Velo-Touring in Eckernförde Velo-Touring in Glücksburg Velo-Touring in Schönberger Strand
Velo-Touring
Velo-Touring in Eckernförde Velo-Touring - Bed & Breakfast Velo-Touring auf Fehmarn

Standort :: Startseite :: Fahrradreiseführer :: Ostseeküsten-Radweg SH :: Etappe 1

Startseite

Ostseeküsten-Radweg SH :: Etappe 1

Flensburg - Glücksburg - Schausende - Bockholm - Siegum - Langballigholz - Westerholz - (Unewatt) - Dollerupholz - Neukirchen – Nieby - Habernis - Norgaardholz - Steinbergholz - Steinberghaff - Gelting - Wackerballig - (Geltinger Birk) - Nieby - Pommerby - Kronsgaard - Hasselberg - Schwackendorf – Stutebüll – Kappeln (75 km)

Start:

Bahnhof in Flensburg.

Strecke:

Diese Etappe ist lehrreich für diejenigen, die schon immer wußten, daß es überall in Norddeutschland topfeben ist. Alle anderen können sich auf eine weitgehend verkehrsarme Führung durch das schöne Angeln mit vielen kleinen Feldern, unzähligen Knicks und so manch beachtlicher Welle in der Bilderbuchlandschaft freuen.

Ziel:

Hafenpromenade in Kappeln.

Downloads:

kml-Datei

für Google Earth

 

gpx-Datei

für GPS-Geräte/Kartenprogramme

 

ovl-Datei

für die TOP 50/TOP 200 (topografische Karte 1:50.000/1:200.000)

 

pdf-Datei

auf der Basis der TOP 200 (topografische Karte 1:200.000), hier im Maßstab 1:150.000

 

pdf-Datei

mit Streckenbeschreibung sowie Hinweisen zu Orten, Sehenswürdigkeiten, Übernachtungsmöglichkeiten, Gastronomie etc.

Da viele Velo-Touristen mit der Bahn anreisen, beginnt die Etappe am Bahnhof und führt direkt zur Innenstadt, an deren südlichen Rand Sie mittels einem beampelten Fußgängerübergang die Friedrich-Ebert-Straße queren, um zur Dr.-Todsen-Straße zu gelangen (Einbahnstraße in Gegenrichtung). Schon nach wenigen Metern des Schiebens erreichen Sie den Südermarkt und damit auch das südliche Ende der Fußgängerzone.

Ansicht von Flensburg, Ostseeküsten-RadwegFlensburg, 12 m ü.N.N., 88.800 Einw., umschließt den südlichen Zipfel der Flensburger Förde und verfügt damit über einen günstigen natürlichen Hafen, der im 12. & 13. Jh. die Entwicklung von gleich drei kleinen Marktsiedlungen ermöglichte: Zunächst südlich der Förde bei der ältesten Kirche St. Johannis, später am Westufer um den Nordermarkt herum und schließlich am Südermarkt. Bis zum 15. Jh. wuchsen die Orte zusammen und genossen gemeinsam den Aufschwung unter der dänischen Krone. Der Niedergang der Hanse beschleunigte im folgenden Jahrhundert noch das hiesige Wachstum und machte Flensburg zur größten Hafenstadt Dänemarks. Der Dreißigjährige Krieg unterbrach diese Entwicklung aber und führte zu einem wirtschaftlichen Einbruch.

Erst im 18. Jh. blühte der Handel wieder auf und verschaffte Flensburg erneut beachtlichen Wohlstand, wovon noch heute viele Kaufmannshöfe zeugen; denn die Stadt wurde im Zweiten Weltkrieg kaum zerstört. Zum Ende des Krieges war Flensburg übrigens für wenige Tage Reichshauptstadt, da nach dem Selbstmord Hitlers Karl Dönitz zum Staatsoberhaupt geworden war und hier die letzte Regierung Nazideutschlands etablierte. Diese waltete noch über die Kapitulation am 8. Mai hinaus bis zum 23. Mai ihres Amtes, bevor die Engländer dem Spuk ein Ende bereiteten.

