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Ostsee-Radweg MV (12)

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Etappe 12: Lubmin - Spandowerhagen - Freest - Kröslin - Wolgast - Insel Usedom - Malchow - Zecherin - Karlshagen-Hafen- Peenemünde - Karlshagen - Trassenheide - Zinnowitz - Zempin - Koserow - Kölpinsee - Ückeritz - Bansin - Heringsdorf - Ahlbeck (73 km)

 

Sofern Sie im Besitz der CD "TOP 200" sind, können Sie sich die unten abgebildete Etappe mit eingezeichneter Streckenführung hier als Overlay-Datei herunterladen (ca. 8 KB).
Informationen zur CD "TOP 200"

Ostsee-Radweg MV: Etappe 12 von Lubmin über Wolgast zur Insel Usedom

Quelle: ATKIS(r) DTK200-V, (c) Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2004

 

Die Etappe beginnt wegen des Kartenblattschnitts mitten in der Pampas am westlichen Rand des Atomkraftwerks und folgt der Straße nach Osten. Schon bald wird links der Fahrbahn ein fein geschotterter Geh- und Radweg geboten, bevor sich leider hoppeliges Betonsteinpflaster anschließt: Ich werde den Verdacht nicht los, daß sich nahezu alle Tiefbauunternehmen zur Einhaltung eines Ehrenkodexes verpflichtet haben, gemäß dem Betonsteinpflaster grundsätzlich so zu verlegen ist bzw. der Untergrund für das Pflaster so herzurichten ist, daß der Belag schon nach sehr kurzer Zeit zu einem Waschbrett wird. Und Chapeau, irgendwie kriegen sie es wirklich hin!

An der Zufahrt zum Zwischenlager endet der Geh- und Radweg, und Sie wechseln auf die Fahrbahn, die zweispurig asphaltiert ist. Aber leider nur noch ein kurzes Stück, dann schließen sich nur gut einspurige Betonplatten an, die vielfach gebrochen und mit Asphalt geflickt sind. Da die Strecke zudem durchaus von Kfz befahren wird, wahrlich kein angenehmes Stück, aber immerhin ist es nicht weit bis Spandowerhagen, wo wieder Asphalt geboten wird und Sie mit der Vorfahrt rechts abknicken, um am Ortsende auf den asphaltierten Geh- und Radweg zu wechseln.

Ein wenig an Höhe gewinnend kommen Sie nach Freest, rollen auf der Fahrbahn abwärts durch den Ort und passieren dabei auch die Zufahrt zum Hafen. Wer es nicht mehr abwarten kann, hat hier die Möglichkeit zur Insel Usedom überzusetzen; denn die Reederei Apollo bietet einen Fährdienst zwischen Freest, Kröslin und Peenemünde an. Die Fahrzeiten und Preise finden Sie unter www.reederei-peenemünde.de.

Der Geh- und Radweg ist zunächst betonsteingepflastert, später wird wieder Asphalt geboten, und so geht es nach Kröslin. Auch dort rollen die Räder auf der Fahrbahn, nach dem Ortsende schließt sich erneut ein gut asphaltierter Geh- und Radweg an, der schnurstracks nach Groß Ernsthof leitet. Dort hat man sich zur Verlegung von Betonsteinpflaster in Längsrichtung verleiten lassen – schlimmer geht’s nimmer! In Abhängigkeit von den Reifen Ihres Velos werden Sie also ohnehin die Geschwindigkeit deutlich verringern müssen, so daß es Sie vermutlich nicht wundern (aber trotzdem stören) wird, daß Sie an der Einmündung in eine vorfahrtberechtigte Landstraße absteigen sollen – und die Autofahrer? Sollen die aussteigen?

Tierpark Wolgast, Ostsee-RadwegNun gut, Schwamm drüber! Nach dem letzten Haus steht wieder Asphalt zur Verfügung, und so geht es vorbei an einem Abzweig zum Waldrand, wo die Straße gequert wird, um erst am Waldrand entlang und dann – gemäß Hinweis auf einem großen Findling – in den Wald zu fahren. Am Anfang ist der Weg schmal, später breiter und mal besser, mal schlechter befahrbar. Mitten im Wald passieren Sie ein einsam gelegenes Gehöft und folgen sodann einem Fahrweg, der bald zum Tierpark Tannenkamp leitet (geöff. Mai-Sept. 9-19 h, übrige Zeit -16 bzw. -17 h, Eintritt € 4,50). Kurz nach dem Eingang geht es halblinks auf den schmaleren Weg, so daß Sie zu einer Straße kommen, deren Geh- und Radweg Sie rechts folgen. Am Ortsrand knickt die Route links ab und führt auf Asphalt an einer Siedlung entlang bald recht ordentlich abwärts zum Peenestrom.

Dort folgen Sie rechts auf verschiedenen Belägen dem Weg bzw. der Straße entlang dem Jachthafen, bis Sie unweit der neuen, schönen Kita auf eine abknickende Straße stoßen und geradewegs Ihren Weg fortsetzen, um am Hafen auf der Höhe eines Steges rechts in die „Kleinbrückenstraße” abzubiegen und so hinauf zum Rathaus zu fahren. Direkt vor dem Rathaus wenige Meter links/rechts versetzend passieren Sie die Kaffeemühle (s.u.) und gelangen derart zum Rathausplatz mit der Tourist-Information.

