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Ostsee-Radweg MV (9)
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Etappe 9: Neu Mukran - Prora - Binz - Jagdschloß Granitz - Sellin - Baabe - Göhren - Lobbe - Middelhagen - Mariendorf - Alt Reddevitz - Baabe - Moritzdorf - Seedorf - Preetz - Groß Stresow - Lauterbach - Putbus (54 km)
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Sofern Sie im Besitz der CD "TOP 200" sind, können Sie sich die unten abgebildete Etappe mit eingezeichneter Streckenführung hier als Overlay-Datei herunterladen (ca. 7 KB). Informationen zur CD "TOP 200"
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Quelle: ATKIS(r) DTK200-V, (c) Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2004
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Die Etappe beginnt auf dem neuen Geh- und Radweg südlich des Parkplatzes in Neu Mukran und führt bald von der Straße weg näher an den Strand, wo jetzt vielleicht ein erfrischendes Bad in den Fluten genau das Richtige wäre. Danach folgen Sie einfach dem Asphaltband des Ostsee-Radwegs bzw. der Rügenrundtour und kommen so vorbei am Abzweig zum Naturschutzgebiet Feuersteinfelder, die einst vom Meer aufgeschüttet wurden und so mächtig sind, daß nur ein spärlicher Bewuchs möglich ist.
Ohne Orientierungsprobleme leitet der asphaltierte Geh- und Radweg mit ein paar Schlenkern bis zu einer zweispurigen Straße, in die Sie links einbiegen. Zunächst rollen die Räder auf der Fahrbahn, später links auf einem Geh- und Radweg, bevor ein Bogen um das Eisenbahn- und Technikmuseum (geöff. April-Okt. tägl. 10-17 h) in Prora geschlagen wird. Nachdem kurz Betonsteinpflaster den Rollgrund bildet, wechselt der Radweg auf die rechte Seite der Straße und ist nun wieder asphaltiert.
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Info
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Prora zeigt, wie schwer es den Deutschen immer noch - und immer mal wieder - fällt, angemessen mit der Nazi-Vergangenheit umzugehen; denn einerseits ist das „ehemalige KdF-Bad als Gesamtanlage“ unter eben diesem Titel in die Denkmalliste des Landkreises Rügen eingetragen, andererseits verfällt die Anlage in Teilen zusehends bzw. wird (teilweise) in einer Art und Weise genutzt, die schwerlich als denkmalgerecht bezeichnet werden kann. Dies mag einigen durchaus recht sein, doch sollte bedacht werden, daß Prora eines von fünf für jeweils 20.000 Urlauber geplanten KdF-Seebädern ist und das einzige, dessen Bau in Angriff genommen wurde. Zweigen Sie also ruhig mal von der Route nach links ab und schauen Sie sich die Anlage genauer an.
Der Grundstein wurde am 2. Mai 1936 gelegt und damit ein halbes Jahr vor dem tatsächlichen Baubeginn, wohl um den Volk - zum wiederholten Male - zu zeigen, wer nun das Sagen hatte, denn an diesem Tag jährte sich die Zerschlagung der Gewerkschaften zum dritten Mal, was hier insofern von besonderer Bedeutung ist, als die „Nationalsozialistische Gemeinschaft Kraft durch Freude“ (KdF) eine Tochter der „Deutschen Arbeitsfront“ (DAF) - dem 'Nachfolger' der Gewerkschaften - war. Die KdF veranstaltete u.a. Kreuzfahrten auf Kdf-eigenen Schiffen, doch hätte durch die monströsen Seebäder die nationalsozialistische Vorstellung von Urlaub viel effektiver umgesetzt werden können. Daher wurde beim Bau auch nicht gekleckert, sondern geklotzt, was auch eine - zugegebenermaßen billige - Anspielung auf den Architekten Clemens Klotz darstellt.