Fußgänerzone in Flensburg, Ostseeküsten-RadwegFür den Start eines Stadtrundgangs bietet sich der Südermarkt am südlichen Ende der Fußgängerzone an. In ihr und den Seitenstraßen bzw. Gassen findet man mehrere der bereits erwähnten einstigen Kaufmannshöfe, die sich von der Straßenfront mit Laden und Wohntrakt bis weit ins Blockinnere erstrecken, wo traditionell Werkstatt und Lager untergebracht waren.

Mittels der Fußgängerzone – zunächst Holm genannt – kommt man zur Kreuzung mit der Rathausstraße, wo sich ein Abstecher links hinauf zum Museumsberg lohnt, um die städtischen Museen namens – eben – Museumsberg aufzusuchen. Dort werden di-so 10-17 h Sammlungen zur Kultur, Kunst sowie Natur- und Volkskunde der Region präsentiert.

Kneipe Porticus in Flensburg, Ostseeküsten-RadwegZurück in der Fußgängerzone geht es weiter nach Norden – nun Große Straße genannt – und damit zum Nordermarkt, der Perle der Altstadt, wo diverse Cafés und Kneipen zum Bleiben einladen. Der mit roten und gelben Backsteinen 1595 gemauerte Arkadengang zwischen dem Markt und der Marienkirche heißt übrigens Schrangen und wurde früher von den Bäckern und Schlachtern belebt, die dort ihre Stände hatten.

Wer sodann einen Blick über die Stadt und die Förde werfen möchte, biegt kurz nach dem Nordermarkt links in die Marienstraße ab und hält sich nach gut 100 m rechts, um durch den architektonisch reizvollen Burghof zur Toosbüystraße zu gelangen. Dort schließt sich etwas nach links versetzt der Rummelsgang an, der zur Marientreppe leitet, mittels der Sie zur Straße namens Am Schloßwall kommen, wo eine schöne Aussicht gewährt wird.

Nordertor in Flensburg, Ostseeküsten-RadwegUm nun nicht den gleichen Weg zurück laufen zu müssen, können Sie vom Schloßwall kurz links der Ritterstraße, dann rechts der Königstraße und schließlich rechts der Schloßstraße zur Norderstraße folgen – das ist die nördliche Verlängerung der Fußgängerzone. Wer noch fit ist, macht einen Abstecher zum Nordertor (1595, Foto Alexander Dreyer), dem Wahrzeichen von Flensburg, in dessen Nachbarschaft (Norderstraße 157-161) der Phänomenta e.V. Versuche aus den Bereichen Natur und Technik zum Ausprobieren anbietet – geöffnet mo-fr 9-17 h, sa & so 11-18 h.

Schifffahrtsmuseum in Flensburg, Ostseeküsten-RadwegWer abkürzen möchte, folgt der Norderstraße nur ein paar Meter gen Norden, um rechts mittels der Norderfischerstraße zum Museumshafen zu gelangen, wo eine Promenade entlang der Museumswerft sowie der Sammlungen verschiedener Segelschiffe und Dampfer leitet und Sie sich mittels der Infotafeln vor Ort informieren können. Wenn Ihnen dies aber nicht genügt und Sie noch mehr über die Flensburger Schifffahrtsgeschichte in Erfahrung bringen wollen, dann sollten Sie das gleich jenseits der Straße gelegene Schifffahrtsmuseum besuchen (Schiffbrücke 39, geöffnet di-so 10-17 h, Foto VollwertBIT), wo man Ihnen u.a. erläutern wird, daß dank des regen Handels mit den westindischen Kolonien Flensburg im 18. Jh. zu einer wahren Rum-Metropole wurde: In über 200 Rumhäusern wurde verschnitten und veredelt, was das Zeug hielt. Übrig geblieben sind davon nur zwei: Das Rumhaus Johannsen in der Marienstraße und das Wein- und Rumhaus Braasch in der Roten Straße – c'est la vie!

Beim Schifffahrtsmuseum beginnt übrigens auch der Flensburger Kapitänsweg, der in dieser oder ähnlicher Form zur Zeit der Segelschifffahrt von den Herren zur See zurückzulegen war, wenn sie die gelieferten Waren verzollen mußten, das Schiff entladen lassen wollten und eventuell erforderliche Reparaturen am Schiff in Auftrag zu geben hatten. An 14 Stationen erläutern Infotafeln detailliert die einstige Situation der Handelsschifffahrt; den zugehörigen Prospekt gibt es im Schifffahrtsmuseum.

