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Ostsee-Radweg MV (11)

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Etappe 11: Stralsund - Brandshagen - Reinberg - Kirchdorf - Mesekenhagen - Karrendorf - Neuenkirchen - Greifswald - Wieck - Kemnitz - Neuendorf - Ludwigsburg - Gahlkow - Vierow - Lubmin (68 km)

 

Sofern Sie im Besitz der CD "TOP 200" sind, können Sie sich die unten abgebildete Etappe mit eingezeichneter Streckenführung hier als Overlay-Datei herunterladen (ca. 5 KB).
Informationen zur CD "TOP 200"

Ostsee-Radfernweg MV: Etappe 11 von Stralsund über Greifswald, Wieck und Eldena nach Lubmin

Quelle: ATKIS(r) DTK200-V, (c) Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2004

 

Wer die Wahl hat, hat die Qual; denn es fragt sich, wie Sie am besten nach Greifswald gelangen. Wer über ein gefedertes Velo verfügt oder wenigstens über einen gut gefederten Sattel, wird sich weniger an den vielen Kilometern auf Kleinsteinpflaster stören. Für die anderen kann die Strecke auf der ehemaligen B 96 aber schnell zu einer Tortur werden. Daher empfehle ich durchaus ernsthaft, in Erwägung zu ziehen, sich der Bahn zu bedienen; denn erst auf den letzten Kilometern vor Greifswald verläuft der Ostsee-Radweg abseits der einstigen Bundesstraße.

Für die, die mit dem Velo fahren wollen, nehme ich an, daß sie in der Innenstadt von Stralsund starten, d.h. am Rathaus. Von dort folge man der „Ossenreyerstraße“ nach Süden zur Kreuzung mit der „Heilgeiststraße“ und biege links in diese ein. Damit rollen die Räder alsbald auf leidlichem Asphalt etwas abwärts bis zur „Wasserstraße“. Diese leitet rechts kurz darauf zu einem Kreisverkehr, an den sich geradezu der „Frankendamm” anschließt, der mit einem niet- und nagelneuen Radweg aufwartet.

Nach einer Weile ist aber das Ende der Ausbaustufe erreicht, und Sie müssen mit einem Radweg vorlieb nehmen, dessen Beläge häufig wechseln und nicht gerade vorzüglich sind. Dafür fällt die Orientierung leicht; denn es geht einfach dem Straßenverlauf folgend stadtauswärts. Am Ortsende gelangen die Räder auf guten Asphalt, wobei Sie sich nicht zu früh freuen sollten; denn bald schließt sich das angekündigte Kleinsteinpflaster auf der ehemaligen B 96 an, dem Sie zunächst bis Brandshagen folgen. Dort verkündet man stolz ein kräftiges Gefälle, daß Sie aber gar nicht so recht nutzen können, weil sich bei der Kirche nun sogar grobes Pflaster in den Weg stellt. Aber immerhin können Sie sich am Ortsende, wenn Sie die verlorene Höhe zurückgewonnen haben, auf einem großen Rastplatz erholen.

Danach rollen die Räder wie zuvor auf dem hoppeligen Kleinsteinpflaster – nur hier und da kurz durch Asphalt unterbrochen – über Reinberg und vorbei an Kirchdorf bis nach Mesekenhagen. Dort lassen Sie die alte B 96 hinter sich und biegen gemäß einem Hinweis des Ostsee-Radwegs links ab. Damit rollen die Räder auf einer Asphaltierten über Klein-Karrendorf und Groß-Karrendorf nach Leist I, wo der Belag zu Betonplatten wechselt. Beim Abzweig nach Leist III schließt sich aber schon wieder Asphalt an, der über Leist II (!) nach Neuenkirchen leitet.

Kaum im Ort angekommen biegen Sie links ab, folgen sodann mit einem Bogen um die Kirche herum der Vorfahrt nach Süden und ignorieren möglichst den neuen, aber recht hoppeligen Geh- und Radweg. Am südlichen Ortsende schließt sich entlang der einstigen Bundesstraße ein asphaltierter Geh- und Radweg an, der nach Greifswald leitet, wo die Räder auf Betonsteinpflaster bis zur Überquerung der Ryck rollen. Dort biegen Sie gemäß Hinweis des Ostsee-Radwegs links ab. Wer in die Altstadt möchte, fahre am Hafen entlang bis auf die Höhe eines Stegs und folge von dort rechts der „Knopfstraße” zum „Markt”, wo das Rathaus mit der Tourist-Information zu finden ist.