Klotz setzte sich in einem Wettbewerb gegen zehn andere Architekten durch, wohl vor allem weil er bereits andere Bauten für die Nazis betreut hatte und weil sein Förderer kein geringerer als Robert Ley war ('Reichsorganisationsleiter' und damit auch Chef der DAF und KdF). Auf den Entwurf war man so stolz, daß man ihn 1937 zur Weltausstellung in Paris einreichte, wo er sogar noch ausgezeichnet wurde - offensichtlich wollte niemand wissen, was die Realisierung bedeutet hätte. Oder man übersah schlicht die dahinter stehende Ideologie; denn nicht nur in Deutschland galt das Individuum wenig, und nicht nur hier wollte man die Nöte der Gründerzeit durch industrialisiertes Bauen beseitigen.
Manchen dürfte auch gefallen haben, daß alle 10.000 Gästezimmer Meerblick haben sollten und daß die Zimmer mit einer Größe von 2½ m * 5 m für damalige Verhältnisse durchaus groß genug waren. Auch dürfte imponiert haben, daß acht jeweils 550 m lange, vollkommen gleiche Blocks entstehen sollten, die sich samt Nebenanlagen über 5 km an der Küste entlang gezogen hätten. Oder man begrüßte, daß bei ungünstiger Witterung große Liegehallen zur Verfügung stehen sollten, die von den Gästehäusern aus wie riesige Buhnen in den Strand geragt hätten.
Aber warum wunderte sich niemand über die Aufmarschplätze? Oder warum störte sich keiner an den für alle Gästezimmer geplanten Lautsprechern? Oder hätte nicht wenigstens eine Festhalle für 20.000 Urlauber irritieren müssen?
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Die Route führt schnurstracks weiter nach Binz, wo die Vorfahrtstraße rechts abknickt und Sie nach links auf Betonsteinpflaster gelenkt werden, um sogleich eine Linkskurve zu absolvieren. Danach endet auf dieser Seite der Radweg, und Sie folgen einfach dem Verlauf der Straße vorbei am Bahnhof, bis geradezu die Einfahrt nur Bussen gestattet ist. Nun gut, spielen Sie halt mal Bus, biegen am Ende links ab in die „Sonnenstraße“, radeln bis zur „Dünenstraße“, folgen dieser rechts bis zur „Wylichstraße“ und versetzen mit ihr links/rechts in die „Schillerstraße“, die bis zur Fußgängerzone („Hauptstraße“) leitet, wo Sie links die Seebrücke finden.
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Info
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Binz, 6 m ü.N.N., 5.900 Einw., ist das größte und wohl auch bekannteste Seebad Rügens und bietet nicht nur einen beinahe endlosen feinsandigen Strand, sondern auch besonders viele Hotels, Pensionen, Cafés und Restaurants im Stil der so genannten Bäderarchitektur mit Wintergärten, Veranden und Loggien. Daß diese Häuser nach der Wende so zahlreich (und gut) saniert wurden, ist auch der Denkmalschutzbehörde zu verdanken, die u.a. entlang der über 3 km langen Strandpromenade sehr viele Häuser unter Schutz stellte. Also nehmen Sie sich Zeit für einen geruhsamen Spaziergang, es lohnt sich. Wenn Sie mehr über die Bäderarchitektur erfahren wollen, empfiehlt sich übrigens ein Besuch im September; denn dann finden alljährlich Ausstellungen, Vorträge und Führungen statt, die sich ganz den Türmchen und Erkern sowie reich verzierten Vorbauten widmen.
Aber nicht überall schaut es wie nebenstehend aus; denn Binz ist geradezu zweigeteilt in den „modernen“ Norden und den alten Kern mit zugehöriger Promenade und Kurhaus (1893 erstmalig erbaut und 1906 nach einem Brand an gleicher Stelle neu errichtet). Aber das hat natürlich auch den Vorteil, daß man unterschiedlichen Geschmäckern gerecht werden kann.
Die ersten Badegäste kamen ab 1860, und 1884 wurde Binz offiziell Badeort. Schon 1900 wurden 10.000 Gäste, 1910 sogar 22.000 gezählt. Möglich war dies durch den 1899 erfolgten Anschluß an die Kleinbahn Rasender Roland, die seinerzeit über Putbus nach Altefähr verkehrte und damit eine brauchbare Verbindung über Stralsund zu den großen Städten auf dem Festland (also der Kundschaft) herstellte. Heutzutage besitzt Binz außerdem einen Bahnhof für die Normalspur und wird sogar von Intercitys und Nachtzügen angefahren, so daß einer bequemen Anreise nichts im Wege steht.