Flensburger Pils, Ostseeküsten-RadwegWer nun vom vielen Herumlaufen durstig geworden ist, fragt sich vielleicht, ob nicht die Besichtigung der Flensburger Brauerei eine feine Sache wäre. Im Prinzip schon, doch sollten Sie dafür weise und vorausschauend planen; denn die Brauerei empfiehlt, sich mindestens vier Wochen vorher unter Fon 0461 / 318 02 110 anzumelden. Tja, das 'Flens' ist halt dank der Werner-Comics weithin bekannt und beliebt – Führungen mo-fr 10, 14 & 18 h, Dauer 3 Std.

Flensburg, Ostseeküsten-Radweg Flensburg Fjord Tourismus GmbH, Am ZOB/Rathausstraße 1, 24937 Flensburg, Fon 0461 / 9090920, Fax 0461 / 9090936, E-Mail info@flensburg-tourismus.de, Internet www.flensburg-tourismus.de.

Die Etappe folgt der Fußgängerzone – Radeln ist morgens bis 10 h, abends ab 20 h erlaubt –, bis zum Nordermarkt, wo es rechts hinunter zum Hafen geht. Dort schlagen Sie einen Bogen um die Hafenspitze und radeln entlang des jenseitigen Ufers bis auf die Höhe der Straße Am Lautrupsbach, die alsbald eine Weile sanft hügelan leitet.

An der nächsten Kreuzung führt der Ostseeküsten-Radweg links auf der Mürwiker Straße noch ein wenig hügelan, bevor Sie gemäß Radhinweis bei einer Fußgängerampel links abbiegen. Exakt beim weithin sichtbaren Wasserturm geht es erneut links – dreimal links, das ist verdächtig –, doch keine Sorge, schon bald knickt die Etappe rechts ab und führt auf Schotter kurz steil abwärts und gleich wieder entsprechend hügelan. So wird der Kreislauf auf Trab gebracht, Sie aber auch vollkommen autoverkehrsfrei durch den Wald geführt, wobei die Hinweise an den Abzweigen sicher leiten.

Vorbei an einem Aussichtsplatz (mit Spielplatz etc.) und schönem Blick auf die Werft sowie die Förde geht es so bis zur Jugendherberge, wo Sie auf Asphalt gelangen und links noch kurz hügelan radeln, bevor Sie – ach, da schau her – wieder zur Mürwiker Straße kommen, deren Radweg Sie links folgen.

Zunächst ein wenig an Höhe verlierend, dann aber auch wieder sanft hügelan fahrend passieren Sie u.a. das Kraftfahrt-Bundesamt und biegen an der nächsten beampelten Kreuzung links ab. Der Ostseeküsten-Radweg folgt nun den Windungen der ruhigen Wohnstraße Twedter Mark, bevor Sie sich entscheiden müssen, ob sie der kürzeren Variante mit Schiebestrecke (Treppe mit Rampe) oder der längeren ohne folgen wollen. So oder so kommen Sie zum Yachthafen und dürfen nun direkt entlang der Förde zum Pavillon Solitüde radeln. Und? Schon Lust auf ein erfrischendes Bad? Strand, Liegewiese, Spielplatz etc., alles da. Viel Spaß!

Auf Schotter geht es noch ein wenig weiter an der Förde entlang, bis Sie zur Landesstraße L 249 kommen und hinauf zu deren Geh-und Radweg fahren. Bis Glücksburg müssen Sie nun das Rauschen der Automobile ertragen, wo Sie sogleich links in die Sandwigstraße abbiegen und alsbald die Fördeland Therme passieren. Nach einer Welle schließt sich rechts die Paulinenallee an, von der der Ostseeküsten-Radweg nach einem kurzen starken Anstieg links abknickt, während es geradezu in die Stadtmitte geht. Wenn Sie dorthin möchten, brauchen Sie nur der Vorfahrt zu folgen und gelangen schließlich an einer beampelten Kreuzung rechts abbiegend zum Schloß und der Tourist-Information.