 

Stadtinfo

Auf dem Marktplatz von Greifswald, Ostsee-RadwegGreifswald, 5 m ü.N.N., 53.800 Einw., war wie Wismar, Rostock und Stralsund Mitglied der Hanse und profitierte ganz offensichtlich sehr vom Handel; denn der Bau der drei Hauptkirchen wurde nahezu parallel durchgezogen. Leider konnten aus dieser Zeit nicht alle Bauten erhalten werden, da die Altstadt gleich zweimal das Opfer großer Stadtbrände und einmal auch noch der Explosion eines Pulvermagazins wurde. Aber immerhin hatte Greifswald insofern Glück, als daß zu DDR-Zeiten der Verfall der Bausubstanz im Stadtkern nicht so hingenommen wurde wie andernorts, sondern man immerhin 310 Wohnungen in der Altstadt neu errichtete und sich dabei hinsichtlich Form, Lage und Größe an den Altbauten orientierte. Da zwischenzeitlich die Innenstadt im Zuge einer umfangreichen Stadtsanierung zudem noch erheblich aufgewertet wurde, kann man heute wieder mit den anderen Hansestädten darum wetteifern, welche denn die Schönste sei.

Die ersten Siedler auf dem flachen Moränenhügel südlich des Flüßchens Ryck durften sich der Unterstützung des 1199 nahebei gegründeten Zisterzienserklosters Eldena erfreuen, das schnell zu Wohlstand gelangte, da es vom rügischen Fürsten, dessen Territorium bis zum Ryck reichte, das Recht zur Ausbeutung einer Salzquelle erhalten hatte. 1241 bekamen die Zisterzienser für die Siedlung, in der sich inzwischen auch Kaufleute niedergelassen hatten, das Marktrecht, konnten aber die Früchte dieser Arbeit nicht mehr recht genießen, da das Gemeinwesen 1249 in den Besitz der Herzöge von Pommern kam, die Greifswald ein Jahr später das lübische Stadtrecht verliehen. Damit stand dem Aufstieg nichts mehr entgegen, und die Stadt wurde 1278 Mitglied der Hanse.

Da sich die Kaufleute nicht nur für den Handel, sondern auch die Bildung interessierten, wurde 1456 die Universität gegründet, die somit die zweite an der gesamten Ostseeküste und die sechste Deutschlands war. Während der 30jährige Krieg der Stadt nur Leid brachte, konnte sich die Universität 1634 eines beachtlichen Geschenks erfreuen: Der pommersche Herzog vermachte ihr das in der Reformation aufgelöste Kloster Eldena mit einer Fläche von 14.500 ha, wodurch sie bis zur Enteignung 1945 zur größten Grundbesitzerin aller deutschen Universitäten wurde und mehr als zwei Jahrhunderte lang über genügend Eigenmittel verfügte, um alle Universitätskosten zu decken. Da liegt es nur nahe, daß sich Greifswald heute offiziell nicht nur Hansestadt (wie so viele), sondern Universitäts- und Hansestadt nennt.

Bei einem Stadtrundgang verdienen neben dem Marktplatz, der Universität und den drei Hauptkirchen (St. Jacobi, St. Marien und Dom – auch St. Nikolai genannt) Caspar David Friedrichzudem die Wallanlagen (heute Grünanlage) und der Museumshafen an der Ryck einen Blick. Wenn Sie sich über den berühmtesten Sohn der Stadt – Caspar David Friedrich – informieren möchten, besuchen Sie das nach ihm benannte Zentrum in der Langen Straße 57 (Eingang Turmgasse, geöffnet di-so 11-17 h, Eintritt 1,50 €). Caspar David Friedrich (1774-1840) wuchs in Greifswald auf und verdankt den nahe gelegenen Ruinen des Klosters Eldena eines seiner beliebtesten Motive, symbolisieren sie doch vortrefflich die geheimnisvolle Vergänglichkeit alles Irdischen.