Und wenn Sie sich zu einem längeren Aufenthalt entschließen (und damit das Vorurteil der Gastgeber widerlegen, daß Velotouristen immer nur eine Nacht bleiben wollen), können Sie sich die Zeit nicht nur am Strand oder beim Spazierengehen vertreiben, sondern auch einen Blick in die inzwischen recht zahlreichen Galerien werfen oder dem Historischen Binz-Museum einen Besuch abstatten, das vor allem Exponate aus der Phase des aufstrebenden Badeorts präsentiert. Dazu zählt auch eine Sammlung historischer Postkarten, die vor 100 Jahren an die Daheimgebliebenen versandt wurden, so daß neugierige Zeitgenossen viel Zeit mitbringen sollten.
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Kurverwaltung, Heinrich-Heine-Straße 7, 18609 Ostseebad Binz, Fon 038393 / 148148, Fax 038393 / 148145,
E-Mail kv-binz@t-online.de,
Internet www.ostseebad-binz.de.
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Die Seebrücke im Rücken folgen Sie der „Hauptstraße“ bis zur Einmündung in eine Vorfahrtstraße, in die Sie links einbiegen, um mit ihr sofort rechts abzuknicken und einen längeren sanften Anstieg - vorbei am Bahnhof des Rasenden Rolands - zu absolvieren. Wenn die Straße bald darauf nach rechts führt, fahren Sie geradeaus und damit weiter zum Jagdschloß Granitz. Die Radhinweise nach Sellin und zum Jagdschloß leiten alsbald links, und hier gilt es sich zu entscheiden, ob Sie erst zum Jagdschloß oder direkt weiter nach Sellin möchten. Wollen Sie zum Jagdschloß, sollten Sie der Straße mit dem ältlichen Asphalt folgen; denn die steigt erst sanft, später kurz steil an, während der Weg durch den Wald zwar zunächst auch sanftwellig verläuft, später aber hinauf zum Jagdschloß nicht nur sehr steil, sondern auch stark erodiert ist, weshalb Sie schon sehr geschickt sein müssen, wenn Sie dort samt Reisegepäck hinauf fahren (und nicht schieben) wollen.
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Info
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Oben angekommen stehen Sie vor dem romantisch verklärten, verputzten Backsteinbau des Jagdschlosses Granitz, dessen Architekt Steinmeyer sich Formen der Tudorgotik bediente, um dem eigentlich zum Vergnügen dienenden Gebäude noch einen Hauch von Wehrhaftigkeit anzudichten. Das Schloß wurde von 1837-46 für den Fürsten von Putbus errichtet und erhielt 1844 im Lichthof den 38 m hohen, von Schinkel konzipierten Rundturm, der einen schönen Ausblick über das südliche Rügen gestattet und dessen Aussichtsplattform über eine 154-stufige gußeiserne Wendeltreppe zu erreichen ist. Diese Treppe stellt - ich meine unstrittig - das Highlight des Schlosses dar, denn sie ist nicht nur wegen des Baukastensystems konstruktiv interessant und nebenbei auch noch eine ästhetische Meisterleistung des Eisenkunstgusses, nein, sie widersprach vollständig der früheren Vorstellung von der Treppe als Ort der Macht und Repräsentation für die adligen Herren und Damen. Da kann man vor dem Bauherrn und seiner Aufgeschlossenheit gegenüber der sich entwickelnde Industrie nur den Hut ziehen.
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Ausgehend davon, daß Sie das Jagdschloß besucht haben, geht es auf der ältlichen Asphaltbahn abwärts Richtung Binz bis zum Abzweig auf den Waldweg nach Sellin, den Sie schon auf dem Hinweg bemerkt haben dürften, so daß Sie wissen, wo es gilt, die Bremsen zu betätigen. Der Weg ist gut beschildert und überwiegend gut geschottert, teils aber auch der Erosion preisgegeben. Da einige Anstiege zu bewältigen und diese teils auch recht steil sind, dürfen Sie sich hier und da über Asphalt freuen, der aber gelegentlich auch recht hoppelig ist.