Wasserschloß Glücksburg, Ostseeküsten-RadwegGlücksburg, 19 m ü.N.N., 6.000 Einw., verdankt seine Bekanntheit dem 1582 bis 1587 an der Stelle eines säkularisierten Klosters errichteten Wasserschloß – geöff. Mai-Okt. tägl. 10-18 h. 1622 bis 1779 diente das Schloß als Regierungssitz der Herzöge von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, dann starb die sog. ältere Linie aus. Dennoch beruft man sich in Glücksburg gern darauf, daß ein Sohn des Hauses als Christian IX. 1863 zum König Dänemarks aufstieg und seine Kinder kreuz und quer mit diversen Königshäusern Europas vermählte.

Wer lieber an der frischen Luft bleiben möchte, besucht vielleicht das Rosarium gleich neben dem Schloß, wo auf einer Fläche von über 1 ha Rosen in all ihrer Pracht bestaunt werden dürfen – geöff. Mai-Sept. tägl. 10-18 h. Oder Sie entscheiden sich für eine 'Watt-Wanderung' auf dem Bremsberg (ca. 1 km östlich des Schlosses). Mit 'Watt' ist hier die Leistungseinheit gemeint; denn im artefact Powerpark geht es um die Energieerzeugung und -umwandlung, die an diversen Stationen 'begriffen' werden kann – geöff. April-Sept. mo-fr 9-18 h, sa & so 10-18 h.

Glücksburg, Ostseeküsten-Radweg Tourist Service Center, Schloß Glücksburg, 24960 Glücksburg, Fon 04631 / 40770, Fax 04631 / 407737, E-Mail touristinfo@gluecksburg.com, Internet www.gluecksburg.de/tourist-service-center.html.

Die Etappe setzt sich an dem oben erwähnten Abzweig fort und führt zunächst auf Asphalt, später einem Betonspurplattenweg durch eine Bilderbuchlandschaft nach Schausende, wo Sie in eine Vorfahrtstraße rechts einbiegen und damit Yachthafen und Leuchtturm links liegen lassen. Bei der nächsten Häuseransammlung zweigen Sie wenige Meter vor einer Vorfahrtberechtigten rechts ab und radeln damit alsbald durch Bockholm, bevor die Vorfahrtstraße gerade gequert und sodann einer kleinen Landstraße gefolgt wird.

'Radhinweis' bei Bockholmwik, Ostseeküsten-RadwegNach einer Weile verlassen Sie die Landstraße mit Radhinweis nach links, durchqueren quasi einen Golfplatz – offensichtlich gefällt den Golfern die Landschaft genauso wie den Radlern – und dürfen bald darauf die Abfahrt hinunter zur Förde genießen, wo Sie aber gleich wieder landeinwärts gelenkt werden und eine kurze Steigung meistern müssen. Geradeaus einer etwas breiteren Asphaltierten – bald vorbei am Abzweig zum Campingplatz – folgend verlieren Sie nach einem Rechtsbogen erneut an Höhe und zweigen im Tal links auf einen für Kfz gesperrten Weg ab, um erneut hügelan zu fahren – tja, eine wahre Achterbahn ist das hier.

Damit kommen Sie zu einer Einmündung und radeln halblinks nach Siegum, wo Sie mehrmals kurz nacheinander abbiegen und hernach weiter die Fahrt in der beachtlich welligen Landschaft mit den schönen Knicks genießen. An einer T-Kreuzung folgt Abwechslung; denn es geht gemäß Radhinweis links auf einem Schotterweg in den Wald. Dort halten Sie sich erst halbrechts, dann 'richtig' rechts und radeln sodann – wieder auf Asphalt – durch das sich lang hinziehende Langballigholz. Landhaus Unewatt, Ostseeküsten-RadwegBei der Einmündung in die Landstraße biegen Sie links auf deren Geh- und Radweg ein und fahren sodann mit Blick auf die Förde an den dortigen großen Campingplätzen vorbei.