 

Stadtinfo

Rathaus in Wolgast, Ostsee-RadwegWolgast, 5 m ü.N.N., 12.200 Einw., erhielt im 13. Jh. lübisches Stadtrecht und profitierte von der günstigen Lage am Peenestrom sowie der Mitgliedschaft in der Hanse. Auch der Umstand, daß die Stadt von 1296 bis 1625 Sitz der Wolgaster Linie der Pommernherzöge war, schadete ihr sicherlich nicht. Allerdings schien die Stadt das Pech geradezu anzuziehen und wurde mehrmals Opfer der Pest und von Kriegen. Seit 1648 gehörte Wolgast zu Schweden und wurde im Zuge des Nordischen Krieges (Schwedens Vorherrschaft im Ostseeraum wollten Rußland, Dänemark und Polen-Sachsen brechen – später traten auf der Seite der Koalition auch noch Hannover und Preußen in den Krieg ein) auf Befehl des Zaren im März 1713 eingeäschert. Angeblich sollte damit die im Januar 1713 durch Brandlegung schwedischer Truppen erfolgte Zerstörung der damals nach Kopenhagen zweitgrößten dänischen Stadt Altona (heute ein Stadtteil von Hamburg) gerächt werden. Was das eine mit dem anderen zu tun hat, verstehen wohl nur die Großkopferten. Nicht zu Unrecht jedenfalls werden sich die Wolgaster gefragt haben, wieso gerade sie die Suppe auslöffeln mußten, die die Schweden den Dänen eingebrockt hatten.

Von diesem Schlag erholte sich Wolgast kaum, selbst die spätere Industrialisierung brachte nur einen bescheidenen Aufschwung, obwohl bereits 1863 ein Eisenbahnanschluß an die Linie Stralsund-Berlin hergestellt wurde. Auch als Hafenstadt konnte sich Wolgast nicht mehr profilieren, da das Fahrwasser nur eine Tiefe von 4 m aufweist. Immerhin überstand Wolgast den Zweiten Weltkrieg glimpflich, da man die Stadt kampflos an die Rote Armee übergab. Mit den Auswirkungen der Wende kämpft Wolgast ähnlich wie die meisten Städte an der Küste, da z.B. die zu DDR-Zeiten entstandene Peene-Werft (vor allem Bau von Marineschiffen) mit bis zu 3.500 Beschäftigten zwar noch existiert und nun vor allem zivile Containerschiffe baut, aber auch nur noch – oder immerhin noch bzw. schon wieder (?) – 900 Angestellte hat.

'Kaffeemühle', Museum in Wolgast, Ostsee-RadwegBei einem Rundgang verdienen die Pfarrkirche St. Petri, die äußerlich sehr schlicht ist und vielleicht gerade deshalb so monumental wirkt, das Rathaus, dessen zwei Giebel den Nordischen Krieg widerspiegeln, denn der eine blieb mit seiner mittelalterlichen Gliederung erhalten, während der andere im Stil des Barock 1718-34 erneuert wurde, und schließlich die 'Kaffeemühle' am Rathausplatz 6 einen Blick. Nein, dies ist kein Café, keine Rösterei oder dergleichen, sondern das Stadtmuseum, das in einem zweigeschossigen Fachwerkbau aus dem 17. Jh. untergebracht ist, der einst als Kornspeicher diente und dessen Dachgeschoß rundum zurücktritt, was wohl den Volksmund zu der Bezeichnung animierte – geöffnet Juni-Aug. di-fr 10-18 h, sa & so 10-16 h, Sept.-Mai di-fr 10-17 h, sa 10-14 h, Eintritt 3,- €, weitere Infos unter www.museum.wolgast.de).

1777 wurde Philipp Otto Runge in Wolgast geboren und sollte eigentlich wie sein Vater Kaufmann werden. Doch setzte er seinen Willen durch und studierte in Kopenhagen und Dresden Malerei, bevor er nach Hamburg ging und neben Caspar David Friedrich zu einem der bedeutendsten Künstler der norddeutschen Romantik wurde. Farbenkugel von Philipp Otto Runge, Ostsee-RadwegSeine Tätigkeit beschränkte sich aber nicht auf die 'praktische' Malerei, vielmehr schuf er auch mit der Farbenkugel das erste dreidimensionale Farbensystem (Foto: Uni Mannheim). Seine Heimatstadt verfügt zwar nicht über Originale aus dem Nachlaß oder dergleichen, ermöglicht aber im Rungehaus (Kronwiekstraße 45) z.B. eine virtuelle Reise durch die Farbenkugel. Außerdem erfahren Sie dort, daß Runge derjenige war, der das – zuvor nur mündlich weitergegebene – Märchen 'Vom Fischer un syner Fru' aufschrieb, was zumindest wohl so ziemlich alle Norddeutschen wenigstens vom Titel her kennen – geöffnet wie Stadtmuseum, Eintritt 3,- €.

Dampffähre Stralsund in Wolgast, Ostsee-RadwegZu einem Stadtbummel gehört natürlich auch ein Spaziergang zum Hafen, wo die Dampffähre Stralsund vertäut ist (Foto: Erell). Sie diente vor allem zum Transport von Eisenbahnwaggons, hat aber nur 'ein Ende', soll heißen: Die Waggons konnten nur über den Bug auf das Schiff gelangen und dieses auch nur dort wieder verlassen; denn das Heck ist wie bei gewöhnlichen Schiffen gebaut, also 'geschlossen'. 1890 lief das 37,46 m lange und 9,80 m breite Schiff vom Stapel und versah zunächst den Fährdienst zwischen Stralsund und Altefähr. Später pendelte die Fähre zwischen Swinemünde und Wollin, wurde aber auch als Schlepper und Eisbrecher genutzt. Für die Heeresversuchsanstalt Peenemünde war die Stralsund quasi gleich zweimal im Einsatz: Erst für die Deutschen als Transportschiff auf die Insel, dann für die Rote Armee zum Abtransport der Hightech-Anlagen. Das hatten die Deutschen wohl vorhergesehen; denn als sie 1945 die Brücken nach Usedom sprengten, sollte auch die Fähre dran glauben, aber der Kapitän und sein Maschinist flüchteten mit der Stralsund nach Rügen – tja, wahre Liebe kann nicht nur Berge versetzen, sondern auch Schiffe retten!