Bei den ersten Gebäuden von Sellin gelangen Sie auf die asphaltierte „Kirchstraße“, sausen nochmal ordentlich abwärts und stoßen auf eine Vorfahrtstraße („August-Bebel-Straße“), in die Sie rechts einbiegen, um auf Kopfsteinpflaster bis zur nächsten Kreuzung zu hoppeln. Dort geht es mit Radhinweis links in die „Granitzer Straße“ und damit auf erst gutem und neuem, später älterem, aber noch passabel beradelbarem Asphalt weiter.
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In Sellin, 30 m ü.N.N., 2.500 Einw., sollten Sie keineswegs versäumen, auf der „Wilhelmstraße“ zum Steilufer zu schlendern; denn dann können Sie sich nicht nur erneut an der Bäderarchitektur erfreuen, sondern gelangen auch automatisch zum Stolz der Selliner, der neuen Seebrücke. Die erste, 508 m lange Seebrücke wurde 1906 errichtet, um die Anreise der Gäste zu erleichtern und für die Ausflugsschiffahrt attraktiver zu werden. Doch die Brücke stand unter keinem guten Stern: 1920 brannte der Brückenkopf mit dem dortigen beliebten Restaurant ab, und 1924 zerstörte Eis den größten Teil der Brücke. Aber man baute sogleich wieder auf und ergänzte später die Durchgangshalle in der Mitte um Pavillons rechts und links. Doch 1942 wurde die Brücke erneut ein Opfer der Eismassen, so daß nur diese Bauten am Beginn der Brücke erhalten blieben. Und genau daran erinnern sich die älteren Selliner und viele Gäste gern; denn in den 50ern pulsierte dort in der Tanzbar das Leben. Die neue Seebrücke ist zwar 'nur' 394 m lang, aber trotzdem die längste auf Rügen und beherbergt auch wieder Restaurants etc. Möge ihr eine längere Lebensdauer beschieden sein.
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Kurverwaltung, Warmbadstraße 4, 18586 Ostseebad Sellin, Fon 038303 / 160, Fax 038303 / 87205,
E-Mail kv@ostseebad-sellin.de,
Internet www.ostseebad-sellin.de.
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Im Ort knicken Sie mit der Vorfahrt rechts ab und fahren auf der „Ostbahnstraße“ bis zum Ortsende, wo Sie kurz vor der Einmündung in die B 196 links auf den asphaltierten Geh- und Radweg wechseln, um schnurstracks zur Halbinsel Mönchsgut zu radeln, die Sie mit einem großen Tor begrüßt. Leider ist der neue Radweg schon vielfach durch Wurzeln wieder sehr hoppelig, aber so wird eben das Tempo gedrosselt, damit Sie Zeit haben, die schöne Gegend zu bewundern.
In Baabe wußten die Planer offenbar nicht so recht, wie Sie die Radler leiten sollen, weshalb Sie entweder an einer beampelten Kreuzung ohne Radhinweis geradeaus weiter fahren und sich erst über einen Schotterweg - vorbei am rechter Hand gelegenen Bahnhof -, dann einen Plattenweg bis zum halblinks abzweigenden „Göhrener Weg“ mogeln, wo Sie dann auch wieder einen Radhinweis finden. Oder Sie fahren an der beampelten Kreuzung links und biegen nach einem Linksbogen rechts in die „F.-Worms-Straße“ (Hinweis zur Kurverwaltung) ab, stoßen so auf die „Strandstraße“ und folgen dieser rechts bis zur Tourist-Information, wo wieder Radhinweise geboten werden.