Westerholz empfängt Sie mit einem sanften, aber langen Anstieg, und Sie folgen im Ort einfach dem Verlauf der Vorfahrtstraße, bis es nach dem Ortsende links weiter nach Dollerupholz geht – außer Sie möchten zunächst noch einen Abstecher zum Landschaftsmuseum Unewatt unternehmen; denn dann geht es erst geradeaus und später rechts weiter.

Windmühle Fortuna in Unewatt, Ostseeküsten-RadwegUnewatt st weder ein Dorf noch ein Freilichtmuseum im herkömmlichen Sinne, sondern ein Versuch, Museum und Dorf stärker als sonst üblich miteinander zu verbinden. Der Ort mit ca. 140 Bewohnern beherbergt das Landschaftsmuseum Angeln mit fünf über das Dorf verteilten Museumsinseln (Marxenhof, Räucherei, Buttermühle, Windmühle Fortuna und Christesen-Scheune). Daneben wurden seit 1987 zahlreiche private Häuser landschaftstypisch renoviert und so die herkömmliche Lebenswelt ein Stück weit bewahrt. Entsprechend ist auch der Besucher gefordert; denn er sollte sein Verhalten dem Wechsel von öffentlichen und privaten Bereichen anpassen. Öffnungszeiten der Museumsgebäude Mai-Sept. di-so 10-17 h, April & Okt. fr-so 10-17 h.

Unewatt, Ostseeküsten-Radweg Touristikverein Amt Langballig/Ostsee, Süderende 1, 24977 Langballig, Fon 04636 / 8880, Fax 04636 / 8837, E-Mail tourismus@langballig.de, Internet www.langballig-tourismus.de.

Ansonsten führt die Etappe weiter über Dollerupholz nach Neukirchen, wobei teils ein schöner Ausblick auf die Förde geboten wird. Lästige Kleinigkeit am Rande: Unterwegs endet der Radweg nach einem längeren Gefälle direkt vor dem sogleich folgenden Anstieg, und zwar so, daß man nicht mit voller Fahrt auf die Fahrbahn wechseln kann. Schönen Dank auch!

Bed & Breakfast für Radler, Ostseeküsten-RadwegIm Ort versetzen Sie mit der Vorfahrt rechts/links, so daß die Räder weiter auf einer nur schwach befahrenen Straße rollen. In Habernis gelangen Sie nah an die Förde, werden aber gleich nach dem Campingplatz wieder landeinwärts gelenkt und radeln sodann auf ein Wäldchen zu. Direkt davor biegen Sie ohne(!) Radhinweis links ab, fahren auf Asphalt bis fast zu einem einsam gelegenen Gehöft (mit Bed & Breakfast für Radler) und biegen dort rechts auf einen Betonsteinpflasterweg ab. Durch den Wald gelangen Sie derart zum nächsten Gehöft und folgen dort rechts weiter dem Betonsteinpflaster, bevor es links und damit hinunter nach Norgaardholz geht.

Beim dortigen Gasthof rollen die Räder wieder auf Asphalt, und so fahren Sie vorbei am Strand durch den sich lang hinziehenden und in Steinbergholz übergehenden Ort, wobei Sie sich des bald gebotenen Geh- und Radwegs bedienen können. Nach einer Weile – noch in Steinbergholz – lenken die Radhinweise links auf eine Asphaltierte, und an dieser Stelle ist es von Bedeutung, ob Sie mit einem Kinderanhänger oder Trike unterwegs sind, denn es folgen nun Abschnitte, die mit Anhänger oder Trike nur schwerlich zu befahren sind. Ggf. sollten Sie geradeaus zur B 199 fahren, um mittels dieser zum Geltinger Hafen zu gelangen.

Einspurige Velofahrer können hingegen der schöneren Route nach Steinberghaff folgen, wo es bei einem Hotel direkt an den Strand geht. Allerdings ist es nicht weit, bis der Strand schon wieder nach rechts verlassen wird, und die Räder auf einem Fahrweg rollen, der bald links durch den Wald führt. Dort geht es erneut links und so zurück an die Geltinger Bucht, wo der Weg zusehends schmaler wird und schließlich nur noch als Pfad zur Brücke über die Lippingau führt.