Dampffähre Stralsund in Wolgast, Ostsee-RadwegVon 1948 bis 1990 setzte die Stralsund Eisenbahnwaggons von Wolgast nach Wolgaster-Fähre über, da die daneben befindliche Brücke nicht mit Zügen befahren werden konnte. Und hier sollte sie dann auch – zuletzt mit defekten Dampfmaschinen zum besseren Ponton degradiert – außer Dienst gestellt werden. Die Stadt Wolgast übernahm sodann die Fähre von der Deutschen Reichsbahn und sanierte sie, so daß Sie heutzutage im Stadthafen ein schmuckes Schiff besteigen können – geöffnet wie Stadtmuseum, Eintritt 2,- €.

Wolgast, Ostseeradweg Stadtinformation, Rathausplatz 10, 17438 Wolgast, Fon 03836 / 251215, Fax 03836 / 600118, E-Mail stadtinfo@wolgast.de, Internet www.wolgast.de.

 

Zugbrücke in Wolgast zur Insel Usedom, Ostsee-RadwegNach einem Besuch der Altstadt und/oder Übernachtung empfiehlt es sich, zurück zum Hafen zu fahren, dort mittels des Steges auf die östliche Seite des Hafens zu wechseln und zur B 111 zu radeln, die gerade überquert wird. Danach kreuzen Sie noch die Schienen und zweigen unmittelbar dahinter links ab, um entlang der Bahn hinauf zur schicken neuen Klappbrücke zu gelangen und mittels ihr hinüber zu Insel Usedom zu fahren.

 

Inselinfo

Der Name Usedom: In alter Zeit war die Insel, obwohl schon lange von Menschen bewohnt, noch immer ohne Namen. Darum versammelten sich eines Tages alle Einwohner an einem Ort, und jeder konnte einen Vorschlag machen. Es ging viel Gerede hin und her, nur einen Namen für die Insel wußte niemand zu nennen. Endlich waren alle still, denn jeder wartete gespannt, daß der andere einen treffenden Namen sagen würde, aber keinem wollte einer einfallen.
Da sprach ein grauhaariger Alter: „Das nächste Wort, das einer spricht, soll der Name unserer Insel sein, sonst sitzen wir noch lange hier.“
Jetzt schwiegen alle aus Angst. Wie leicht konnte ein unbedachtes Wort für alle Zeit den Namen bestimmen! So saßen sie wohl eine gute Stunde und sannen angestrengt, bis einer aufsprang und ungeduldig rief: „Oh, so dumm, daß wir keinen Namen finden!“
Nun war es geschehen. Hatten sie aber gehofft, einen besonders hübschen Namen zu bekommen, so war es nichts damit, denn sie mußten sich „Osodummer“ nennen lassen. Doch mit lachender Miene fanden sie sich drein. Schließlich war dieser Name immer noch besser als gar keiner, und im Laufe vieler Jahre ist dann „Usedom“ daraus geworden. (Quelle: Albert Burkhardt. Das Riesenschiff. Sagen, Märchen und Geschichten aus Mecklenburg. Postreiter-Verlag, Halle 1989)

Am Strand von Usedom, Ostsee-RadwegUsedom ist die westliche der beiden großen Inseln an der Mündung der Oder und rund 445 km² groß, wovon 354 km² zu Deutschland zählen, der Rest zu Polen. Die Insel zog mit ihrer 42 km langen Außenküste, die durchgängig feinen Sandstrand bietet, schon ab den 20er Jahren des 19. Jh. Urlauber an, und noch heute erwirtschaften die Insulaner den größten Teil ihrer Einkünfte durch Beherbergung und Verköstigung. Neben der wenig bedeutenden Landwirtschaft widmeten sich die Usedomer früher dem Fischfang, der allerdings kaum in der Ostsee, sondern fast ausschließlich im Haff betrieben wurde.

Entsprechend liegen die Kerne der Siedlungen nahezu alle an der Binnenküste, und erst der Tourismus brachte Neubaugebiete in Strandnähe mit sich. Dies ist auch am regelmäßigen Straßenraster der Badeorte erkennbar, nur Ahlbeck wurde an der Außenküste gegründet und besitzt folgerichtig eine geschwungene Hauptstraße zum Wasser.

Wem es zu langweilig ist, tagelang am Strand zu liegen, der findet gute Möglichkeiten zum Radfahren (und Wandern), da außer auf den beiden Bundesstraßen wenig Verkehr herrscht und die Landschaft abwechslungsreich ist. Immer wieder erheben sich Moränen, die bis zu 60 m hoch sind und an der Ostseeseite beeindruckende Steilküsten bilden bzw. im Inselinnern die Szenerie durch dichten Baumbestand beleben.

Im Naturpark der Insel Usedom, Ostsee-RadwegWährend die Außenküste fast geradlinig ist und feinen Sandstrand bietet, ist die Binnenküste stark gegliedert und wird auf längeren Abschnitten von einem Schilfgürtel begleitet. Die starke Verzahnung von Land und Wasser (die durch die vielen Seen auf der Insel noch verstärkt wird) sorgte auch für eine reiche Flora und Fauna, weshalb Usedom samt angrenzender Gewässer 1999 zum 'Naturpark Insel Usedom' erklärt wurde. Wer mehr über die Naturschätze erfahren möchte, besucht die Website der Naturparkverwaltung www.naturpark-usedom.de, wo unter der Rubrik 'Veranstaltungen' u.a. auch verschiedene Radwanderungen (ausgehend von mehreren Seebädern) angeboten werden.

