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Radweg Liebliches Taubertal - flußabwärts (1)

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Etappe 1: Rothenburg ob der Tauber - Detwang - Steinbach - Bettwar - Tauberscheckenbach - Tauberzell - Holdermühle - Archshofen - Creglingen - Bieberehren - Röttingen - Tauberrettersheim - Weikersheim - Elpersheim - Markelsheim - Igersheim - Bad Mergentheim (49 km)

 

Sofern Sie im Besitz der CD "TOP 200" sind, können Sie sich die unten abgebildete Etappe mit eingezeichneter Streckenführung hier als Overlay-Datei herunterladen (ca. 7 KB).
Informationen zur CD TOP 200

Tauber-Radweg flußabwärts: Etappe 1 von Rothenburg ob der Tauber über Creglingen, Röttingen und Weikersheim nach Bad Mergentheim

Quelle: ATKIS® DTK200-V, © Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2004

 

Sollten Sie mit der Bahn anreisen, folgen Sie am Bahnhof von Rothenburg links der „Bahnhofstraße“, zweigen bei der nach links abknickenden Vorfahrt rechts in die „Ansbacher Straße“ ab und radeln durch das „Rödertor“ auf der „Rödergasse“ und „Hafengasse“ bis zum „Marktplatz“.

 

Stadtinfo

Kobolzeller Tor in Rothenburg ob der Tauber, Radweg Liebliches TaubertalRothenburg ob der Tauber, 425 m ü.N.N., 11.300 Einw., entstand im 12. Jh. zu Füßen einer seit dem 10. Jh. existierenden Burganlage und wurde 1274 freie Reichsstadt. Am steilen Tauberhang entwickelte sie sich zügig zu einem bedeutenden Handelsplatz und erreichte ihre höchste Blüte unter dem Bürgermeister Toppler um 1400. Dieser brachte aber die regionalen Herrscher gegen sich und damit die Stadt auf, da er treu zum bereits abgesetzten Kaiser Wenzel hielt. Zwar wurde in der Folge nur das Umland und nicht die Stadt zerstört, doch geriet Toppler in Gefangenschaft, wo er 1408 starb.

Da half der Stadt auch eine neue Verfassung nicht, der gemäß neben den Patriziern fortan auch die Zünfte im Rat vertreten waren; denn die frühere Förderung durch die regionalen Fürsten blieb nun aus. Aber immerhin war die Stadt noch so wohlhabend, daß prächtige Bauwerke wie die Stadtpfarrkirche St. Jakob (1311-1471) oder das neue Rathaus (1572-78) gebaut werden konnten.

Da sich Rothenburg 1544 der Reformation angeschlossen hatte, war es im Dreißigjährigen Krieg Ziel der katholisch-kaiserlichen Truppen unter Tilly, doch konnte der Legende nach der Bürgermeister Nusch die Stadt durch eine heldenhafte Tat vor der Zerstörung bewahren: Er leerte auf Befehl Tillys in einem Zug einen 3¼ Liter großen Humpen, was als Meistertrunk in die Geschichte eingehen sollte.

Ratstrinkstube in Rothenburg ob der Tauber, Radweg Liebliches TaubertalHeute erinnert an der Fassade der Ratstrinkstube (in diesem Zusammenhang doch ein wahrlich sehr passender Name) die Kunstuhr von 1910 an die Leistung des Bürgermeisters; denn sie zeigt täglich zu jeder vollen Stunde von 11-15 h und von 20-22 h die legendäre Meistertrunk-Szene. Die Ratstrinkstube wurde ab 1446 erbaut und war früher nur den Ratsherren zugänglich. Im hallenartigen Erdgeschoß stand die städtische Ratswaage, heute ist dort die Tourist-Information untergebracht. Den Giebel schmücken die große Stadtuhr von 1683 mit Datumsanzeige, die Sonnenuhr von 1768 und das reichsstädtische Wappen: der Doppeladler mit dem Symbol Rothenburgs.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg versank Rothenburg erst einmal in den Dornröschenschlaf und erwachte erst wieder während der deutschen Romantik, als Künstler (z.B. Spitzweg) den malerischen Ort entdeckten und weltberühmt machten.