Ostseeküsten-Radweg am OhrfeldhaffJenseits werden Sie sogleich rechts auf einen groben Schotterweg gelenkt, auf dem Sie nach einer Linkskurve auch noch kurz hügelan radeln müssen – ein Vergnügen ist das nicht gerade. Immerhin ist es nicht allzu weit bis zur Einmündung in eine Asphaltierte. Bald darauf knickt die Route links ab, bevor es auf Asphalt bis ans Ende einer Sackgasse geht. Bei dem dort gelegenen Haus schwenkt die Route nach links und damit direkt ans Ufer, wo Sie auf einem schmalen Asphaltstreifen auf dem mit groben Steinen befestigten Ufer balancieren dürfen.

Danach können Sie sich wieder in den Sattel schwingen und zunächst auf Gehwegplatten, dann Schotter ganz nah der Bucht bis zum Yachthafen von Gelting fahren. Die dortigen Schnösel mögen Radler nicht, weshalb ein Bogen über den Parkplatz der Bötchenfahrer geschlagen werden muß. Wenn es dem Seelenfrieden dient, machen wir das doch gern. Nachdem Sie auch noch um das Abfertigungsgebäude des einstigen Fährhafens herum gefahren sind – ein etwas eigentümlicher Anblick –, geht es auf einem teils etwas groben Schotterweg nach Wackerballig.

Dort radeln Sie ein kurzes Stück auf Asphalt, bevor sich geradezu entlang dem Ufer ein Schotterweg anschließt. Später ist der Deich mit Gehwegplatten befestigt, und Sie fahren bis an die Grenze des Naturschutzgebiets Geltinger Birk, wo der Ostseeküsten-Radweg abrupt rechts vom Deich steil abwärts und damit durch eine Niederung in den Wald führt. Kaum daß die Räder wieder auf Asphalt rollen, erreichen Sie eine T-Kreuzung, biegen links ab und entscheiden sich beim nächsten Abzweig links, ob Sie einen kleinen Umweg durch das Naturschutzgebiet schlagen wollen.

Wenn Sie in Begleitung junger Mädchen reisen, werden Sie nicht darum herumkommen; denn im Naturschutzgebiet Geltinger Birk 'beschäftigt' man für die Landschaftspflege Highlands und Koniks. Während die robusten Highland-Rinder schon seit längerer Zeit in Schutzgebieten zur ganzjährigen Beweidung eingesetzt werden, wurden die Koniks – eine Ponyrasse aus Polen, die dem osteuropäischen Wildpferd zumindest sehr ähnlich, wenn nicht mit ihm identisch ist – in Deutschland erstmals 2002 auf der Geltinger Birk ausgewildert. Die Tiere leben ganzjährig auf einer rund 100 ha großen Fläche und werden zwar regelmäßig kontrolliert, bleiben aber ansonsten sich selbst überlassen. „Heu wird nur gegeben, wenn über mehrere Tage eine geschlossene Schneedecke liegt“, heißt es auf der Website des Naturschutzbunds Deutschland (NABU), der das Gebiet betreut. Weitere Infos finden Sie ebendort sowie auf der Seite der Tourist-Information von Gelting (s.u.), wo Sie auch eine Wanderkarte für die Birk herunterladen können. Vor Ort gibt es weitere Informationen bei der Hütte des Naturschutzwarts nahe Beveroe (dänisch für Bieberinsel) und in der sog. 'Integrierten Station' in Falshöft (mit Ausstellung etc.).

Gelting, Ostseeküsten-Radweg Ferienland Ostsee – Geltinger Bucht, Nordstraße 1a, 24395 Gelting, Fon 04643 / 777, Fax 04643 / 442, E-Mail info@ferienlandostsee.de, Internet www.ferienlandostsee.de.

Der Schlenker durch das NSG ist übrigens nichts für 'Kilometerfresser'; denn er ist teils sandig, teils grobschotterig. Wer aber mal ganz nah einem halbwegs natürlichen Ostseeufer sein möchte und sich z.B. an den vielen Algen nicht stört, sondern eher erfreut, ist hier genau richtig. Aber Achtung: Je nach Saison und Wetter sind hier auch viele Fußgänger unterwegs. Südlich von Falshöft ist der Weg direkt an der Küste übrigens nicht empfehlenswert, da auf langen Abschnitten unbefestigt und sehr schmal. Entsprechend empfehle ich von Falshöft zurück zur eigentlichen Route zu fahren.