Insel Usedom, Ostseeradweg Usedom Tourismus GmbH, Waldstr. 1, 17429 Seebad Bansin, Fon 038378 / 477110, Fax 038378 / 477118, E-Mail info@usedom.de, Internet www.usedom.de.

 

Jenseits des Peenestroms folgen Sie geradezu der Straße sanft hügelan zur B 111 und radeln noch ein Stückchen auf deren Geh- und Radweg, bis die Route am Ortsrand links abzweigt. Kurz rollen die Räder auf Asphalt abwärts, dann wird ein weiter Bogen auf arg hoppeligen Betonplatten geschlagen, bevor sich wieder glatter Asphalt anschließt, der nach Zecherin leitet. Dort müssen Sie kurz grobes Pflaster ertragen, wechseln jedoch gemäß der Hinweise auf den Geh- und Radweg, so daß die Räder auf einem schmalen Schotterweg rollen, der für zweirädrige Kinderanhänger gerade noch ausreichend ist. Später wird der Weg zweistreifig, doch ist es auch nicht mehr weit bis zur Einmündung in eine abknickende zweistreifige Betonplattenstraße, bei der der Mittelstreifen mit Asphalt aufgefüllt wurde, so daß man passabel radeln kann.

Schließlich einen kleinen Bogen landeinwärts schlagend führt die Route nach Karlshagen-Hafen, wo die Räder wieder kurz auf grobem Pflaster rollen, doch ist eine Verringerung der Geschwindigkeit in Anbetracht des hübschen Hafens ohnehin angebracht. Nach einem Rechtsbogen lenkt ein Radhinweis auf den linken(!) Geh- und Radweg, und Sie folgen ihm landeinwärts, bis die Etappe mit Radhinweis links abknickt. Kurz besteht der Rollgrund noch aus Betonsteinpflaster, dann Schotter, der vielfach weniger gut, teils aber auch passabel beradelbar ist und auf dem Sie bis nach Peenemünde fahren. Im Ort leitet Betonsteinpflaster zu einer asphaltierten Straße, der Sie kurz geradewegs folgen, um sodann mit Hinweis zum Museum links abzubiegen. Nun sind ein paar Haken zu schlagen, doch ist dies dank der Hinweise zum Museum kein Problem.

 

Ortsinfo

Nachbau einer V 2 in Peenemünde, Usedom, Ostsee-RadwegPeenemünde, 3 m ü.N.N., 400 Einw., wurde Ende 1935 von Wernher von Braun als idealer Standort für eine Raketenversuchsanstalt auserkoren, bot sich vor der Küste doch eine 400 km freie Schußbahn. In den folgenden Jahren wurde eine High-Tech-Großforschungseinrichtung aus dem Boden gestampft, zu deren Ergebnissen u.a. die nebenstehende Rakete A 4, besser bekannt als V 2, gehörte. Die Gemeinde Peenemünde machte nach der Wende aus der Not eine Tugend und schuf im ehemaligen Kraftwerk eine umfangreiche Ausstellung zur Geschichte der technisch-militärischen Nutzung des Versuchsgeländes, wobei man sich auch nicht an dem Problem vorbeimogelt, daß Peenemünde zwar einerseits die Grundlagen für die Weltraumfahrt und damit z.B. für moderne Telekommunikationssatelliten schuf, aber andererseits seinerzeit ausschließlich(!) der Entwicklung von Massenvernichtungswaffen diente. Wer sich vor der Reise informieren möchte, besucht die Internetseite des Historisch-Technischen Informationszentrums www.peenemuende.de. Die Ausstellung ist April-Sept. tägl. 10-18 h, Okt.-März di-so 10-16 h geöffnet, Eintritt € 6,00.

 

 

Nach dem Museum folgen Sie der Straße bis zu einer T-Kreuzung, wo es rechts weiter geht („Bahnhofstraße“, Hinweis nach Karlshagen). Vorbei am Bahnhof stoßen Sie auf eine Straße, biegen erneut rechts ab, queren die Schienen und finden sogleich danach links einen Geh- und Radweg. Auf glattem Asphalt radelt es sich angenehm, bis die Bahn nach Süden schwenkt, der Radweg endet und Sie auf der Höhe des Abzweigs zum Flughafen (ja, ja, Peenemünde hat einen richtigen Flughafen, die Startbahn ist fast 2½ km lang!) auf die Fahrbahn der parallel verlaufenden Straße wechseln müssen. Die Straße ist recht breit, so daß der gelegentlich wegen der Ausflügler doch recht starke Verkehr noch hinnehmbar ist. Nachdem Sie derart ein paar Kilometer durch den Wald gefahren sind, kommen Sie zum Bahnhof von Karlshagen, wo Sie die rechts abknickende Vorfahrtstraße nach links verlassen, um auf dem Geh- und Radweg der „Strandstraße“ durch den Ort zu fahren.

 

Ortsinfo

Historische Ansicht von Karlshagen, Usedom, Ostsee-RadwegKarlshagen, 3 m ü.N.N., 3.100 Einw., entwickelte sich Ende des 19. Jh. wie so viele Ortschaften an der Küste zum Seebad, und man freute sich z.B. 1885 über den Bau einer Strandhalle und einer Seebrücke. Doch kaum hatte sich der Ort so recht einen Namen als Seebad erworben, begann der Ausbau der Heeresversuchsanstalt in Peenemünde, wofür der Karlshagener Hafen in Beschlag genommen und Wohnhäuser für die Führungskräfte und Wissenschaftler in Karlshagen gebaut wurden, weshalb das Dorf fortan zum Sperrgebiet gehörte. Inzwischen ist das alles gottlob Vergangenheit, und Karlshagen darf sich seit 2001 wieder offiziell als Ostseebad bezeichnen. In gewisser Weise profitiert man heute sogar von der Geschichte; denn hier herrscht weit weniger Trubel als in so manch anderem Badeort.