Klingentorturm in Rothenburg ob der Tauber, Radweg Liebliches TaubertalWie bekannt Rothenburg ob der Tauber heute ist, werden Sie bei einem Besuch unschwer bemerken, denn erstens scheint die Stadt von zahlreichen Reisebussen belagert zu werden und zweitens herrscht in den Gassen ein schon fast babyIonisches Sprachengewirr. Offensichtlich ziehen das mittelalterliche Stadtbild und vor allem die fast vollständig erhaltene Stadtbefestigung das Publikum magisch an.

Als Startpunkt für einen Rundgang bietet sich der „Marktplatz“ mit dem Rathaus an, das sich zu dieser Seite im Stil der Renaissance, nach Süden im Kleid der Gotik mit einem 50 m hohen Turm präsentiert. Die „Herrngasse“ leitet nach Westen zum Burgtor und dem anschließenden Burggarten, der sich (wie es der Name verspricht) an der Stelle der einstigen Burg befindet und von dem ein schöner Ausblick ins Tal der Tauber geboten wird.

Nach Süden versetzt leitet die „Burggasse“ zurück nach Osten, wobei Sie auch das Mittelalterliche Kriminalmuseum passieren, das Folter- und Hinrichtungswerkzeuge sowie Urkunden zur mittelalterlichen Rechtskultur ausstellt (geöff. April-Okt. tägl. 9.30-18 h, Eintritt Euro 3,80). Kurz darauf führt rechts die „Schmiedgasse“ zur Straßengabelung am Plönlein, wo wegen der malerischen Kulisse fast alle Kamera- und Fotohandybesitzer ihren Apparat zücken.

Spitaltor in Rothenburg ob der Tauber, Radweg Liebliches TaubertalGeradeaus schließt sich die „Spitalgasse“ an, auf der Sie bis zur mächtigen Spitalbastei gelangen. Dort können Sie die Perspektive wechseln, indem Sie den Spaziergang auf der Stadtmauer fortsetzen, die an den zahlreichen Türmen vorbei mit einem Bogen bis zur Nordwestecke der Altstadt, dem Klingentor, leitet.

Mittels der „Klingengasse“ geht es nach Süden zur St.-Jakobs-Kirche, die für ihren Hauptaltar berühmt ist und auf der Westempore den Heilig-Blut-Altar von Tilman Riemenschneider beherbergt, der als das kostbarste Stück des Gotteshauses gilt (geöff. Apirl-Okt. tägl. 9-17.15 h, Eintritt Euro 1,50). Wer sich noch den Museen der Stadt zuwenden möchte, findet unweit nordwestlich im ehemaligen Dominikanerinnenkloster das Reichsstadtmuseum, das original erhaltene Räume des Klosters zeigt (geöff. April-Okt. tägl. 10-17 h, Eintritt Euro 3,00). Im Rathaus werden in dem Historiengewölbe Exponate zur Geschichte der Stadt während des Dreißigjährigen Krieges präsentiert (geöff. April-Okt. tägl. 9.30-17.30 h, Eintritt Euro 2,00). Und das Alt-Rothenburger Handwerkerhaus (Alter Stadtgraben 26) schließlich widmet sich den einstigen Bewohnern des Gebäudes, d.h. mehr ihrem Handwerk, und dokumentiert in 11 Räumen die Einrichtung und Werkzeuge (geöff. Ostern-Okt. mo-fr 11-17 h, sa & so 10-17 h, Eintritt Euro 2,20). Das Handwerkerhaus finden Sie, wenn Sie vom „Markt“ der „Hafengasse“ nach Osten folgen und nach dem Markusturm rechts abzweigen.

Und wenn Sie nach all dem noch weiteren Bedarf an Museumsbesuchen haben, muß Ihnen in Rothenburg nicht langweilig werden; denn es stehen mit dem Weihnachtsmuseum mit z.B. Weihnachtsschmuck und Nussknackersammlung (Herrngasse 1, geöff. tägl. 10-17.30 h, Eintritt Euro 4,00) und dem Puppen- und Spielzeugmuseum mit Exponaten aus über 200 Jahren Spielzeuggeschichte (Hofbronnengasse 13, südliche Seitenstraße des Marktplatzes, geöff. tägl. 9.30-18 h, Eintritt Euro 4,00) noch weitere Möglichkeiten zur Verfügung, das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden.