Bei den ersten Häusern von Pommerby leitet ein Radhinweis nach Kronsgaard links auf eine schmale Asphaltierte, die bei einem Gehöft endet. Rechts setzt sich die Etappe auf einem Schotterweg fort, der später in einen Betonspurweg übergeht, der zu einer Landstraße leitet, wo Sie links auf den asphaltierten Geh- und Radweg Richtung Kronsgaard einbiegen. Kurz vor dem Ort knickt die Route links nach Pottloch ab, ab wo Sie wieder direkt an der Küste radeln dürfen.

Unterwegs auf dem Ostseeküsten-Radweg in Kronsgaarder DrechtAuf der Höhe eines Campingplatzes haben Sie dann die Qual der Wahl, denn Hinweise des Ostseeküsten- Radwegs zeigen sowohl geradeaus als auch rechts. Ich empfehle, denen nach rechts zu folgen und derart nach Hasselberg zu radeln, um dort rechts/links zu versetzen und nach so nach Kieholm zu fahren. Die Bundesstraße B 199 querend geht es nach Schwackendorf und hernach nach Stutebüll. Noch ein paar Haken schlagend erreichen Sie schließlich erneut die B&xnbsp;199 und folgen ihrem Geh- und Radweg bis zu einer langgezogenen Rechtskurve; genau dort knickt der Ostseeküsten-Radweg links ab.

Kurz rollen die Räder noch auf Asphalt, dann schließt sich Schotter an, und Sie passieren den Yachthafen, bevor es auf der neu gestalteten Promenade hinein nach Kappeln geht. Direkt an der Schlei entlang kommen Sie so auf die Höhe der Stadtmitte und biegen, wenn Sie in diese möchten, ca. 200 m vor der schon zu sehenden Schleibrücke rechts in die Fußgängerzone ab („Fährberg“).

Blick auf die Schleibrücke in Kappeln, Ostseeküsten-RadwegKappeln, 10 m ü.N.N., 9.700 Einw., wurde 1357 erstmals urkundlich erwähnt, doch lassen Funde darauf schließen, daß der Ort erheblich älter ist – in Anbetracht des vor Stürmen geschützten Hafens durchaus plausibel. Da Angeln und die Halbinsel Schwansen in Kappeln einander sehr nahe rücken, wurde schon früh ein Fährbetrieb aufgenommen – vgl. z.B. den Straßennamen „Fähr­berg“. Infolge der Zunahme des Verkehrs wurde 1867 die erste Brücke gebaut – übrigens als Pontonbrücke, also Schwimmbrücke. 1927 wurde diese durch eine Drehbrücke und diese wiederum 2002 durch die heutige Klappbrücke ersetzt (Foto: Clemensfranz).

Wenn Sie zu denen zählen, die auf der Brücke warten müssen, weil gerade ein paar Schiffe durch die schmale Förde fahren – die Schlei ist nämlich kein Fluß, Heringszaun in Kappeln, Ostseeküsten-Radwegsondern eine sehr langgestreckte, schmale Ostseebucht –, sollten Sie nicht nur die Schiffe bestaunen, sondern auch mal einen Blick auf die nördliche Seite der Brücke werfen. Denn die vielen Pfähle dort, die die Möwen so gern als Rastplatz nutzen, gehören zum letzten funktionstüchtigen Heringszaun Europas. Ab dem 15. Jh. war diese Fangmethode an der unteren Schlei weit verbreitet, geriet aber später wegen des nachlassenden Fischreichtums in Vergessenheit. 1978 wurde die hiesige Anlage instandgesetzt und fängt nun wieder Heringe.

Wenn Sie auf der Brücke stehen und zur Stadt hinüberschauen, können Sie die zweite Attraktion von Kappeln nicht übersehen. Die Holländer-Windmühle Amanda gilt als die größte ihrer Art in Schleswig-Holstein und beherbergt sowohl die Tourist-Information als auch das Standesamt – schließlich muß man sich nicht unbedingt in einer muffigen Amtsstube das Jawort geben, damit es der Staat anerkennt.

