich auch ein Besuch des Forst- und Jagdmuseums 'Ferdinand von Raesfeld' (Chausseestraße 64, geöffnet di-so 10-16 h) an, welches sich u.a. mit dem Leben und Wirken des Namensgebers befaßt und im übrigen die Forst- und Jagdgeschichte auf dem Darß behandelt – kein Wunder befindet sich das Museum doch im Hause der ehemaligen Oberförsterei.

Leuchtturm Darßer Ort, Ostsee-RadwegDerart mit Informationen über den Darßer Forst versorgt, liegt ein Ausflug in denselben und damit eine Fahrt zum Leuchtturm Darßer Ort nahe. Der Leuchtturm wurde 1848 erbaut und ist noch heute in Betrieb, wird allerdings ferngesteuert, weshalb in den zugehörigen Gebäuden das Natureum untergebracht werden konnte. Dies ist eine Außenstelle des Stralsunder Meeresmuseums, die u.a. in drei Aquarien mit einem Fassungsvermögen von 20.000 Liter Salzwasser typische Fische und Wirbellose aus dem Bereich des Darßer Orts präsentiert. Wenn Sie 134 Stufen nicht scheuen, können Sie den Leuchtturm auch besteigen und den herrlichen Ausblick bei hoffentlich klarer Sicht genießen. Und damit der Rückweg nach Born sodann nicht zu schwer fällt, können Sie sich im angeschlossenen Café stärken (Natureum Darßer Ort, geöffnet Mai-Okt. täglich 10-18 h, übrige Zeit mi-so 11-16 h, Eintritt 4,- €, weitere Infos unter www.meeresmuseum.de/natureum/ – nur zu Fuß, mit dem Velo oder auf der Pferdekutsche erreichbar!).

Sollten Sie im Juli oder August über Nacht bleiben, lohnt es sich möglicherweise, bei der Kurverwaltung zu erfragen, ob am Abend etwas auf der Freilichtbühne Darß-Festspiele auf der Freilichtbühne in Born, Ostsee-Radweggeboten wird. Z.B. die Schmugglergeschichten aus der Zeit, als zwischen Mecklenburg und Pommern noch eine Grenze verlief. Der Heimatdichter Johann Segebarth hat die Geschichten rund um dieses einträgliche Gewerbe zur Erzählung „De Darßer Smuggler“ zusammengefaßt, die schon mehrfach auf der Freilichtbühne aufgeführt wurde. Es werden aber auch andere Stücke sowie Kabarett geboten. 'Südstaatler' – von südlich der Elbe Stammende – sollten allerdings beachten, daß die Vorführungen teils auf Plattdütsch oder Missingsch erfolgen (Missingsch = Mischung aus Hoch- und Plattdeutsch). Weitere Informationen zum Programm und Spielplan etc. finden Sie unter www.darss-festspiele.de.

Born/Darß, Ostsee-Radweg Kurverwaltung, Chausseestraße 73 b, 18375 Born/Darß, Fon 038234 / 50421, Fax 038234 / 50431, E-Mail info@darss.org, Internet www.darss.org.

 

Am Dreiecksplatz halten Sie sich halbrechts und folgen weiter der grob gepflasterten „Chausseestraße“ nach Osten, bis die Straße später nach links schwenkt und gleich darauf ein großer Radhinweis anzeigt, daß es nun rechts auf dem „Bliesenrader Weg” weiter geht. Kurz rollen die Räder noch auf Betonplatten, bevor sich ein passabler Schotterweg anschließt. Im Wald stoßen Sie erneut auf Betonplatten (mit beachtlichen Schlaglöchern!), folgen diesen rechts ein Stück und biegen dann links wieder auf Schotter ab. Mit einem schönen Ausblick auf den Bodstedter Bodden geht es nun nach Wieck. Im Ort gelangen Sie auf Asphalt und folgen ihm vorbei an der Tourist-Information mit einem Schlenker bis zu einem Parkplatz, wo leider Hinweise fehlen und Sie links auf die Vorfahrtstraße abbiegen, diese aber, wenn sie gleich links abknickt, geradeaus auf die im Fischgrätenmuster gepflasterte Straße verlassen. Doch: Halt! Vielleicht sollten Sie in

 

Ortsinfo

Darßer Arche in Wieck, Ostsee-RadwegWieck, 3 m ü.N.N., 750 Einw., zuvor noch die Darßer Arche besuchen. Sie ist dank ihrer Größe, Form, Architektur und Solarenergieversorgung kaum zu übersehen und beherbergt ein Nationalpark- und Gästezentrum. Auf über 500 m² Fläche wird die Entstehung des Nationalparks 'Vorpommersche Boddenlandschaft' nebst den heutigen Lebensräumen erläutert. Auf dem 'Künstlerdeck' (dank der Schiffsform des Gebäudes eine zutreffende Bezeichnung) befindet sich zudem eine Galerie, so daß auch andere Bedürfnisse als der Wissensdurst befriedigt werden können – geöffnet Mai-Okt. täglich 10-18 h, übrige Zeit mi-so 10-16 h, weitere Infos finden Sie unter www.darsser-arche.de und www.kuenstlerdeck.de.