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Info
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Baabe, 10 m ü.N.N., 900 Einw., gehörte für fast 300 Jahre zum „Mönchgut“ des Zisterzienserklosters Eldena bei Greifswald und blieb jahrhundertelang ein winziger Ort - 1767 zählte man gerade 38 Einwohner, 1867 immerhin schon 160. Kurz vor der Wende zum 20. Jh. entwickelte sich aber auch hier der Bädertourismus und sorgte nicht nur für eine Zunahme der Bevölkerung, sondern vor allem einen Zustrom an Gästen. 1919 waren es noch bescheidene 2.200, 1975 aber fast 54.000. Heute bewegt sich die Zahl der Gäste in der gleichen Größenordnung, allerdings findet nun nicht mehr ein saisonaler Massentourismus (auf dem ehemaligen) Campingplatz statt, sondern übernachten die Gäste nun in Pensionen, Hotels, Ferienhäusern etc. und kommen nicht nur in der Haupturlaubszeit. Das nützt natürlich auch dem ansässigen Gewerbe, so daß man die Gemeindemütter und -väter zu ihrer Weitsicht nur beglückwünschen kann.
Die Anlage des Orts wirkt mit der „Strandstraße“ ähnlich der von Sellin mit der „Wilhelmstraße“, doch wirkt hier alles ein bißchen kleiner und bescheidener. Wer deshalb länger bleibt, findet wohl auch die Zeit zu einem Besuch des Küstenfischermuseums an der „Bollwerkstraße“, welches natürlich entsprechende Boote, aber z.B. auch eine Heringssortiermaschine zeigt - geöff. tägl. 9-20 h.
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Kurverwaltung, Fritz-Worm-Straße 1, 18586 Ostseebad Baabe, Fon 038303 / 142142, Fax 038303 / 14299,
E-Mail kvbaabe@t-online.de,
Internet www.baabe.de.
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Baabe verlassen Sie, indem Sie bei der Kurverwaltung dem „Göhrener Weg“ nach Südosten folgen, der anfänglich noch asphaltiert, später geschottert ist. Im Ort bedeutet dies noch ein paar Schlaglöcher, später im Wald stehen aber brauchbare Randstreifen zur Verfügung, auf denen passabel geradelt werden kann. Nachdem Sie die Trasse des Rasenden Rolands gequert haben, stoßen Sie auf eine Straße und müssen sich entscheiden, ob Sie gleich weiter zum Südstrand wollen oder erst noch in die Ortsmitte von Göhren möchten. Ich empfehle dieses, d.h. Sie biegen links ab und radeln auf der asphaltierten Straße bald am Göhrener Bahnhof des Rasenden Rolands vorbei, wo die kleinen Ungetüme auch gern mal ein Fauchkonzert für die Touristen veranstalten, und dürfen kurz darauf mal zeigen, wozu moderne Velos fähig sind, denn es geht kurz steil aufwärts. Wenn das gemeistert ist, fahren Sie noch ein wenig sanft weiter aufwärts und gelangen in der Ortsmitte beim reetgedeckten Heimatmuseum an den Abzweig links in die „Thiessower Straße“, der die Route sodann folgt.
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Göhren, 40 m ü.N.N., 1.300 Einw., verdankt seine zahlreichen Besucher wohl vor allem der einmaligen Lage am bis zu 61 m hohen Nordperd, dem östlichen Ende des Moränenrückens, der die Halbbinsel Mönchgut durchzieht und gleichzeitig den östlichsten Punkt Rügens darstellt. Der Moräne ist übrigens auch der Luxus zu verdanken, daß Göhren gleich zwei Strände bietet, den naturbelassenen und eher ruhigen Südstrand sowie den Nordstrand, den aufsuchen muß, wer mittenmang sein möchte und einen Strandkork mit Promenade und Kurpark wünscht.
Sollte Sie aber das Wetter daran hindern, sich in der Sonne zu aalen, ist Göhren der richtige Ort, um einmal in Ruhe durch Museen zu streifen. Von den sieben Mönchguter Museen befinden sich nämlich gleich vier in Göhren: Der Museumshof (Strandstraße 4) ist eine denkmalgeschützte Hofanlage mit einem Wohnhaus, einer Stallscheune, einem Schweinestall, einem Wagen- und Geräteschuppen sowie einem Kräuter- und Blumengarten. Neben landwirtschaftlichen Maschinen etc. werden auch handwerkliche Geräte ausgestellt, anhand derer die Techniken des früheren Landhandwerks erläutert werden.