Hafenpromenade in Kappeln, Ostseeküsten-RadwegZum Flanieren bietet sich die neu gestaltete Promenade am Hafen an, wo im so genannten Gastliegerhafen bis zu 35 Sportboote festmachen und sich die Segler Ihrer nicht erwehren können, wenn Sie mal neugierig schauen wollen, wie es denen so ergeht, da ein 160 m langer Laufsteg direkt an den Booten entlang führt. Wenn Sie darob auf den Geschmack gekommen sein sollten, sprich gern noch mehr über Segelschiffe in Erfahrung bringen möchten, sind Sie in Kappeln genau richtig; denn unweit südlich der Klappbrücke ist der Museumshafen zu finden, wo 15 große und kleine einstige Fracht- und Fischereisegler ihren Liegeplatz haben. Während mancherorts die Skipper lieber unter sich bleiben, stört es hier nicht, wenn die Besucher zuschauen, wie mal wieder das Tauwerk in Ordnung gebracht, ein Mast repariert, ein Segel geflickt oder schlicht das Deck geschrubbt wird. Wer den Seglern bei der Arbeit aber nicht nur zuschaut, sondern sie mit Fragen löchert, darf sich nicht wundern, wenn bei den Antworten etwas Seemannsgarn dabei ist – das muß so sein.

WLAN-Surferin in Kappeln, Ostseeküsten-RadwegSie haben noch immer nicht genug von Segelschiffen? Dann nutzen Sie doch die Möglichkeit, in Kappeln kostenlos per WLAN surfen zu können (womit die Stadt anderen seit Jahren (!) um Längen voraus ist), und schauen Sie doch mal auf der Website des in Bau befindlichen Port Olpenitz vorbei. An der Stelle des einstigen, 170 ha großen Marinehafens gut 5 km östlich der Stadt soll eine Feriensiedlung mit über 1.000 Immobilien entstehen, alle mit einem eigenen Bootsliegeplatz – entweder direkt am Haus oder 'nur' im Yachthafen. Hotels, Restaurants und Shops dürfen natürlich nicht fehlen. Der erste Spatenstich war im Oktober 2008, die Fertigstellung war für 2012 vorgesehen, allerdings klappte es mit der Vermarktung nicht so recht, und der Projektentwickler ging pleite. Inzwischen bemüht sich der Insolvenzverwalter um einen Verkauf in für Investoren verdaubaren Häppchen, könnte also doch noch etwas werden mit der Konversion.

Angelner Dampfeisenbahn, Ostseeküsten-RadwegSie möchten lieber an Land bleiben, ob nun virtuell oder real - egal -, und sich trotzdem nicht langweilen? Kein Problem, auch Ihnen kann geholfen werden. Vielleicht mögen Sie auf den Spuren des 'Landarztes' wandeln, einer ZDF-Serie, die in Kappeln und Umgebung gedreht wurde – und wird. Interessenten erhalten bei der Tourist-Information ein Infoblatt mit Drehorten und Motiven. Wer vorab mehr über meinen Namensvetter Hinnerk Hinnerksen, den Kräuterdoktor und Gegenpol zum Landarzt in der Serie, in Erfahrung bringen möchte, genauer den Schauspieler Gerhard Olschewski, liest den entsprechenden Beitrag von David Denk in der TAZ -> Mann ohne Ende.Und wenn Sie an einem Sonn- oder Feiertag der Stadt weilen, bietet sich zudem eine Fahrt mit der Angelner Dampfeisenbahn von Kappeln nach Süderbrarup und zurück an. Der Betreiberverein hält vorwiegend skandinavische Dampf- und Dieselloks sowie Waggons in Schuß, z.B. die schicke Lok rechts (Foto: Tenderlok).

Kappeln, Ostseeküsten-Radweg Tourist-Information, Mühle Amanda, Schleswiger Straße 1, 24376 Kappeln, Fon 04642 / 4027, Fax 04642 / 5441, E-Mail kappeln@ostseefjordschlei.de, Internet www.kappeln.de.

© 2013 by Velo-Touring

 

 

Impressum  |  Kontakt  |  AGB