Wieck/Darß, Ostsee-Radweg Kurverwaltung, Bliesenrader Weg 2, 18375 Wieck/Darß, Fon 038233 / 201, Fax 038233 / 497, E-Mail zimmerinfo-wieck@darss.org, Internet www.darss.org.

 

Noch im Ort wechselt der Belag zu glattem Asphalt, der sich nach den letzten Häusern als Geh- und Radweg fortsetzt. Später schließt sich eine etwas hoppelige Strecke an; denn Betonplatten wurden 'nur' dünn überasphaltiert – verglichen mit dem vorherigen Zustand ist dies aber geradezu angenehm. In Prerow passieren Sie einen Parkplatz und knicken links ab, um sogleich die Landstraße gerade zu queren.

Wenn Sie im Ort nicht übernachten, aber die Seemannskirche besichtigen wollen, sollten Sie gleich nach der Querung der Landstraße rechts abknicken, um über den Parkplatz zur Kirche zu fahren. Ansonsten radeln Sie auf der Ortsstraße („Hafenstraße“) bis zu einer Vorfahrtstraße, biegen rechts ab und folgen damit der „Strandstraße“, bevor es automatisch links auf der „Waldstraße“ weiter geht bis zur rechter Hand gelegenen, reetgedeckten Kurverwaltung.

 

Ortsinfo

Seemannskirche in Prerow, Ostsee-RadwegPrerow, 1 m ü.N.N., 1.700 Einw., lag einst verkehrsgünstig an der direkten Verbindung von Ostsee und Bodden, die aber durch das Sturmhochwasser von 1872 teils verlandete, so daß nur der eher kümmerliche Prerowstrom übrig blieb. Damit war auch die ruhmreiche Zeit als Fischer- und Schifferdorf beendet; denn parallel setzte auch noch der Niedergang der Segelschifffahrt ein. Immerhin erinnert heute die Seemannskirche von 1728 mit Segelschiffmodellen im Innern (geöffnet täglich 10-16 h) und entsprechenden Motiven auf einigen Grabsteinen des zugehörigen Friedhofs an den einstigen Haupterwerbszweig.

Darß-Museum in Prerow, Ostsee-RadwegPrerow erholte sich aber rasch; denn vor nunmehr 125 Jahren begann der Aufstieg zum Ostseebad. Dank des 5 km langen, bis zu 100 m breiten und vor allem feinsandigen Strands fiel dies wohl leichter als gedacht, so daß Sie heute dort unter Einsamkeit wohl kaum leiden werden. Wer nicht nur am Strand verweilen möchte und die Kirche trotz des gelegentlich starken Andrangs schon besichtigt hat, schaut vielleicht beim Darß-Museum (Waldstraße 48, geöffnet Mai-Okt. di-so 10-18 h, übrige Zeit fr-so 13-17 h) vorbei. Es widmet sich der Geologie, Fauna und Flora sowie der Heimatgeschichte und damit auch der Fischerei und Segelschifffahrt.

Kulturkaten in Prerow, Ostsee-RadwegWer auf der Suche nach einer Abendaktivität ist, erkundige sich bei der Kurverwaltung nach dem Programm des Kulturkaten Kiek In (Waldstraße 42), der immerhin 120 Plätze und ein abwechslungsreiches Programm von Theater über Kabarett, Lesungen, literarisch-musikalische Abende bis zu Konzerten und speziellen Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche bietet.

Prerow, Ostsee-Radweg Kur- und Tourismusbetrieb, Gemeindeplatz 1, 18375 Ostseebad Prerow, Fon 038233 / 6100, Fax 038233 / 61020, E-Mail zimmervermittlung@ostseebad-prerow.de, Internet www.ostseebad-prerow.de.