Das Heimatmuseum (Strandstraße 1) beschäftigt sich mit der Geologie und Geograhie des Mönchguts, der Entwicklung Göhrens zum Badeort und der Seefahrt; denn viele Mönchguter waren Fischerbauern, betrieben also - wohl eher notgedrungen - beide Gewerbe. Und wer sich an Trachten erfreut, wird hier auch fündig. Nach einem kleinen Spaziergang findet man in der „Thiessower Straße 7“ das Rookhus. Auf den ersten Blick mag das kleine Fachwerkhaus von ca. 1700 romantisch wirken, beim zweiten stellt man aber fest, daß das Haus keinen Schornstein besitzt und die Menschen hier einst mit ihrem Vieh unter einem Dach leben mußten - in H5N1-Zeiten weiß man, welche Probleme das mit sich bringen kann.
Tja, und wer jetzt noch nicht erschöpft ist, macht sich (vielleicht besser mit dem Velo) noch auf den Weg zum Küstenfrachter Luise, ein Plattbodenschiff - also ohne Kiel, dafür mit Schwertern, um segeln zu können -, das vollständig eingerichtet und begehbar ist, so daß man das Leben an Bord nachvollziehen kann.
Wenn Ihnen aber der Sinn weniger nach einem Museumsbesuch, sondern eher nach einem Spaziergang steht, werden Sie am Nordstrand den Buskam (aus dem Slawischen abgeleitet für 'Gottesstein') nicht übersehen können. Er liegt zwar ca. 300 m vom Ufer entfernt, hat aber einem Umfang von ca. 40 m und ragt ca. 1½ m (bei einer Höhe von ca. 7 m) aus dem Wasser heraus. Er besteht aus Granit und die Struktur entspricht einer, die auf Bornholm anzutreffen ist. Da hat sich also ein Gletscher ganz schön angestrengt, um ihn hierher zu befördern.
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Kurverwaltung, Poststraße 9, 18586 Ostseebad Göhren, Fon 038308 / 66790, Fax 038308 / 667932,
E-Mail kv@goehren-ruegen.de,
Internet www.goehren-ruegen.de.
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Bevor Sie sich nun auf den Weg begeben, um mit dem Velo weiter nach Putbus zu fahren, sollten Sie prüfen, ob es nicht eine interessante Alternative für Sie sein könnte, sich stattdessen dem rauchenden, fauchenden und überhaupt genüßlich vor sich hin lärmenden und pfeifenden Rasenden Roland anzuvertrauen. In der Hauptsaison (Ende Mai bis Anfang Oktober) verkehren nämlich mehrmals täglich durchgehende Züge bis Putbus, die in den Packwagen auch Velos mitnehmen. Die Kosten betragen für einen Erwachsenen mit Rad 10,10 Euro, was einem rund 70 Minuten Spaß durchaus wert sein kann - mehr unter www.rasender-roland.de. Foto: Claudia Untiedt.
Wenn Sie lieber radeln, sausen Sie auf der nur gut einspurigen „Thiessower Straße“ auf glattem Asphalt abwärts zum Südstrand, fahren ein bißchen landeinwärts und stoßen so auf eine betonsteingepflasterte Straße, in die Sie links einbiegen. Leider wurde das Pflaster mit relativ breiten Fugen verlegt, so daß zwar die Versickerung der Niederschläge erleichtert wird, aber Radfahrer eben auch ziemlich durchgeschüttelt werden. Außerdem ist durch diese Pflasterung das Abrollgeräusch der Kfz enorm laut, was in Anbetracht der bald zu passierenden Reha-Klinik auch nicht wirklich gewollt sein kann. Na ja, so können eben alle ein bißchen dazulernen, oder?
In Lobbe - ein Ortsteil von Middelhagen - stoßen Sie auf eine Vorfahrtstraße und biegen links in diese ein, um sie alsbald wieder nach rechts zu verlassen und dem asphaltierten Weg auf dem Deich nach Middelhagen zu folgen. Dort gelangen Sie automatisch auf die Dorfstraße und folgen ihr links durch den Ort.