Und apropos nützlich: Manch einem mag es sinnvoll erscheinen, nicht allein durch die Gassen zu wandeln und auf Prospekte angewiesen zu sein. Wenn dem so ist, können Sie sich einer der Stadtführungen anschließen, die von April-Okt. tägl. 11 & 14 h angeboten werden; Treffpunkt Rathausarkaden, Voranmeldung nicht erforderlich, Preis Euro 5,00. Wer spät anreist oder es einfach abends netter findet, kann auch unter Führung des Nachtwächters die Stadt erkunden - tägl. 21.30 h, Modalitäten wie oben.

Rothenburg ob der Tauber, Radweg Liebliches Taubertal Rothenburg Tourismus Service, Marktplatz, 91541 Rothenburg ob der Tauber, Fon 09861 / 404800, Fax 09861 / 404529, E-Mail: info@rothenburg.de, Internet: www.rothenburg.de.

Rothenburg ob der Tauber, Radweg Liebliches Taubertal Übernachtungsmöglichkeiten in Rothenburg ob der Tauber

 

Vom „Marktplatz“ folgen Sie der „Herrngasse“ nach Westen und biegen alsbald rechts in die „Kirchgasse“ ab. Zwar ist diese eine Einbahnstraße in Gegenrichtung, doch müssen Sie nur ein kurzes Stück schieben, bevor sich geradewegs die in beiden Richtungen befahrbare „Klingengasse“ anschließt. So verlassen Sie durch das „Klingentor“ die Altstadt und verschwenken wenige Meter rechts/links, um kurz der Vorfahrtstraße zu folgen (Beschilderung nach Creglingen und Bad Mergentheim), bevor es mit Hinweisen nach Bad Mergentheim und Detwang links geht.

Mit weiten Bögen sausen Sie hinab nach Detwang, wo Sie links abzweigen und weiter abwärts Richtung Kirche radeln, wo es rechts und sodann aus dem Örtchen hinaus und vorbei an einem Campingplatz geht. Bald überqueren Sie die Tauber und müssen erkennen, daß die Tatsache, daß Sie einem Fluß abwärts folgen, noch lange nicht bedeutet, daß keine Anstiege zu bewältigen wären. Ganz im Gegenteil müssen Sie nämlich nun ziemlich kräftig in die Pedale treten, um vorbei an Steinbach nach Bettwar zu gelangen.

Dort wird die Tauber überquert, ein Schlenker durch das Örtchen geschlagen und wieder die Tauber gekreuzt, bevor es erneut recht hügelig wird. Bei Tauberscheckenbach und Tauberzell harren Ihrer bis zu 12 % Steigung, doch sind die steilen Anstiege nur kurz, so daß Sie trotzdem zügig zur Holdermühle kommen - auf den letzten paar Hundert Metern sogar mal eben radelnd. Die Holdermühle stellt heutzutage übrigens einen Gasthof dar, und vielleicht haben Sie Grund genug, sich zu erfrischen.

Wieder geht es hügelan, aber auch bald schon wieder abwärts nach Archshofen, welches Sie diesseits der Tauber geradewegs durchradeln, um erneut hügelan und anschließend abwärts nach Creglingen zu gelangen. Dort stoßen Sie auf eine Vorfahrtstraße, queren diese leicht nach rechts versetzt und biegen alsbald rechts in eine Einbahnstraße ab, so daß Sie parallel zur Hauptgeschäftsstraße bis zur Tauberbrücke radeln.