 

Kurverwaltung in Prerow, Ostsee-RadwegBei der Kurverwaltung biegen Sie rechts ab, fahren bis zum Deich und folgen diesem rechts, um noch eine Weile auf Betonsteinpflaster zu radeln. Später wechselt der Belag zu Schotter, der passabel beradelbar ist, und so geht es bis zur Hohen Düne, wo Sie kurz steil hügelan müssen. Da die Obrigkeit ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachkommen will, verbietet sie dort einfach das Radfahren – tolle Lösung!

Danach folgt die Entschädigung: Sie dürfen sich über eine glatte Asphaltbahn auf dem Deich freuen, die müheloses Radeln bis nach Zingst gestattet. Ach so, sie haben Gegenwind? Na, dann wohl eher nicht mühelos. In Abhängigkeit von Jahres- und Tageszeit können Sie sich ggf. vom Gegenwind durch die Flugkünste der unzähligen Libellen ablenken lassen. Keine Sorge, Radler kennen die inzwischen und vermeiden von sich aus Zusammenstöße – obwohl manchmal kalkulieren die Tierchen doch arg knapp...

Kurhaus in Zingst, Ostsee-RadwegDen Deich verlassen Sie in Zingst erst auf der Höhe der Seebrücke, wo auch das nebenstehende schmucke Kurhaus zu finden ist, das übrigens viel jünger ist, als es auf den ersten Blick scheint: Es wurde erst im April 2000 an der Stelle eines entsprechenden Vorgängerbaus von 1948 eröffnet. Rechts abbiegend und etwas abwärts rollend gelangen Sie zur Fußgängerzone („Strandstraße“), der die Route bis zum südlichen Ende folgt.

 

Ortsinfo

Zingst, 2 m ü.N.N., 3.250 Einw., war wie die anderen Orte der Halbinsel der Fischerei und Seefahrt verbunden. Mit dem Aufkommen der Dampfschifffahrt erwiesen sich aber die Hafenanlagen als ungenügend und blieb neben der Landwirtschaft, die wegen der kargen sandigen Böden nur geringe Erträge gestattete, nur der Tourismus als Einnahmequelle. Dank der Eisenbahnverbindung nach Barth (1910), dem 10 km langen feinen Sandstrand und dem 1898 erbauten Seewasserbad gelang es denn auch tatsächlich, viele Badeurlauber in den Ort zu locken. Heute zählt Zingst sogar alljährlich mehr als 1 Million Gästeübernachtungen.

Heimatmuseum in Zingst, Ostsee-RadwegEinen Blick verdienen die Kirche, die 1860-62 nach Plänen von Stüler erbaut wurde, und der Museumshof mit dem nebenstehenden Heimatmuseum (Strandstraße 1, geöffnet Hauptsaison mo-sa 10-17 h). Gleich nebenan befindet sich die Pommernstube, wo man sich der Pflege und Weitergabe alter Handwerkstechniken, wie zum Beispiel dem Filzen, dem Spinnen oder dem Verarbeiten von Bernstein widmet. Und mit ein bißchen Glück können Sie am Abend noch ein Jazz- oder Blues-Konzert in der zum Museumshof gehörigen Scheune bzw. dem Bauerngarten genießen; denn dort ist der 'Tina Tandler Club' beheimatet. Tina Tandler ist eine Saxophonistin aus Berlin, die in der Hauptsaison bis zu zwei Konzerte in Zingst gibt. Mehr erfahren Sie unter www.saxophonistin.de und weiter unter -> Am Meer.

Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, Ostsee-RadwegIhnen ist nicht nach 'action', sondern Ruhe und Erholung, Natur pur? Nun, auch dann sind Sie in Zingst richtig; denn Zingst ist rundum vom Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft umgeben. Wenn Sie das Gebiet nicht allein erkunden wollen, schließen Sie sich einer der geführten Radwanderungen an, die während der Saison angeboten werden. Ziele, Inhalte, Preise, Termine etc. erfahren Sie unter www.zingst.de/radwanderungen.html.

Zingst, Ostsee-Radweg Kur- und Tourismus GmbH, Seestraße 56, 18374 Ostseeheilbad Zingst, Fon 038232 / 8150, Fax 038232 / 81525, E-Mail info@zingst.de, Internet www.zingst.de.

 

Am südlichen Ende der Fußgängerzone geht es rechts in die „Bahnhofstraße“. Wenn diese Straße vor dem ehemaligen Bahnhof nach rechts führt, biegen Sie links ab, radeln sodann ein paar Meter bis zur „Schulstraße“ und versetzen mit ihr rechts/links, um bald einem Schotterweg zu folgen, der später einen Deich überquert. Danach schließt sich geradezu ein asphaltierter Geh- und Radweg auf dem ehemaligen Bahndamm an.