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In Middelhagen, 5 m ü.N.N., 600 Einw., können sich ältere Semester in die Kindheit zurückversetzen lassen bzw. jüngere in Erfahrung bringen, wie es mal war und was ihnen erspart geblieben ist; denn in der „Dorfstraße“ befindet sich ein Schulmuseum. Es wurde in einem ehemaligen Küsterhaus untergebracht und zeigt entsprechend auch dessen Wohn- und Arbeitsräume. An einer historischen Schulstunde können Sie April-Okt. jeweils mi 10 h, im Juli & Aug. auch di 10 h teilnehmen (Anmeldung für Gruppen unter Fon 038308 / 2478).
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Kurverwaltung, Dorfstraße 4, 18586 Middelhagen, Fon 038308 / 2153, Fax 038308 / 2154,
E-Mail info@middelhagen.info,
Internet www.middelhagen.info.
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Von der „Dorfstraße“ biegen Sie mit Radhinweis rechts auf einen asphaltierten Geh- und Radweg ab und gewinnen auf ihm ein wenig an Höhe, bevor die Route links durch Mariendorf führt. Im Ort zweigen Sie rechts auf eine gut einspurig Asphaltierte ab, radeln quer durch die Felder und kommen so nach Alt Reddevitz, wo der Asphalt endet und Sie noch kurz auf hoppeligem Schotter fahren, bevor es rechts auf einem sehr sandigen Weg steil hügelan geht.
Jenseits rollen die Räder auf schmalen Betonplatten abwärts, und Sie wählen nach dem Gefälle den Pfad halblinks, der auf dem niedrigen Deich zum Hafen von Baabe führt. Für Abwechslung sorgt dort die Ruderfähre, die Sie und Ihr Rad tägl. 9-20 h für 1,50 Euro übersetzt.
Auf der anderen Seite rollen die Räder auf Schotter nach Moritzdorf, wo Sie der Ortsstraße kurz nach Norden folgen, bevor der Ostsee-Radweg bzw. die Rügenrundtour mit Hinweis links abzweigt. Auf Asphalt müssen nun ein paar Höhenmeter bewältigt werden, bis sich glatte, zweistreifige Betonplatten anschließen, auf denen bald nochmal eine kleine Welle zu meistern ist, bevor es recht ordentlich abwärts geht und Sie sich mitten auf freiem Feld einer Gabelung gegenüber sehen. Gemäß dem hölzernen Hinweis für die Wanderer nach Seedorf wählen Sie die linke Möglichkeit und fahren auf einem holperigen Feldweg eben dorthin, wo es auf den letzten Metern steil abwärts geht.
Im Ort versetzen Sie rechts/links, um mittels der schmalen hölzernen Brücke auf das andere Ufer zu gelangen, wo sich wieder glatte, zweistreifige Betonplatten anschließen, auf denen es nach Preetz geht. Im Ort wird neben dem groben Kopfsteinpflaster besser beradelbares Pflaster aus Beton geboten, und nach dem Dorf schließen sich wieder die glatten, zweistreifigen Betonplatten an. Mit Blick auf den Turm des Jagdschlosses Granitz radeln Sie über eine Kuppe hinweg, stoßen nach der Abfahrt auf eine Vorfahrtstraße und halten sich jenseits halblinks um einem sehr guten Schotterweg durch den Wald zu folgen.
Wenn der Wald verlassen wird, geht es auf einem Schotterfahrweg weiter, der vorbei an der Feriensiedlung Klein Stresow nach Groß Stresow leitet, wo Sie mit Rechts-/Linksschwenk in den Ort fahren, sich an zwei Abzweigen links halten und so wieder dicht an die Bucht gelangen, bevor die Räder auf einer breiten und glatten Asphaltbahn rollen. Später wird die Bahn schmaler, bleibt aber so gut wie zuvor und führt mit ein paar Wellen durch die Lande, bevor sich geradezu ein Tor in den Weg stellt und die Hinweise signalisieren, daß es links nach Putbus geht.