 

Stadtinfo

Marienaltar von Tilman Riemenschneider in der Herrgottskirche von Creglingen, Radweg Liebliches TaubertalCreglingen, 270 m ü.N.N., 1.800 Einw., ist eine gute Wahl, wenn Sie einerseits einen Pausentag einlegen, andererseits nicht nur auf der faulen Haut liegen wollen. So bietet sich z.B. ein Ausflug zur nur gut einen Kilometer südlich gelegenen Herrgottskirche an, um sich den Marienaltar von Tilman Riemenschneider anzusehen. Als meisterhaft gelten die weich modellierten Rundungen der Körper, die gleichmäßige Faltengebung der Gewänder und die Oberflächengestaltung. Aber auch die Beachtung der Lichtverhältnisse in der Herrgottskirche ist bemerkenswert; denn alljährlich um den 25. August fällt durch die Westrosette das Licht der untergehenden Sonne so auf die im Mittelteil des Altars dargestellte Himmelfahrt der Maria, daß der Altar förmlich mit Leben erfüllt wird. Das überlieferte Marienfest wird allerdings bereits am 15. August gefeiert; es ist der Kalenderreform geschuldet, daß der von Riemenschneider beabsichtigte Effekt heute am 25. August erreicht wird. Auf eine weitere Besonderheit sei noch hingewiesen: Bald nachdem Riemenschneider den Altar geschaffen hatte, wurde die Kirche protestantisch. Da man sein Werk offenbar nicht zu schätzen wußte, wurde es hinter einer Holzwand versteckt. Erst 1832 wurde der Marienaltar wiederentdeckt. Öffnungszeiten: April tägl. 9.15-17.30 h, Mai-Okt. tägl. 9.15-18.30 h, Eintritt Euro 2,00.

Fingerhüte aus dem Fingerhutmuseum in Creglingen, Radweg Liebliches TaubertalGleich in der Nachbarschaft der Herrgottskirche können Sie weitere Kunstfertigkeiten bestaunen; denn im - so heißt es - weltweit einzigen Privatmuseum dieser Art werden Fingerhüte und Nähutensilien aus allen Erdteilen vom Altertum bis zur Neuzeit präsentiert. Beachtliche 3.500 Exponate umfaßt die Sammlung des Fingerhutmuseums - vom einfachen Gebrauchs- bis zum wertvollen Zierfingerhut; geöffnet April-Okt. di-so 10-12.30 & 14-17 h, Eintritt Euro 1,50. Weitere Infos unter www.fingerhutmuseum.de.

Nach dem Besuch der Herrgottskirche und des Fingermuseums sollten Sie Ihren Füßen vielleicht ein wenig Abwechslung bieten, und da liegt es nahe, mit dem Velo der kleinen Landstraße noch gut 3 km weiter nach Süden zu folgen. Im Freizeit- und Erholungsgebiet Münsterseen können Sie nämlich nicht nur baden und relaxen, sondern auch einem Barfußpfad folgen. Harte und weiche Beläge wechseln einander auf 800 m Länge ab und massieren Ihre Füße perfekt. Wenn Sie derart auf den Geschmack gekommen sind, gönnen Sie sich vielleicht auch noch die 90 m auf dem Fühlpfad: Ein Seil gestattet es, mit geschlossenen Augen zu gehen.

Keltische Befestigungsanlage Finsterlohr-Burgstall unweit von Creglingen, Radweg Liebliches TaubertalMöchten Sie noch ein wenig an der frischen Luft bleiben und haben Sie Lust, noch ein bißchen zu radeln? Dann liegt ein Ausflug über Schmerbach und Schonach (von den Münsterseen aus zunächst nach Süden, dann nach Osten) zur keltischen Befestigungsanlage Finsterlohr-Burgstall nahe. Obwohl die Hochebene an drei Seiten naturgegeben geschützt ist, wurde sie einst mit einer etwa 5 km langen Wallanlage versehen. Anfang und Ende der Besiedlung sind ungeklärt, ebenso der Umfang der Bebauung im Innern. Sicher ist hingegen, daß ein Teil der Flächen als Weide- und Ackerland diente und bei Gefahr genutzt wurde, um Menschen und Tiere von außerhalb aufzunehmen. Details werden mittels Infotafeln auf dem rund 2½ km langen Rundwanderweg erläutert.