So werden Sie bis zu einer Ampel geleitet und sollen auf die andere Straßenseite versetzen, wo ein schmaler Steg Ihrer harrt, der auch mit einem Kinderanhänger so gerade eben und eben noch benutzt werden kann, um die Verbindung zwischen den beiden Bodden zu überqueren. Jenseits geht es zurück auf die andere Seite und dann weiter auf dem ehemaligen, nun glatt asphaltierten Bahndamm – u.a. vorbei am ehemaligen Bahnhof von Bresewitz, wo man sich nun der Kunst widmet – weitere Infos finden Sie unter www.kunst-auf-schienen.de.

Bresewitz, Ostsee-Radweg Übernachtungsmöglichkeit in Bresewitz


Ohne Orientierungsprobleme radeln Sie bis zu einer Landstraße und biegen dort links ab. Alte Betonplatten bilden den Rollgrund auf dem Geh- und Radweg, doch ist es nicht weit, bis sich glatter Asphalt bis zur Brücke über die Barthe anschließt. Danach werden so ziemlich alle Belege geboten, die man aus Beton herstellen kann, bis Sie die Stadtmitte von Barth erreichen. Die Vorfahrt knickt kurz zuvor links ab, doch bietet es sich an, geradezu durch das schon zu sehende Dammtor in die Stadtmitte zu fahren, wo Sie am Marktplatz rechts abbiegen und in der „Langen Straße“ die Tourist-Information finden.

 

Stadtinfo

Historische Ansicht von Barth, Ostsee-RadwegBarth, 2 m ü.N.N., 8.900 Einw., wurde Mitte des 13. Jh. fast kreisförmig mit regelmäßigem Straßenraster angelegt und sogleich (1255) mit den lübischen Stadtrechten ausgestattet. Da Barth aber nicht Mitglied der Hanse wurde, stand die Stadt immer im Schatten des nahe gelegenen Stralsund. Innerhalb der Befestigung lag die Burg der pommerschen Herzöge, die Ende des 16. Jh. zu einem Schloß ausgebaut, Anfang des 18. Jh. unter schwedischer Regentschaft aber abgetragen wurde, um Platz für ein adliges Frauenstift zu schaffen. Auch von der Stadtbefestigung ist kaum etwas erhalten; Ausnahmen sind der Fangelturm und das Dammtor (Mitte 14. Jh.).

Marienkirche in Barth, Ostsee-RadwegDer bedeutendste Barther Bau ist die Marienkirche. Das stattliche Gotteshaus wurde überwiegend im 14. Jh. errichtet und das Innere Mitte des 19. Jh. nach Plänen von Stüler neugotisiert. Um stilechte Gottesdienste praktizieren zu können, erhielt der Altar einen Überbau, ein so genanntes Ziborium, das in den meist bescheidenen norddeutschen Kirchen sonst nur selten anzutreffen ist. Zur Kirchenbibliothek gehörte einst auch eine plattdeutsche Bibel von 1588 aus einer Barther Druckerei.

Heute ist diese Bibel im Niederdeutschen Bibelzentrum zu finden, das seit 2001 in der Kirche St. Jürgen (Sundische Straße 52, geöffnet di-so 10-18 h, Eintritt 3,- €) untergebracht ist und sich der Entstehung und besonders der Verbreitung der Bibel im Ostseeraum widmet – weitere Informationen finden Sie unter www.bibelzentrum-barth.de.

So weit, so gut – so bescheiden wie die kleine Stadt insgesamt, die seit der Wende behutsam saniert wurde, wobei man nicht nur eine schöne Hafenpromenade mit einem Tourist-Info im Steuerhaus am Hafen von Barth, Ostsee-Radwegschicken Steuerhaus (Zweigstelle der Tourist-Information) schuf und einen ehemaligen Speicher zum schmucken Hotel ausbaute, sondern auch 40 Jahre DDR-Geschichte nicht ignorierte, wie der Brunnen auf dem Markt zeigt. Doch wäre diese Ortsbeschreibung unvollständig, wenn sie hier enden würde; denn seit ein paar Jahren schmückt sich Barth mit dem Zusatz 'Vinetastadt', und es gibt auch ein Vinetamuseum, das sich nicht nur mit der Stadt- und Regionalgeschichte beschäftigt, sondern auch mit dem 'Mythos Vineta' (Lange Straße 16, geöffnet mo-fr 10-17 h, sa & so 11-17 h, weitere Infos unter www.vineta-museum.de). Aber wer oder was ist 'Vineta'?