Den Rollgrund bildet nun ein naturbelassener Weg, der nach stärkerem Regen ziemlich schlammig sein dürfte, doch ist es auch nur ein kurzes Stück, bis Sie T-förmig auf einen Waldweg stoßen, der erheblich besser beradelbar ist. Auf diesem werden ein paar sanfte Wellen durch den Wald gemeistert, bevor Sie das renovierte Badehaus von Goor passieren, um sodann auf Asphalt nach Lauterbach zu fahren. Dort stoßen Sie auf eine abknickende Vorfahrtstraße, was sich alsbald wiederholt, und radeln jeweils geradeaus weiter nach Putbus. Dies schließt einen lang anhaltenden, sanften Anstieg ein, bevor Sie nach einem Rechtsknick der Route wieder an eine Vorfahrtstraße gelangen, nun links abbiegen und damit sogleich den Circus erreichen.
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Putbus, 40 m ü.N.N., 4.800 Einw., ist nicht nur der zuerst gegründete Badeort auf Rügen (1816), sondern auch der eigenwilligste. Nach all den Orten mit der Bäderarchitektur und den kleinen Dörfern mit den schlichten Bauten darf man schon verwundert sein, daß jemand in auf die Idee gekommen ist, hier einen durch und durch klassizistischen Ort errichten zu lassen. Dabei ist es - wie ja eigentlich immer - ganz einfach; denn die einheitlich weiß getünchten Fassaden, die Regelmäßigkeit der Anlage mit einem rechteckigen (Markt) sowie einem kreisrunden Platz (Circus) und dem weitläufigen englischen Park verdankt Putbus dem Selbstdarstellungsbedürfnis eines gerade zum (schwedischen) Fürsten erhobenen adligen Großgrundbesitzers: Wilhelm Malte I. ließ ab 1810 die Stadt zur Residenz und zum Badeort stylen, um nicht hinter Heiligendamm/Bad Doberan zurückzustehen. Entsprechend war nicht Funktionalität, sondern Repräsentativität gefragt und wurde gebaut, was gerade 'in' war.
Neben dem eigentlichen Schloß (in den 60er Jahren gesprengt und abgetragen, angeblich weil es den SED-Oberen nicht in den Kram paßte) wurden Marstall, Affenhaus (wegen dort zunächst gehaltener Primaten), Fasanenhaus, Orangerie, Gartenhaus und der großzügig verglaste Kursalon errichtet, wobei letzterer 1891/92 übrigens zur Schloßkirche umgebaut wurde, weshalb dieses Gotteshaus wohl zu den am besten belichteten seiner Art zählt, was für eine ungewöhnliche Leichtigkeit sorgt.
Außerhalb des Parks finden sich neben den Wohn- und Geschäftshäusern noch das ehemalige Pädagogium, das der Erziehung des Landadels diente, und das Theater - schließlich mußte den Badegästen Unterhaltung geboten werden und zudem hatte Putbus mit dem Theater der Konkurrenz in Heiligendamm etwas voraus. Seit 1821 ist das Theater übrigens das einzige auf Rügen geblieben, und wenn Sie befürchten, nach der weiten Inseltour womöglich unter Entzug zu leiden, sollten Sie vorsorglich unter www.theater-putbus.de den aktuellen Spielplan einsehen.
Für die kulturelle Erbauung bieten sich aber auch noch das Historische Uhren- und Musikgerätemuseum (Alleestraße 13, geöff. Mai - Okt. tägl. 10-18 h, übrige Zeit tägl. 11-16 h), das Puppen- und Spielzeugmuseum (Kastanienallee, geöff. tägl. 10-18 h) und die Orangerie an, die heute nicht nur der Tourist-Information, sondern auch als Galerie dient (Alleestraße 35, geöff. April - Sept., mo-fr 9-17 h, sa & so 11-17 h, übrige Zeit mo-fr 9-16 h, sa & so 11-16 h).
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Putbus-Information, Orangerie / Alleestraße 35, 18581 Putbus, Fon 038301 / 431, Fax 038301 / 60963,
E-Mail info.putbus@putbus.de,
Internet www.putbus.de.
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© Velo-Touring
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Ostsee-Radweg MV (9)
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