Am Wanderweg ist auch das Museum Flachsbrechhütte zu finden. Solche Brechhütten gab es einst in großer Zahl; in ihnen wurden in mehreren Schritten aus dem Flachs (botanisch: Echter Lein) Fasern gewonnen, die zu allerlei Produkten weiter verarbeitet werden konnten - z.B. zu sehr reißfester Kleidung (Leinen eben). Besichtigung nach Voranmeldung bei Herrn Gerhard Strauß unter Fon 09865 / 497.

Für die Rückfahrt bietet sich der Ihnen schon bekannte Teil des Tauber-Radwegs an, was zunächst eine rauschende Abfahrt beschert. Danach müssen Sie auf der insgesamt gut 10 km langen Strecke noch ein paar Hügel meistern, aber das haben Sie ja schon mal mit Gepäck geschafft, kann also kein Problem darstellen.

Lindleinturm in Creglingen, Radweg Liebliches TaubertalWeil ich den Ausflug vorschlage, könnte man meinen, daß es in der Stadt nichts zu sehen gäbe. Nein, nein, so ist das nicht gemeint. Creglingen hat eine nette kleine Altstadt, und bei einem Rundgang werden Ihnen z.B. die alten Türme nicht entgehen. Einen davon - den Lindleinturm (Stadtgraben 12) - können Sie besichtigen und in Erfahrung bringen, wie die letzte Bewohnerin dort gelebt hat - Führungen fr 10-12 h, sa & so 10-12 & 14-17 h. In zwei weiteren - dem Schlosserturm und dem Faulturm - können Sie sogar übernachten, Infos unter www.urlaub-im-turm.com.

Gartenfreunde werden sich über den Rosengarten am Romschlößle freuen, wo die Gemeinschaft der Gartenfreunde 2004 neben dem Kulturzentrum in der Romgasse u.a. verschiedenste Rosen gepflanzt hat, darunter auch Duftrosen, deren Blätter gegessen werden können. Die Vorsitzende des Vereins, Frau Elli Metzger, bietet Führungen an, Infos unter Fon 07933 / 7201 und www.pension-metzger.de.

Jüdisches Museum in Creglingen, Radweg Liebliches TaubertalVom Anfang des 17. Jh. bis 1939 gab es in Creglingen eine jüdische Gemeinde, deren Lebensbedingungen anhand von Einzel- und Familienschicksalen im Jüdischen Museum in der Badgasse 3 geschildert werden. Das Museum wird von einer Stiftung getragen, in der Christen und Juden, Deutsche und Amerikaner zusammenarbeiten. Die gemeinsame Arbeit drückt sich u.a. darin aus, daß verschiedenste Gegenstände des Alltags und des religiösen Lebens gezeigt werden und erläutert wird, warum und wie sie erhalten blieben und wie sie ins Museum gelangten. Das Museum erinnert auch an das Pogrom vom 25. März 1933, bei dem 16 Juden im Rathaus von Creglingen von Mitgliedern der Heilbronner SA und der Creglinger NSDAP schwer mißhandelt wurden und zwei Juden verstarben. Dieses frühe Pogrom zeigt, welche Wirkung das nur zwei Tage zuvor in Berlin von allen Parteien (außer der SPD) verabschiedete Ermächtigungsgesetz („Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“!) hatte. Das Museum ist so 14-17 h geöffnet, Eintritt frei, Spenden willkommen.

Creglingen, Radweg Liebliches Taubertal Touristinformation, An der Romantischen Straße 14, 97993 Creglingen, Fon 07933 / 631, Fax 07933 / 203161, E-Mail: touristinformation-creglingen@t-online.de, Internet: www.creglingen.de.

 

Gleich nach der Tauberbrücke biegen Sie links ab und wählen, wenn sich die Straße gabelt, die Möglichkeit links nahe der Tauber, bis es rechts zu einem Übergang über die Landstraße geht. Auf der anderen Seite radeln Sie auf einem Geh- und Radweg stadtauswärts an der Tourist-Information vorbei und werden automatisch auf einen geschotterten ehemaligen Bahndamm geleitet.