Karlshagen, Usedom, Ostseeradweg Touristinformation, Hauptstraße 36, 17449 Ostseebad Karlshagen, Fon 038371 / 20758, Fax 038371 / 28537, E-Mail touristinformation@karlshagen.de, Internet www.karlshagen.de.

 

Am Kreisverkehr der „Strandstraße“ knickt die Etappe nach Südosten ab, so daß die Räder auf Asphalt rollen, dem Sie durchaus Ihre Aufmerksamkeit widmen sollten, da er teils erheblich von Wurzeln aufgeworfen wurde. Vorbei an einem Campingplatz und diversen strohgedeckten Ferienreihenhäusern radeln Sie, bis nach einer Weile der Asphalt nach links schwenkt, während der Ostsee-Radweg mit einem Tick rechts auf einen geschotterten Waldweg versetzt.

Dank des noch passablen Rollgrunds lassen sich ein paar sanfte Wellen leicht meistern, und so geht es bald eben bis zu einer querenden Straße, die rechts nach Trassenheide leitet, während die Radroute links Richtung Strand weiter führt. Kurz vor dem Strand beginnt eine Wohn- und Spielstraße, und Sie halten sich bald halbrechts, bevor es mit Links-/Rechtsschwenk kurz recht ordentlich hügelan geht. Oben angekommen schließt sich nach ein paar Metern ein gut beradelbarer Schotterweg an, der nach Zinnowitz leitet.

 

Ortsinfo

Trassenheide, 1 m ü.N.N., 1.000 Einw., ist ein sehr junger Ort; 1786 wurde er erstmals erwähnt. 'Hammelstall' nannte man den Ort zuerst, weil dort für Schafe ein Stall gebaut worden war. Das paßte zwar schon bald nicht mehr zur ortsansässigen Bevölkerung, denn ab 1824 wurden Heringsfischer angesiedelt, aber zunächst störte das offenbar keinen. Erst 1908 bat man bei der Obrigkeit um eine Umbenennung und berief sich dabei auf die nahe gelegene Försterei 'Trassenmoor' und die Heide in der Umgebung. Vorsichtig formuliert: Dabei wird man wohl auch den Tourismus im Blick gehabt haben; denn welcher Urlauber hätte schon gern den Daheimgebliebenen berichtet, daß er in (also quasi im) Hammelstall übernachtet...

Schmetterlingsfarm in Trassenheide, Usedom, Ostsee-RadwegSeit Sommer 2005 hat Trassenheide unweit des (südlichen) Bahnhofs eine besondere Attraktion zu bieten; denn dort ist eine private Schmetterlingsfarm zu finden. Eine ehemalige, 5.000 m² große Sporthalle wurde hierfür umgebaut und dient nun als tropische Freiflughalle mit Wasserfällen, Bergen und exotischen Gewächsen wie z.B. Orchideen und Passionsblumen für mit über 2.000 frei herum fliegende tropische Schmetterlinge – Wiesenweg 5, geöffnet März-Okt. täglich 10-19 h, Fon 038371 / 28218, weitere Infos unter www.schmetterlingsfarm.de.

Trassenheide, Usedom, Ostseeradweg Kurverwaltung, Strandstraße 36, 17449 Seebad Trassenheide, Fon 038371 / 20928, Fax 038371 / 20913, E-Mail kontakt@seebad-trassenheide.de, Internet www.seebad-trassenheide.de.

 

In Zinnowitz gelangen Sie automatisch auf die Promenade und können auf der Höhe der Seebrücke ins Zentrum abbiegen.

 

Ortsinfo

Historische Ansicht von Zinnowitz, Usedom, Ostsee-RadwegZinnowitz, 5 m ü.N.N., 3.700 Einw., wurde erstmals 1309 urkundlich erwähnt, als der pommersche Herzog Bogislav IV. dem Kloster Crummin die Schenkung mehrerer Dörfer bestätigte, darunter auch 'Tzys' woraus später 'Zitz' und schließlich Zinnowitz wurde. Auf die Anfänge des Badetourismus reagierten die Zinnowitzer schnell und beantragten bereits 1851 die Einrichtung eines Seebades, das sich als beachtlich erfolgreich erwies; denn z.B. stieg die Einwohnerzahl von 356 im Jahre 1864 bis 1905 auf 1.267 und die Steuereinnahmen erhöhten sich sogar von 500 auf 18.000 Mark.

Während sich Zinnowitz in den folgenden Jahrzehnten ähnlich wie andere Seebäder entwickelte, änderte sich dies nach dem Zweiten Weltkrieg; denn 1953 begann die SDAG (Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft) Wismut, die im Erzgebirge Uranerz förderte, in Zinnowitz ihre Ferieneinrichtungen aufzubauen. Da die Wismut über recht umfangreiche finanzielle Mittel und Bautrupps nebst erforderlicher Technik verfügte (nicht umsonst war der Lieblingsslogan der Mitarbeiter: „Ich bin Bergmann! Wer ist mehr?“), konnten nicht nur diverse Ferienheime, sondern auch eine Schwimmhalle, Sportstätten, eine Waldbühne und ein Kulturhaus gebaut werden. Immerhin 900 Sitzplätze bot dieses Kulturhaus mit großer Bühne, auf der Stars aus aller Welt – nicht nur der sozialistischen, sondern z.B. auch aus Italien, Frankreich und Indien – auftraten.

Am Strand von Zinnowitz, Usedom, Ostsee-RadwegAber nun sind auch das olle Kamellen, und Zinnowitz hat sich wieder in die Reihe der anderen Seebäder eingefügt, d.h. nach der Wende wurde fleißig saniert sowie um- und ausgebaut, so daß es heute ein schmuckes Seebad mit Bäderarchitektur und einem feinsandigen Strand ist, an dem Sie – sofern Petrus mitspielt – den Sonnenschein genießen können.