Greifswald, Ostsee-Radweg Greifswald-Information, Rathausarkaden / Am Markt, 17489 Greifswald, Fon 03834 / 521380, Fax 03834 / 521382, E-Mail greifswald-information@t-online.de, Internet www.greifswald.de.

 

Nach Besichtigung der Stadt und/oder Übernachtung fahren Sie am besten zurück zum Hafen und setzen dort die Fahrt auf dem Ostsee-Radweg fort, Zugbrücke in Wieck, Greifswald, Ostsee-Radwegso daß die Räder zunächst auf mehrfach wechselnden (teils recht schlechten) Belägen, bald aber auf einem neuen und vor allem guten Schotterweg nach Wieck rollen. Gleich nach dem ersten Haus und noch vor der nebenstehenden Zugbrücke (von 1887, voll funktionstüchtig, Foto: Stadt Greifswald) biegen Sie gemäß Radhinweis rechts in den „Studentensteig“ ab und gelangen so unweit der Klosterruine Eldena, die dank Caspar David Friedrich weltberühmt wurde, an eine Landstraße, der die Etappe auf dem bald asphaltierten Geh- und Radweg weiter nach Kemnitz folgt.

Durch Kemnitz wird auf Kleinsteinpflaster ein Bogen vorbei an der Kirche geschlagen, bis Sie an einen Kreisverkehr gelangen, sozusagen halblinks abbiegen und dann auf glattem Asphalt zurück zur Landstraße fahren. Dort legen Sie die wenigen hundert Meter bis zum Abzweig nach Neuendorf auf dem asphaltierten Geh- und Radweg zurück und biegen links auf die „Dorfstraße” ein, aber nur für ein kurzes Stück; denn dann leitet ein Radhinweis rechts. Nach ein paar Metern geht es links und damit über einen kleinen Hügel hinweg zu einer Vorfahrtstraße (das ist wieder die „Dorfstraße”), auf deren Geh- und Radweg Sie rechts einbiegen, um am Ortsende mit Radhinweis halblinks nach Ludwigsburg abzuzweigen.

Auf 1½spurigem Asphalt geht es nach Ludwigsburg, wo auf der Höhe des Schlosses der Belag zu gut verlegtem Betonsteinpflaster wechselt. Gemäß Radhinweis radeln Sie weiter zum Strandbad, wohin die Räder auf einspurigem Asphalt rollen. Dort halten Sie die Richtung und radeln auf Schotter bis zu einem Gasthof, wo ein Radhinweis rechts auf einen Waldweg lenkt. Für zweirädrige Kinderanhänger ist der Weg teils recht schmal und im Übrigen gelegentlich auch ganz schön hoppelig, aber dafür verläuft er immer nahe der Küste durch den Wald – ein schwacher Trost, ich weiß, aber besser als gar keiner, oder?

Nach dem Wald rollen die Räder auf einem neuen Asphaltweg bis zum nächsten Waldstück, dort wieder auf einem Pfad, aber schon bald erneut auf Asphalt – nun entlang einer Bungalowsiedlung. Nach einem kleinen Bogen landeinwärts versetzen Sie gemäß der Radhinweise wenige Meter rechts/links, schlagen vorbei am Campingplatz einen Bogen zurück zur Ostsee und rollen dort kurz auf Schotter, bevor es auf Asphalt durch die nächste Bungalowsiedlung geht.

Danach kommen Sie nochmal kurz der Ostsee recht nahe, verlassen sie dann aber und fahren auf Asphalt nach Gahlkow, wo Sie einen Linksbogen schlagen, gerade eine Straße queren und nach Passieren des Dorfteichs an einer T-Kreuzung rechts abbiegen. So geht es alsbald an der nächsten T-Kreuzung mit Radhinweis links, und die Räder rollen auf einspurigem Asphalt mit verkehrsberuhigenden 'Bodenwellen' nach Vierow – ach, mit einem gefederten Rad macht das so richtig Spaß. Im Ort biegen Sie rechts ab und radeln, bis die Straße einen Rechtsbogen absolviert und Sie halblinks – etwas versteckt – einen Radhinweis finden, der auf einen Weg mit schadhaften, einspurigen Betonplatten lenkt.