So geht es bis zu einem ehemaligen Bahnhof, ab wo Sie mit ein paar Bögen entlang der Auen der Tauber radeln, bis Sie wieder nahe an die Landstraße gelangen und rechts auf dem Geh- und Radweg nach Bieberehren fahren. Am Ortseingang geht es links bis zur Vorfahrtstraße, und Sie zweigen rechts in diese ab, um nahe der Ortsmitte links abzubiegen. So geht es alsbald über die Tauber hinweg und dann rechts durch die Wiesen, bis die Tauber erneut überquert wird und Sie kurz darauf auf eine Vorfahrtstraße treffen.

Sie biegen halblinks in die Vorfahrtstraße ein und radeln auf ihr Richtung Ortsmitte von Röttingen, bis die Vorfahrt nach rechts leitet, Sie aber geradeaus zum „Marktplatz“ fahren. Exakt an der Ecke mit dem Rathaus und der Tourist-Information geht es links.

 

Stadtinfo

Burg Brattenstein in Röttingen, Radweg Liebliches TaubertalRöttingen, 240 m ü.N.N., 1.800 Einw., rühmt sich, die erste Europastadt zu sein, denn immerhin trägt sie seit 1953 diesen Titel. Nun, das ist insofern kein Kunststück, als daß es sich dabei nicht um einen geschützten Begriff handelt, der einer Stadt von einer besonderen Institution verliehen wird, aber nichtsdestotrotz bemerkenswert; denn den Beinamen Europastadt geben sich die Städte selbst, um deutlich zu machen, daß man sich der europäischen Verständigung im besonderen Maße verpflichtet fühlt. Muß man etwa klein sein (1.800 Einwohner!), um zu den ganz großen Idealen ein besonderes Verhältnis entwickeln zu können?

Wie auch immer, in Röttingen weiß man auch heute noch, auf sich aufmerksam zu machen, und veranstaltet alljährlich Mitte Juli bis Mitte August die Festspiele Röttingen im Hof der mittelalterlichen Burg Brattenstein. Dabei gibt man sich recht zwanglos; denn der Genuß des einen oder anderen Schoppen „Röttinger Feuerstein“ gehört ganz offenbar dazu. Auch an die Kinder ist gedacht, für die auch unabhängig von den Festspielen Theater gespielt wird; das Programm finden Sie unter www.festspiele-roettingen.de.

Ach, und keine Sorge, bei einer Burg denkt man unwillkürlich, daß man sich mit dem Velo einen Hügel hinauf quälen muß; nein, nein, die Burg liegt am südwestlichen Rand der Altstadt. Und falls Ihnen die Zeit bis zum Beginn der Vorstellung zu lang werden sollte, können Sie sich zum einen im Weinbaumuseum, zum anderen im nahegelegenen Museumsweinberg über die hiesige Geschichte des Weinbaues informieren. Vielleicht schmeckt dann der Schoppen hernach noch besser: Prost!

Röttingen, Radweg Liebliches Taubertal Verkehrsamt, Marktplatz 1, 97285 Röttingen, Fon 09338 / 972855, Fax 09338 / 972885,
E-Mail: roettingen@t-online.de, Internet: www.roettingen.de.

 

Zunächst der „Taubergasse“, dann mit kleinem Versatz der „Neubronner Straße“ folgend überqueren Sie bald die Tauber, bevor es am Ortsende halbrechts auf einem einspurigen Asphaltweg weiter geht. In Tauberrettersheim müssen Sie kurz hügelan, zweigen dann rechts ab und fahren mit einem weiten Bogen durch den Ort, bevor es wieder durch die Wiesen und Felder geht. Auf der Höhe der Tauberbrücke nach Schäftersheim, biegen Sie links ab und radeln schnurstracks nach Weikersheim.

Im Gewerbegebiet schlägt die Straße einen Haken, aber die Radler können auf dem Geh- und Radweg abkürzen und damit weiter der „Schäftersheimer Straße“ folgen. In der Stadt treffen Sie auf eine Vorfahrtstraße, queren mit einem Tick links, schlagen einen Linksbogen und erreichen erneut eine Vorfahrtstraße - dies ist die „Hauptstraße“. Mit ihr geht es über den Vorbach hinweg, durch das Stadttor hindurch und bald mit einem Rechts-/Linksschwenk zum „Marktplatz“.