Das soll aber nicht heißen, daß Sie sich nicht auch auf andere Art und Weise in Zinnowitz vergnügen könnten. Theater 'Die Blechbüchse' in Zinnowitz, Usedom, Ostsee-RadwegWährend sich die einen eher für die Tauchgondel an der Seebrücke interessieren werden, wird es die anderen mehr zur Blechbüchse ziehen. Die Blechbüchse – auch das 'gelbe Theater' genannt – dient seit 1997 der Vorpommerschen Landesbühne als Auftrittsort. Aber nicht nur, vielmehr wechseln sich Theater, Musik und Literatur ab. Den Spielplan und weitere Informationen finden Sie unter www.blechbuechse.de.

Zinnowitz, Usedom, Ostseeradweg Kurverwaltung, Neue Strandstraße 30, 17454 Ostseebad Zinnowitz, Fon 038 377 / 4920, Fax 038377 / 42229, E-Mail info@kv-zinnowitz.de, Internet www.zinnowitz.de.

 

Zinnowitz verlassen Sie so, wie Sie gekommen sind, also auf der Promenade, an die sich ein guter Schotterweg weiter parallel zum Strand anschließt. Wenn sich geradezu loser Sand in den Weg stellt, geht es rechts und damit sogleich hügelan in den Wald. Der Weg ist wieder geschottert, später werden aber auch mal quer verlegte Betonplatten geboten, und schließlich kommen Sie zu einer Häuseransammlung von Zempin, wo die Räder auf Betonsteinpflaster rollen, Sie links/rechts versetzen und nach ein paar hundert Metern halbrechts auf den Deich gelangen.

 

Ortsinfo

Zempin, 1 m ü.N.N., 900 Einw., rühmt sich, das kleinste Seebad auf Usedom zu sein; das hat doch was! Außerdem muß der Ort einen besonderen Reiz ausüben, jedenfalls auf Künstler; denn die Maler Hugo Scheele, Otto Niemeyer-Holstein, Kurt-Heinz Sieger und die Malerin Rose Kühn hatten ihre Ateliers hier.

Lüttenort an der Bucht Rieck bei Zempin, Usedom, Ostsee-RadwegOtto Niemeyer-Holstein lebte und arbeitete an der engsten Stelle von Usedom, dort wo Ostsee und Achterwasser zwischen Koserow und Zempin an der Bucht Rieck nur rund 300 m voneinander entfernt liegen. Er nannte sein Anwesen Lüttenort, weil ihm dieser Flecken der rechte für sein Segelboot 'Lütter' (für Südstaatler: Lütter = Kleiner) zu sein schien. In seinem Testament verfügte er übrigens, daß nach seinem Tod alles so erhalten bleiben soll, wie es zu Lebzeiten war. Entsprechend findet sich noch heute eine unvollendete Arbeit auf der Staffelei und außerdem auf dem Areal Malerei und Plastik, verspielte Architektur und Gartenbaukunst. Neben dem Atelier wurde zwischenzeitlich die Neue Galerie eröffnet, die Ausstellungen zu Niemeyer-Holstein und dem Usedomer Künstlerkreis zeigt – Öffnungszeiten und weitere Infos unter www.atelier-otto-niemeyer-holstein.de.

Zempin, Usedom, Ostseeradweg Touristinformation, Fischerstraße 1, 17459 Seebad Zempin, Fon 038377 / 42162, Fax 038377 / 42415, E-Mail seebad-zempin@t-online.de, Internet www.seebad-zempin.de.

 

Ohne Orientierungsprobleme radeln Sie auf dem betonsteingepflasterten Deich nach Koserow.

 

Ortsinfo

Blick auf Koserow, Usedom, Ostsee-RadwegKoserow, 1 m ü.N.N., 1.700 Einw., erläutert in seinem Museum Uns Fischers Arbeitshütt unweit der Seebrücke, daß das Leben auf Usedom einst weit beschwerlicher war; denn die Bevölkerung war auf den – nur selten reichen – Fischfang angewiesen. In der ersten Hälfte des 19. Jh. waren aber die Heringsschwärme größer als gewöhnlich, und man baute nahe dem Strand Salzhütten, um den Fisch konservieren zu können. Das Salz stellte der Staat zur Verfügung und bestimmte auch, daß die Heringe sogleich nach der Anlandung mit dem Salz in Holzfässern zu lagern waren. Dabei erleichterten die Salzhütten nicht nur die Arbeit, sondern auch die staatliche Kontrolle – geöffnet Mai-Sept. di-fr & so 10-15 h.

Koserow, Usedom, Ostseeradweg Kurverwaltung, Hauptstraße 34, 17459 Ostseebad Koserow, Fon 038375 / 20415, Fax 038375 / 20417, E-Mail kv-koserow@t-online.de, Internet www.seebad-koserow.de.

 

Damit Ihnen nicht langweilig wird, geht es nach Koserow wieder durch den Wald, wo erneut ein Schotterweg mit einigen Steigungen und nettem Gefälle geboten wird und Sie eine der höchsten Erhebungen von Usedom, den Streckelsberg, passieren. In Kölpinsee stoßen Sie auf eine querende Asphaltierte und sehen geradezu eine Treppe hinunter zum See. Damit Sie Ihr Velo nicht tragen müssen, folgen Sie dem netten Hinweis 'Treppenumfahrung' nach rechts und rollen einige hundert Meter sanft abwärts, bis es links und nochmal kräftig abwärts geht, bevor Sie die Vorfahrt der „Strandstraße“ achten müssen und links zum See sowie zum Strand fahren können.