Bald wechselt der Rollbelag zu einem etwas holprigen, zweistreifigen Schotterweg, doch ist es nicht weit, bis Sie an eine Landstraße geführt werden, auf deren guten Asphalt Sie wechseln, um nach Lubmin zu fahren. Kurz vor der Stadt knickt der Ostsee-Radweg links ab in die Wohnsiedlung Teufelstein. Tja, und das paßt wahrlich gut; denn man hat – zum Teufel nochmal (!) – darauf verzichtet, auf der durchaus zügig befahrenen Landstraße für die Velotouristen einen Vorwegweiser aufzustellen, so daß man erst an der Kreuzung (linker Hand!) einen Hinweis des Radwanderwegs entdeckt. Sinnigerweise befindet sich der Abzweig auch noch in einer lang gezogenen Rechtskurve! Puuh, da ist man schon beinahe dankbar, daß wenigstens eine Linksabbiegespur zur Verfügung steht.
Tourist-Information in Lubmin, Ostsee-Radweg
Nach dem Abbiegen geht es mit einem Schlenker vorbei an Neubauten in einen älteren Ortsteil, wo Sie rechts der Straße mit dem schönen Namen „Altes Dorf” folgen. Wenn sich geradezu alsbald grobes Pflaster in den Weg stellt, knickt der Ostsee-Radweg links ab („Freester Straße”) und leitet schnurstracks zum neuen Stadtplatz „Am Alten Bahnhof” mit der Tourist-Information.

 

Ortsinfo

Lubmin, 5 m ü.N.N., 2.000 Einw., wurde 1271 erstmals urkundlich erwähnt und gehörte bis 1535 zum Kloster Eldena, als es im Zuge der Reformation aufgelöst und fortan als Gutshof vom Pommernherzog geführt wurde. Einst in Lubmin, Ostsee-RadwegLubmin blieb auch danach ein unbedeutender Ort, der erst Ende des 19. Jh. an das überregionale Straßennetz und die Eisenbahn angeschlossen wurde. Parallel dazu entwickelte sich der Badetourismus, der zum Bau einer Seebrücke (1928) und einer Strandpromenade (1933) führte. Auch wenn der Tourismus nach dem Zweiten Weltkrieg weiter ein wichtiges Standbein darstellte, war doch der Bau des Atomkraftwerks 'Bruno Leuschner' unweit nordöstlich ab 1966 von weit größerer Bedeutung. 1973 nahm der erste Reaktor den Betrieb auf, und an drei weiteren Reaktoren wurde gebaut. Nach dem Ende der ersten Ausbaustufe lieferten vier Reaktorblöcke je 408 MW und deckten damit rund 10 % des Strombedarfs der DDR. In der zweiten Hälfte der 70er Jahre begann der Bau von vier weiteren Blöcken, wovon zwei bis zur Wende fertiggestellt wurden, der eine aber nur gut drei Wochen kommerziell lief und der andere sogar nie in Betrieb ging. Nach der Stilllegung der gesamten Anlagen werden sie seit nunmehr bald 20 Jahren abgebaut, und im Mai 2006 wurden die letzten Brennelemente in einem Castor-Behälter in das Zwischenlager am östlichen Ende des riesigen Geländes gebracht.

Lubmin, Ostsee-Radweg Kurverwaltung, Freester Straße 8, 17509 Seebad Lubmin, Fon 038354 / 22011, Fax 038354 / 22014, E-Mail lubmin@t-online.de, Internet www.seebad-lubmin.de.

 

Die Etappe setzt sich jenseits des Platzes „Am Alten Bahnhof” auf der „Freester Straße” fort und folgt ihr geradezu über einen Kreisverkehr hinweg bis zum Friedhof, an dessen Ende Sie mit Radhinweis rechts auf einen geschotterten Geh- und Radweg abzweigen. Diesem folgend queren Sie bald einen Fahrweg und pedalieren bis zur Landstraße, wo Sie links auf den Geh- und Radweg abbiegen, der mittels Betonplatten befestigt wurde und hier und da ein wenig hoppelig ist. So geht es schnurstracks bis zum Gelände des Atomkraftwerks, wo der Radweg in einer Rechtskurve endet und Sie auf die Fahrbahn wechseln.

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Ostsee-Radweg MV (11)

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