 

Stadtinfo

Schloß Weikersheim, Radweg Liebliches TaubertalWeikersheim, 221 m ü.N.N., 7.600 Einw., wurde im 9. Jh. in einer Schenkungsurkunde an das Kloster Fulda erstmalig erwähnt und erhielt im 14. Jh. das Stadtrecht. Über Jahrhunderte war Weikersheim Sitz der Grafen und Fürsten von Hohenlohe, wovon heute das Schloß (16.-18. Jh.) und der zugehörige Garten zeugen, die beide - nebst einer Ausstellung zur Alchemie - besichtigt werden können (geöff. tägl. 9-18 h, Eintritt komplett Euro 4,50, ohne Schloßbesichtigung Euro 2,00; Fon 07934 / 8364). Hintergrund der Alchemie-Ausstellung ist, daß sich Graf Wolfgang von Hohenlohe (1546-1610), der Erbauer des Schlosses, selbst der Alchemie widmete und im gut ausgerüsteten Laboratorium des Schlosses eigenhändig experimentierte. Chemische Öfen und Laborgeräte, nach alten Vorlagen angefertigt, chemische Stoffe, zeitgenössische Abbildungen von Laboratorien und ein Videofilm über chemische Grundlagen vermitteln einen Eindruck davon, wie die Alchemisten um 1600 arbeiteten.

Das Schloß beherbergt seit über vierzig Jahren aber auch die Musikalische Bildungsstätte Weikersheim und ist Sitz der Jeunesses Musicales Deutschland (JMD, www.jeunessesmusicales.de). Neben einem Tonstudio stehen insgesamt zwanzig mit Flügel oder Klavier ausgestattete Arbeitsräume zur Verfügung; das sog. Gewehrhaus und das jüngst renovierte Gärtnerhaus im Schloßpark erlauben sogar Orchesterproben in großer sinfonischer Besetzung.

Wenn Sie sich nicht nur über das höfische, sondern auch das bäuerliche Leben informieren wollen, bietet sich ein Besuch des Tauberländer Dorfmuseums an, das sich direkt am Marktplatz im ehemaligen Kornbau befindet und eine Sammlung von Möbeln, Trachten und Arbeitsgeräten vor allem aus dem 18. & 19. Jh. präsentiert (geöff. mi, fr-so 14-17 h).

Weikersheim, Radweg Liebliches Taubertal Verkehrsamt, Marktplatz 7, 97990 Weikersheim, Fon 07934 / 10245, Fax 07934 / 10258,
E-Mail: info@weikersheim.de, Internet: www.weikersheim.de.

Weikersheim, Radweg Liebliches Taubertal Übernachtungsmöglichkeiten in Weikersheim

 

Den „Marktplatz“ verlassen Sie auf der „Hauptstraße“, so daß ein paar Höhenmeter zu meistern sind, bevor es nach einer Linkskurve rechts in die „Karl-Ludwig-Straße“ geht. Dieser Straße folgend gelangen Sie bald an eine Gabelung und wählen die Möglichkeit halbrechts. Vorbei am Klärwerk kommen Sie dicht an die Bahn heran und unterqueren diese noch vor der Tauber.

An der alsbald erreichten T-Kreuzung führt die Etappe rechts noch eine Weile eben weiter, bevor in Elpersheim ein längerer Anstieg folgt. Im Ort stoßen Sie auf eine Vorfahrtstraße, biegen rechts ein und können mit dem Schwung der damit verbundenen Abfahrt nicht nur die Tauber überqueren, sondern auch die wenigen Meter hügelan radeln, bevor es links weiter geht. Unweit der Bahn radelnd verlassen Sie den Ort und kommen bald nach Markelsheim. Links in die dortige Vorfahrtstraße einbiegend überqueren Sie die Tauber, radeln parallel zu dem hier sehr schön eingefaßten Bach im Ort ein wenig aufwärts und zweigen in der Ortsmitte rechts ab.