 

Ortsinfo

Kölpinsee, Usedom, Ostsee-RadwegKölpinsee liegt im Bereich eines Anwesens, das von den Slawen den Namen 'Colpa' (für Schwan) erhielt, und ist ein Ortsteil von Loddin. Das heutige Kölpinsee entstand erst ab 1895, als man in Loddin Anschluß an den in den Nachbarorten bereits erfolgreichen Ostseetourismus suchte und ein Zimmermann namens Jäger(!) das nebenstehende Restaurant 'Seerose' errichtete. 1896 folgte das Hotel 'Wald & See' von Carl Prutz, das schon im Namen deutlich machte, was Kölpinsee von den anderen Badeorten unterschied. Herr Prutz war es auch, der sich an das slawische 'Colpa' erinnerte und der neuen Ansiedlung den Namen Kölpinsee gab. Besonders stolz ist man darauf, daß in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts solch illustre Gäste wie Willy Fritsch, Lilian Harvey, Hans Söhnker, Anni Ondra, Brigitte Horney und Grete Weiser in Kölpinsee weilten. Na, dann halten Sie doch mal Ausschau, ob sich nicht auch heutzutage wieder ein paar VIPs in Kölpinsee die Zeit vertreiben.

Kölpinsee, Loddin, Usedom, Ostseeradweg Touristinformation, Strandstraße 23, 17459 Seebad Loddin, Fon 038375 / 22780, Fax 038375 / 227818, E-Mail info@seebad-loddin.de, Internet www.seebad-loddin.de.

 

Gemäß der Radhinweise radeln Sie auf Betonsteinpflaster am Kölpinsee entlang und dürfen sodann im Wald mal wieder zeigen, wie fit Sie sind, denn mehrmals geht es recht ordentlich auf- und abwärts, wobei die Usedomer per Beschilderung stolz verkünden wie groß die Steigung bzw. das Gefälle ist – nämlich 16 %. Ja, auch wir Fischköppe haben eben richtige Berge! Höre ich da etwa Widerworte, dann fahren Sie man erstmal...

 

Ortsinfo

Von Ückeritz, 1 m ü.N.N., 1.000 Einw., bekommen Sie am Radweg kaum etwas zu sehen, da sich der Ort ursprünglich am Achterwasser entwickelte und erst später bis zum Wald hin ausdehnte. Wenn Ihnen vor dem pulsierenden Leben in den drei Kaiserbädern graut, haben Sie hier sozusagen die letzte Am Strand von Ückeritz, Usedom, Ostsee-RadwegChance auf Ruhe im Hinterland. Am Ostseestrand sollten Sie dagegen lieber nicht mit Gemächlichkeit rechnen; denn zu Ückeritz gehört eine beinahe autonome, 10 ha große Campingstadt, die zu DDR-Zeiten sogar 13 ha umfaßte und bis zu 20.000 Campern Platz bot. Dafür gibt es dann auch eine Shopping-Meile, Kino, Cafés und Restaurants - viel Spaß!

Ückeritz, Usedom, Ostseeradweg Touristinfomation, Bäderstraße 5, 17459 Seebad Ückeritz, Fon 038375 / 2520, Fax 038375 / 25218, E-Mail kv.ueckeritz@t-online.de, Internet www.ueckeritz.de.

 

Beim Campingplatz von Ückeritz werden Sie nach links gelenkt und bekommen einen exklusiven Rollgrund geboten, nämlich Holz! Da dort auch einige Geschäfte und gastronomische Betriebe zu finden sind, sollten Sie das Velo schieben, was vor dem Hintergrund, daß sich danach eine kilometerlange Asphaltbahn anschließt, hinnehmbar sein dürfte. Die Fahrt durch den sich beinahe endlos hinziehenden Campingplatz sollten Sie übrigens genießen und schon mal Luft holen; denn nachdem Sie ein Tor passiert haben, rollen die Räder nur noch kurz auf etwas schmaleren Asphalt, bevor ein Radhinweis links in den Wald lenkt.

Auf einem Schotterweg müssen durchaus beachtliche Wellen gemeistert werden, bevor Sie auf eine ältliche Asphaltbahn gelangen und kurz darauf Bansin erreichen. Seebrücke in Ahlbeck, Usedom, Ostsee-RadwegDort geht es auf der „Bergstraße“(!) kurz kräftig ab- und gleich wieder aufwärts, bevor sich eine Einbahnstraße in Gegenrichtung in den Weg stellt und Sie links steil abwärts zur Promenade fahren können. Damit liegen die anspruchsvollen Abschnitte hinter Ihnen, und Sie können genüßlich auf der Strandpromenade radeln, die durchgängig über Heringsdorf zum Ziel Ahlbeck führt. D.h. eine Richtigstellung ist erforderlich; denn gelegentlich sollen Sie absteigen, so z.B. in Bansin bei der Seebrücke oder ein paar Meter weiter beim Kurpavillon. In Anbetracht des meistens beachtlich hohen Fußgängeraufkommens sollte dies eine Selbstverständlichkeit sein, aber das Verblüffende ist, daß gerade die Radfahrer, die offensichtlich ihr Velo nicht richtig beherrschen oder die nur so leidlich mit ihrem Zweirad fertig werden, nicht absteigen (wollen) und einzig die Velofahrer, denen man sofort ansieht, daß sie fit sind und ihr Rad auch in schwierigen Situationen im Griff haben, schieben. Verkehrte Welt!