Schaut man in ein handelsübliches Lexikon, so handelt es sich der Sage nach, um eine vom Meer verschlungene Stadt an der Ostsee, wobei der Name 'Vineta' auf eine falsche Lesung des in Quellen aus dem 10. und 11. Jh. erwähnten Handelsplatzes 'Jumne' oder 'Jumneta' zurückgeführt wird. Dies wäre nicht weiter bedeutend, wenn diese Stadt klein und unwichtig gewesen wäre. Sie soll aber sehr reich gewesen sein und über die mächtigste Streitmacht des Nordens verfügt haben. Angeblich war sie im 11. Jh. sogar eine größten und reichsten Städte Europas; manche vergleichen sie gar mit Konstantinopel! Und was hat das mit Barth zu tun? Nun, da Vineta der Sage nach von einer Sturmflut vernichtet wurde, fragt sich, wo diese Stadt gelegen hat. Da es in der Sage heißt, sie hätte sich an einer Odermündung befunden, vermuten sie die einen auf der Insel Wollin, die anderen aber im Bereich des heutigen Barth, da sich hier einst auch eine Odermündung befunden haben soll. Diese Ansicht scheint unter Wissenschaftlern – vorsichtig ausgedrückt – zumindest umstritten. Da die Lage in der Nähe der sagenumwobenen Stadt Vineta – u.a. aus touristischen Gründen – hoch attraktiv ist, liegt es aber mehr als nahe, daß sich Barth nur zu gern auf jene beruft, die Vineta hier am Bodden vermuten, und so können Sie sich bei Bedarf über die entsprechenden Thesen auf der Website von Barth ausführlich informieren.

Bresewitz, Ostsee-Radweg Barth Information, Lange Straße 13, 18356 Barth, Fon 038231 / 2464, Fax 038231 / 2464, E-Mail info@stadt-barth.de, Internet www.stadt-barth.de.

 

Die Etappe setzt sich am Markt fort, an dessen nordöstlicher Ecke Sie die „Fischerstraße“ finden, die zum Hafen leitet, wo Sie rechts in die Vorfahrtstraße einbiegen. Nach einem Rechtsbogen geht es mit Radhinweis links und damit auf Asphalt aus der Stadt hinaus. Nach dem Ortsende schließt sich ein asphaltierter Geh- und Radweg links der Betonplattenstraße an, und so radelt es sich zügig bis zu einer T-Kreuzung, an der sich die Route links auf gutem Asphalt fortsetzt. Vorbei an der Jugendherberge gelangen Sie an einen Rechtsknick, folgen ihm und radeln ein wenig hügelan, bevor Sie gemäß Radhinweis links abbiegen.

Geh- und Radweg, dessen Betreten und Befahren verboten ist!Glatter einspuriger Asphalt erleichtert die Eroberung der durchaus beachtlichen Wellen, womit aber auch schöne Abfahrten verbunden sind. Am Bodden knickt die Route nach Süden ab und führt zum lauschigen Hafen von Dabitz, wo sich der gute Belag fortsetzt, und so radeln Sie geschwind bis zu einer hölzernen Brücke. Nach dieser folgt die Etappe für ca. 300 m einem schmalen Schotterweg auf dem Deich, obwohl laut Beschilderung das Betreten und Befahren verboten ist. Am anderen Ende dieses Abschnitts sehen Sie aber, daß dies sogar ein Geh- und Radweg ist – die spinnen, die ...!

Sodann rollen die Räder auf schön glattem Asphalt, und zwar eine halbe Ewigkeit – traumhaft! Bald nach dem winzigen Hafen von Zühlendorf gelangen Sie im Wald kurz auf Schotter, doch dann setzt sich schon wieder die gute Bahn fort, so daß zügig Nisdorf erreicht wird. Im Ort rollen die Räder erst auf Asphalt, später Betonsteinen bis zum einstigen Schloß, welches Sie rechts liegen lassen, bevor Sie sich an einer Kreuzung geradeaus halten und die Räder nun auf grobem Pflaster rollen – oder illegal daneben auf dem betonsteingepflasterten Gehweg...

Die Route versetzt am Ortsrand links/rechts, und dann rollen die Räder schon wieder auf glattem Asphalt, am Hafen auch wenige Meter auf Betonplatten. Mit wunderbarem Ausblick auf den Bodden und Zingst fahren Sie nach Kinnbackenhagen, wo Sie einfach dem Verlauf der Straße bis zum Rastplatz am Waldrand folgen – genau dort endet diese Etappe.

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Ostsee-Radweg MV (5)

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