Markelsheim, Radweg Liebliches Taubertal Übernachtungsmöglichkeit in Markelsheim

 

Mit ein paar Wellen geht es weiter nach Igersheim, wo Sie direkt an der Tauberbrücke auf eine Vorfahrtstraße stoßen, rechts einbiegen, die Tauber überqueren und gleich die nächste Möglichkeit links wählen. Nahezu eben radeln Sie sodann nach Bad Mergentheim und passieren dort eine Reitschule und Sportanlagen, bevor Sie unter einer Straße hindurch in einen Park gelangen. An den Abzweigen leiten die Radhinweise sicher, und über die Tauber hinweg gelangen Sie nahe an die B 19, bevor die Route rechts in die „Kapuzinerstraße“ abzweigt. Rechter Hand liegt das Deutschordensschloß, und auf der Höhe dessen Zugangs links durch die Fußgängerzone („Burgstraße“) schiebend geht es zum „Marktplatz“, wo auch die Tourist-Information zu finden ist.

 

Stadtinfo

Deutschordensschloß in Bad Mergentheim, Radweg Liebliches TaubertalBad Mergentheim, 210 m ü.N.N., 20.000 Einw., wurde 1219 eine Niederlassung des Deutschen Ordens und war nach der Säkularisation des preußischen Ordensstaats (1525) von 1527 bis zur Auflösung des Ordens durch Napoleon (1809) Residenz des Ordenshochmeisters. Entsprechend gibt es am Rand der Altstadt ein Deutschordensschloß zu besichtigen, dessen bewegte Baugeschichte Berwarttreppe und Säulenhalle aus der Renaissance, Götterzimmer und Neue Fürstenwohnung aus dem Rokoko, Kapitelsaal und Hauptstiege aus dem Klassizismus zeigen. Das zugehörige Museum beschäftigt sich nicht nur mit der Geschichte des Ordens, sondern auch der Stadt - geöff. di-so 10.30-17 h, Eintritt Euro 3,80, Führungen sa & so 15 h, weitere Infos unter www.deutschordensmuseum.de.

Bad Mergentheim, Radweg Liebliches TaubertalDie meisten Besucher interessiert der Orden aber wohl weniger, sondern sie sind mit ihrer Gesund- bzw. Krankheit beschäftigt. Denn nachdem Anfang des 19. Jh. ein Schäfer Heilquellen entdeckte, die gegen Gallen-, Leber-, Magen- und Darmleiden verwendet werden können, setzte bald der Kurtourismus ein. Inzwischen ist daraus ein eigener Stadtteil geworden, dessen zahlreiche 70er-Jahre-Bauten Architekturhistoriker begeistern dürften. Und Bad Mergentheim darf sich rühmen, mit über 100.000 Gästen und über 900.000 Übernachtungen (2001) das größte Heilbad in Baden-Württemberg zu sein.

Linotype im Ottmar-Mergenthaler-Museum im Stadtteil Hachtel von Bad Mergentheim, Radweg Liebliches TaubertalWer länger bleibt und Lust auf einen kleinen Fahrradausflug verspürt, sollte als Ziel das ca. 8 km südlich gelegene Hachtel in Erwägung ziehen, denn dort befindet sich im Rathaus ein Museum zu Ehren von Ottmar Mergenthaler, der am 11. Mai 1854 in Hachtel geboren wurde. 1886 erfand der in die USA ausgewanderte Mergenthaler nämlich die Linotype, die erste Zeilensetz-, Gieß- und Ablegemaschine von Schriftzeichen, die durch eine schreibmaschinenähnliche Tastatur bedient wird und die Produktion von Druckerzeugnissen enorm erleichterte - geöff. jeden ersten Sonntag im Monat 11-16 h und im Rahmen von Führungen nach Vereinbarung unter Fon 07931 / 2242 (mindestens 5, maximal 10 Personen, Dauer 1 Stunde, Eintritt Euro 2,50).

Bad Mergentheim, Radweg Liebliches Taubertal Tourist-Information, Marktplatz 3, 97980 Bad Mergentheim, Fon 07931 / 57131, Fax 07931 / 57300, E-Mail: tourismus@bad-mergentheim.de, Internet: www.bad-mergentheim.de.

Bad Mergentheim, Radweg Liebliches Taubertal Übernachtungsmöglichkeit in Bad Mergentheim

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Radweg Liebliches Taubertal - flußabwärts (1)

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