 

Ortsinfo

Bäderarchitektur in den drei Kaiserbädern auf Usedom, Ostsee-RadwegBansin, Heringsdorf und Ahlbeck, 3-6 m ü.N.N., 9.400 Einw., sind entlang der beinahe endlosen Strandpromenade zusammengewachsen und bilden seit 2005 auch eine Gemeinde, die sich zunächst 'Dreikaiserbäder' nannte, inzwischen aber schlicht 'Heringsdorf' heißt. Die Anfänge in den drei Ortsteilen waren durchaus unterschiedlich: Ahlbeck entwickelte sich bereits ab 1852 zum Badeort, Heringsdorf wurde 1879 zum Seebad ernannt und Bansin 1897 nur zu dem Zweck gegründet, ein neues Seebad aus dem Boden zu stampfen. Aber in allen drei Kaiserbädern finden sich unzählige Pensionen und Hotels aus der Anfangszeit des Tourismus, die im damals üblichen eklektizistischen Stil der Gründerzeit errichtet wurden. Alle möglichen Richtungen der Baugeschichte wurden gemischt und auf überkommene Bauweisen der Insel keinerlei Rücksicht genommen, eher schon mal ein Schweizer Chalet an den Strand gesetzt.

Bäderarchitektur in den drei Kaiserbädern auf Usedom, Ostsee-RadwegTrotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) besitzen die drei Kaiserbäder ein Flair, das die 'modernen' Badeorte mit ihren Apartmenthäusern nicht bieten können. Dies ist sicherlich einerseits dem heutigen Zeitgeschmack geschuldet (Nostalgie schwingt beim Betrachten der alten Grand Hotels immer mit), andererseits aber den Proportionen, der Verspieltheit mit Türmchen, Erkern, Loggien und Veranden sowie den Gebäudemassen geschuldet; denn auch wenn die Hotels nicht gerade klein sind, erreichen sie doch bei weitem nicht die Größe der Glas-/Betonschachteln, wie sie an den Stränden Spaniens, Italiens, Frankreichs, Deutschlands usw. usf. zu Tausenden stehen. Und so rühmen sich die drei Kaiserbäder zurecht ihrer Bäderarchitektur und haben ihr sogar eine eigene Website gewidmet: www.baederarchitektur.de.

Wegen der flachen Küste haben alle drei Kaiserbäder eine Seebrücke, und während Heringsdorf mit Stolz darauf verweist, über die längste Seebrücke Deutschlands zu verfügen (508 m), lehnen sich die Ahlbecker bequem zurück, denn ihre Seebrücke ist schon über 100 Jahre alt. Zum Flanieren, zum Sehen und Gesehenwerden gibt es also in allen drei Ortsteilen genügend Möglichkeiten. Seebrücke in Ahlbeck, Usedom, Ostsee-RadwegUnd auch für den Fall, daß Petrus mal nicht mitwirken mag – obwohl Usedom zu den sonnenreichsten Gegenden Deutschlands zählt –, ist vorgesorgt, und es muß Ihnen nicht langweilig werden. Neben einigen Galerien können Sie dann nämlich in Bansin z.B. die Alte Feuerwehr besuchen, die Hans Werner Richter (1908-1993) gewidmet ist, der sich neben dem Schreiben von Romanen und Hörspielen vor allem der Gruppe 47, eine in der Nachkriegszeit wichtige Schriftstellergruppe, widmete – Waldstraße 1, geöffnet Mai-Sept. di-so 10-12 & 14-18 h, übrige Zeit di-so 12-16 h.

Theaterzelt Chapeau-Rouge in Heringsdorf auf Usedom, Ostsee-RadwegOder Sie schauen im Theaterzelt an der Strandpromenade in Heringsdorf vorbei, wo alljährlich in der Hauptsaison die Vorpommersche Landesbühne Anklam gastiert und neben speziellen Kinder- und Jugendprogrammen, Theater, Varieté und Konzerte geboten werden – An der Strandpromenade, weitere Infos unter www.chapeau-rouge.de.

Oder Sie überprüfen mal, was denn die VIPs von den Kaiserbädern hielten und suchen die Villa Irmgard in Heringsdorf auf; denn dort beschäftigt man sich u.a. damit, welche bekannten (und manchmal auch bedeutenden) Persönlichkeiten einst hier weilten – Maxim-Gorki-Straße 13, geöffnet Mai-Okt. di-so 10-18 h, übrige Zeit di-so 10-16 h, Eintritt 3,- €.

Bansin, Heringsdorf, Ahlbeck, Usedom, Ostseeradweg Kurverwaltung Bansin, An der Seebrücke, 17429 Seebad Bansin, Fon 038378 / 47050, Fax 038378 / 470515, E-Mail bansin@drei-kaiserbaeder.de.
Kurverwaltung Heringsdorf, Kulmstraße 33, 17424 Seebad Heringsdorf, Fon 038378 / 2451, Fax 038378 / 2454, E-Mail heringsdorf@drei-kaiserbaeder.de.
Kurverwaltung Ahlbeck, Dünenstraße 45, 17419 Seebad Ahlbeck, Fon 038378 / 499350, Fax 038378 / 499352, E-Mail ahlbeck@drei-kaiserbaeder.de. Internet www.drei-kaiserbaeder.de.

Bansin, Heringsdorf, Ahlbeck, Usedom, Ostseeradweg Übernachtungsmöglichkeit in Bansin

 

UBB - Usedomer Bäderbahn, Ostsee-RadwegNachdem Sie hoffentlich noch ein paar schöne Tage am Strand verbracht haben, bleibt nur noch zu klären, wie Sie wieder nach Hause kommen. Am besten natürlich mit den Zügen der UBB – Usedomer Bäderbahn, denn dank des eher gemächlichen Tempos können Sie nochmal in Ruhe die Tour auf Usedom Revue passieren lassen, bevor Sie bei Wolgast das Festland erreichen und sich von der Ostseeküste verabschieden müssen.

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Ostsee-Radweg MV (12)

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